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Gesellschaft

FC St. Pauli plant Frauenquote und will Satzungen gendern

Julian Schernthaner

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am

Der Zweitligist FC St. Pauli aus Hamburg könnte seine Satzung ‚gendergerecht’ abwandeln, weil er die derzeitige Version als nicht mehr zeitgemäß erachtet.

Hamburg. – Wie die Junge Freiheit unter Berufung auf das Hamburger Abendblatt berichtet, liegt dem Präsidium ein entsprechender Antrag vor, welcher bei der kommenden Mitgliederversammlung am 27. November zur Abstimmung kommen soll. Bislang verzichtete man „aus Gründen er einfacheren Lesbarkeit” auf geschlechtsspezifische Ausdrücke, so die derzeit noch gültige Präambel.

Frauen und Drittes Geschlecht sichtbar machen

Eine derartige Formulierung entspricht nach Ansicht der Antragsteller aber nicht mehr dem aktuellen Zeitgeist. Stattdessen soll die neue Satzung neben Frauen auch das sogenannte Dritte Geschlecht berücksichtigen. Darunter versteht man seit kurzem Menschen, welche sich weder als Mann noch als Frau einordnen und ihren Eintrag im Personenstandsregister daher in „divers” abändern ließen.

Die Annahme des Antrages gilt als sicher – sowohl Präsidium, als auch Aufsichtsrat und Ehrenrat unterstützen die Änderung. Laut Hamburger Abendblatt sieht das zugrunde liegende Schreiben die nicht-markierte Version als problematisch: „Ein ‘mitgemeint unter der männlichen Schreibweise’ führt nicht zu einem ‘mitgedacht’ bei den Lesenden. Im Gegenteil – es macht die anderen Geschlechter unsichtbar.”

Weiterer Antrag fordert Frauenquote

Es ist aber nicht der einzige Antrag, welcher einen gesellschaftspolitischen Inhalt besitzt. Ein weiteres Begehren fordert ein 50-prozentige Frauenquote in der hauptamtlichen Direktorenebene. Bereits derzeit besitzt der Kiezclub eine Vizepräsidentin sowie eine Aufsichtsratsvorsitzende.

Der Verein am Millerntor setzt seit Jahren bewusst auf politische Akzente – so forderte Geschäftsführer Andreas Rettig im vergangenen Sommer, bei der Lizenzvergabe im Profifußball als Kriterium auch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung eines Vereins zu bewerten, um einem Wertewandel Rechnung zu tragen.

St. Pauli: Verein in linker Szene beliebt

Bereits seit den 1990er-Jahren ist der Verein für die politische Ausrichtung weiter Teile seiner Fanszene bekannt. Deren Einsatz gegen angeblichen Sexismus und Rassismus geht mitunter so weit, dass Sponsoren in der Vergangenheit auf Zuruf der Kurve seine Reklame überarbeiten mussten. Ein andermal witterten Unterstützer sogar bei der Farbgebung und Gestaltung der vereinseigenen Kleiderkollektion vermeintlichen Sexismus.

Etwaige politische Impulse führten dazu, dass der Verein vor allem linken Akteuren zu einem Kultclub aufstieg. Das Tragen von Merchandise des in braun spielenden Zweitligisten und seiner Fanszene ist in linken bis linksradikalen Gruppierungen weit über Hamburg hinaus beliebt. Die Kurve organisiert Fußballturniere für ‚antirassistische’ Fangruppierungen, setzt sich für das Bleiberecht von Asylwerbern ein und unterstützt soziale und kulturelle Projekte im Viertel.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Heimatvertriebener

    15. November 2019 at 21:57

    Haben Asylanten da freien Eintritt oder hört auch da der Spaß auf wenn es ans Geld geht?

    Es wird aber auch höchste Zeit, dass 50% Frauen in den Mansnchaften der oberen Li(e)gen mitspielen und auch ein bis zwei Gender. Schluss mit dem Sexismus im bezahlten Sport.

  2. Avatar

    Kirchfahrter Archangelus

    16. November 2019 at 10:43

    Das Dynamo Ost-Berlin der Buntrepublik…

  3. Avatar

    Horst S.

    16. November 2019 at 16:03

    Evtl erhofft man sich ja auch imageträchtige Auszeichnungen und Fördergelder als „guter Verein”…
    ?

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Gesellschaft

Ich habe geschossen”: Angeklagter gesteht Mord an Walter Lübcke

Stefan Juritz

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am

Der Hauptangeklagte Stephan E. hat vor Gericht den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) gestanden.

Frankfurt/Main. – „Ich habe geschossen”, ließ der 46-Jährige am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main seinen Anwalt erklären. E. zeigte sich reuig und bezeichnete die Tat als „feige und grausam”. Was er und sein mitangeklagter mutmaßlicher Komplize H. getan hätten, werde „immer unentschuldbar bleiben”, sagte der Hauptangeklagte an die Familie Lübcke gerichtet.

Widerruf vom Widerruf

Im Juni 2019 war der CDU-Politiker Lübcke auf der Terrasse seines Wohnhauses erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft E. vor, Lübcke aus rechtsextremer Motivation getötet zu haben. Der 46-Jährige hatte den Mord bereits in seiner ersten Vernehmung wenige Tage nach seiner Festnahme gestanden. Damals erklärte er noch, allein gehandelt zu haben, widerrief das Geständnis allerdings kurze Zeit später. In der zweiten Version schilderte er – diesmal im Beisein eines Anwalts – die Tat gänzlich anders: Demnach habe nicht er, sondern sein mutmaßlicher Komplize H. die Waffe gehalten, als sich versehentlich ein Schuss aus der Waffe gelöst habe.


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Gesellschaft

Das, was fehlen wird”: Ein Nachruf auf Addendum

Stefan Juritz

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am

Die Rechercheplattform Addendum hinterlässt eine große Lücke in der österreichischen Medienlandschaft.

Kommentar von Stefan Juritz

Die Nachricht verbreitete sich am Dienstag wie ein Lauffeuer: Red-Bull-Chef Didi Mateschitz stellt Addendum ein!  Er und Quo-Vadis-Veritas-Geschäftsführer Michael Fleischhacker seien „nach eingehender, von wechselseitiger Wertschätzung geprägter Diskussion” zum „einvernehmlichen Entschluss gekommen, die Aktivitäten der Stiftung und die Rechercheplattform Addendum einzustellen”, hieß es schließlich in einer kurzen Aussendung.

Wichtige Rechercheplattform

Es ist das überraschende Ende eines ambitionierten Medienprojekts, das letztlich nur drei Jahre lang bestand. Angeblich soll Mateschitz seit 2017 rund sieben Millionen Euro in den Aufbau einer Rechercheplattform für investigativen Journalismus fernab des klassischen „Mainstreams” gesteckt haben. „Das, was fehlt” wollte Addendum zeigen.

Gerade zu Beginn wurde das Projekt sehr kritisch und teilweise auch mit einer großen Portion Neid betrachtet. Doch Addendum lieferte von Anfang an hochwertige Arbeit ab. Bereits die erste Recherche zum Thema „Asyl” hob sich sehr positiv von den etablierten Medien ab. Es folgten zahlreiche weitere Projekte zu den verschiedensten Themen und Addendum konnte sich einen guten Ruf als sachliches und kritisches Medienprojekt erarbeiten. Speziell im Zuge der Corona-Pandemie war Addendum ein sehr wichtiges – und fast das einzige – Gegengewicht zu den vielen regierungsfreundlichen Medien, die lieber Sonderförderungen kassierten, anstatt die Corona-Maßnahmen kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus konnte die Rechercheplattform gerade auch im Bereich des Datenjournalismus glänzen.

Zu geringe Reichweite

An der Qualität der Arbeit kann das Einstampfen des Projekts also nicht gelegen haben. „Trotz erheblichen Mitteleinsatzes” und „einer Reihe erfolgreicher und relevanter Rechercheprojekte” sei es „insgesamt nicht gelungen”, die Zielsetzungen der Stiftung in „ausreichendem Maß” zu erfüllen, begründete Red Bull den Schritt. Addendum wurde wohl schlicht zu wenig gelesen; in Anbetracht der finanziellen Mittel blieb die Reichweite zu gering.

Das Einstellen der Rechercheplattform, die sich immer als Ergänzung zum „Mainstream” verstanden hat, ist ein Verlust für die heimische Medienlandschaft. Addendum war nicht „rechts” oder „patriotisch”, wie Linke dem Projekt oft vorwarfen, aber sachlich und unaufgeregt. Es hinterlässt eine große Lücke: „Das, was fehlen wird.”


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Gesellschaft

Rechercheplattform „Addendum” stellt Arbeit ein

Stefan Juritz

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am

Nach knapp drei Jahren ist Schluss. Die Medienplattform habe ihre Zielsetzung nicht ausreichend erfüllt, heißt es in einer Aussendung.

Salzburg. – Das österreichische Medienprojekt Addendum stellt seine Aktivitäten ein. Das gab die von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz gegründete Quo Vadis Veritas Privatstiftung in einer Aussendung am Dienstag überraschend bekannt. „Nach eingehender, von wechselseitiger Wertschätzung geprägter Diskussion sind Dietrich Mateschitz als Stifter der Quo Vadis Veritas Privatstiftung und Michael Fleischhacker als Geschäftsführer der Quo Vadis Veritas Redaktions GmbH zu dem einvernehmlichen Entschluss gekommen, die Aktivitäten der Stiftung und die Rechercheplattform Addendum einzustellen”, heißt es in der Aussendung.

Zielsetzung nicht erfüllt

Der Grund: „Trotz erheblichen Mitteleinsatzes” und „einer Reihe erfolgreicher und relevanter Rechercheprojekte” sei es „insgesamt nicht gelungen”, die Zielsetzungen der Stiftung in „ausreichendem Maß” zu erfüllen. Mateschitz wolle sich bei seiner Unterstützung journalistischer Aktivitäten stattdessen stärker auf „lösungsorientierte Projekte jenseits der politischen Alltagsauseinandersetzungen” konzentrieren.

Addendum wurde im Jahr 2017 gegründet. Herausgeber und Chefredakteur ist Michael Fleischhacker, der sich mit Niko Alm die Geschäftsführung teilt.


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