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Kultur

MDR-Rauswurf wegen Kritik: Fans starten Petition für Uwe Steimle

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild (MDR-Gebäude in Leipzig): Geisler Martin via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Die Entscheidung des MDR, die Zusammenarbeit mit dem beliebten Unterhaltungskünstler Uwe Steimle aufzukündigen, sorgt für breite Kritik. Nun kommen ihm seine Fans zu Hilfe.

Leipzig. – Maßgeblich für die Entscheidung, den Kabarettisten vor die Tür zu setzen, war der Bild zufolge unter anderem ein Interview in der konservativen Jungen Freiheit im Vorjahr. In diesem warf er den öffentlich-rechtlichen Angeboten vor, eine mangelnde Staatsferne zu pflegen. Den ARD-Journalisten Claus Kleber verglich er dabei mit dem DDR-Propagandisten Karl-Eduard von Schnitzler alias „Sudel-Ede”.

Steimle: „Das ist für mich ein Berufsverbot”

Für den Mitteldeutschen Rundfunk ist die Begründung für das Steimle-Aus klar. „Wiederholt” habe dieser „die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage gestellt”. Neuerliche Kritik am MDR zeige „mangelnde Loyalität” gegenüber dem Sender, dies mache eine weitere Zusammenarbeit „unmöglich”. Man habe bereits nach dem JF-Interview klargemacht, dass seine Aussagen „nicht akzeptabel” seien.

Steimle zeigte sich gegenüber ebendieser Jungen Freiheit entsetzt: „Das ist für mich ein Berufsverbot und nichts anderes. Das erinnert mich an finsterste Zeiten.” Bereits zuvor hätte ihm der Sender verboten, sich in seiner Sendung Steimles Welt, die seit 2013 lief, satirisch zu äußern. Der für seinen markanten sächsischen Dialekt bekannte Humorist sieht darin eine Aufforderung zur „Selbstzensur”.

Humorvolle Sendung zeigte mitteldeutsches Leben

Das Erfolgsrezept seines Leibformates war dessen Publikumsnähe: In drei bis fünf Folgen jährlich tourte Steimle mit einem 312er-Wartburg durch das Sendegebiet, besuchte dabei oft einfache Menschen und fragte sie über ihre Lebensrealitäten. Er stellte zahlreiche kleine Betriebe ebenso vor wie Kuriositäten, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten. Damit machte er die regionale Kultur auch abseits der großen Wege für Jedermann greifbar.

Auch so mancher Prominenter kam bei Steimle immer wieder zu verschiedensten Themen zu Wort, darunter ein bekannter Theologe, eine DDR-Radsportlegende oder ein Hallenser Kunstmaler. Immer wieder garnierte er seine 45- bis 90-minütigen Sendungen dabei mit einer gehörigen Portion Humor. Insgesamt erschienen 18 Folgen der Kultserie – die letzte am 17. November.

Fans wollen „einzigartiges Format” erhalten

Seine Fans machen deshalb nun gegen die Absetzung von Steimles Welt mobil. In einer »Online-Petition«, die nach einem Tag bereits über 7.000 Unterstützer findet, appelliert man an die Vernunft der MDR-Intendatin Carola Wille. Es handle sich um ein „einzigartiges Format, das auf unterhaltsame Weise die Menschen und das Leben in Mitteldeutschland dokumentiert”, so der Beitext. Ziel sind 50.000 Unterschriften.

Verantwortlich für die Petition zeichnet Jens Mahlow. Dieser richtet in Meißen ein jährliches Steampunk-Festival aus und ist in der Region auch als Islamkritiker bekannt. Seiner Ansicht nach Missachten die MDR-Verantwortlichen „den Willen der Zuschauer und Beitragszahler”. Eine ähnliche Petition trug bereits im Vorjahr, als eine Absetzung von Steimles Welt erstmals im Raum stand, nach eigenen Aussagen zum Umdenken beim öffentlich-rechtlichen Sender bei.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Peter Hofmueller

    5. Dezember 2019 at 17:54

    Sehr gerne habe ich diese Petition gegen den Maulkorberlass des MDR unterschrieben!
    „Wer sich nicht wehrt ‚lebt verkehrt”!

  2. Avatar

    Schade, Falk

    7. Dezember 2019 at 8:27

    Nur werden sie sich dieses Mal nicht umentscheiden. Leider.

  3. Avatar

    Dieter Blümel

    16. Dezember 2019 at 7:45

    Was will man von einem sich als HEIMATSENDER bezeichnendem Sender erwarten, dessen Musikbeiträge zu gefühlt 80% aus englischen Titeln besteht.
    Es gab einmal unter einem anderen Intendanten eine Zeit, als englische Titel die Ausnahme waren. Da lautete die Werbung auch noch „Die besten Oldies, die besten Schlager”
    Per E‑Mail geäußerte Kritik an diesem Zustand wird einfach nicht beantwortet.
    Ich bezeichne das als Borniertheit. Man sitzt ja sicher im finanziell (auch durch meinen Rundfunkbeitrag) gut gepolstertem Sattel

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Kultur

Zwischen Symbolismus und Syphilis — Künstlerportrait Hugo Simberg

Tino Taffanek

Veröffentlicht

am

ASDF The Devil by the Pot (1897) Hugo Simberg [Public domain] (Ausschnitt)

Hugo Simberg (1873–1917) gilt als einer der wichtigsten finnischen Symbolisten. Sein makaberes von der Krankheit beeinflusstes Werk zeigt oft Teufel, Dämonen oder den Tod. Ein kurzer Überblick über sein Schaffen bis zu seinem frühen Ableben.

Hugo Simberg, geboren im Jahre 1873 als Sohn eines Offiziers, war ein finnischer Maler und ist vor allem für seine mystischen Darstellungen von Engeln, Teufeln und dem Tod bekannt. Nach dem zweijährigen Besuch einer Abendschule für Kunst in seiner Heimatgemeinde und dem Abbruch der Schule zog er 1893 zusammen mit seinem Bruder nach Helsinki, um sich an der dortigen Kunstakademie zu bewerben. Nach einem Probesemester wurde er dort auch angenommen.

Neue Einflüsse in Finnland

In seinem zweiten Jahr auf der Akademie fühlte sich der junge Künstler vom trockenen und altmodischen Lehrbetrieb auf der Akademie zunehmend eingeengt und auch durch Mangel an positiver Kritik begannen in Simberg Selbstzweifel zu keimen. Mitte der 1890er schwappten zunehmend neue künstlerische Einflüsse in Form des Symbolismus nach Finnland, welche von Simberg mehr als nur willkommen geheißen wurden.

Symposium (1894 ) Akseli Gallen-Kallelahhh [Public domain]

Ermutigt von seiner Tante kontaktierte er schließlich Akseli Gallen-Kallela, den führenden Verfechter des finnischen Symbolismus, um bei ihm in die Lehre zu gehen. Er zog daraufhin nach Ruovesi, einer ländlichen Gemeinde im Westen Finnlands, wo Gallen-Kallela sein privates Atelier unterhielt. Der bisher das Leben der Hautevolee gewöhnte Simberg zeigte sich vom einfachen und friedlichen Leben am Land und der Nähe der Natur tief beeindruckt. Später sollten hier einige seiner bekanntesten Werke entstehen.

Erste eigene Werke

Doch allzu bald ist er gezwungen, seine Meinung vom friedlichen Landleben zu ändern, als ihm auch hier die dunklen Seiten auffallen. So bezeichnet er seine Hauswirtin, in einem Brief an seinen Bruder, als schlichtweg verrückt und ihren Mann als mehrmals die Woche betrunken. Auch seine ersten Beiträge zum Herbstsalon der Finnischen Kunstgesellschaft werden von den Kritikern geschmäht. Dennoch entstehen hier weitere vom Lauf der Natur inspirierte symbolistische Werke.

Autumn II (1895) Hugo Simberg [Public domain]

Nur sein Mentor Gallen-Kallela war weiterhin vom Talent des jungen Künstlers überzeugt. Sein Stil entspräche dem Zeitgeist und „dekorative Einfachheit“ sowie „idealisierte Primitivität“ entsprächen den zeitgemäßen Idealen des Symbolismus. Kallela ist es auch, der Simberg seine erste größere Reise, und zwar nach London, ans Herz legt.

Syphilis im Gepäck

Doch bereits zu Beginn der Reise ist Simberg in schlechter Stimmung. Ob wegen des mangelnden Erfolgs seiner Kunst oder aus privaten Gründen, nach seinem Eintreffen in London klagt Simberg in Briefen über Einsamkeit, das schlechte Wetter und darüber „ziellos in hoffnungsloser Sehnsucht umherzutreiben“. Bereits nach einem Monat verlässt er London wieder mit nichts weiter als einem merkwürdigen kleinen Aquarell im Gepäck. Darauf dargestellt ist ein nackter Männerkörper, der in einer wüstenartigen Umgebung liegt und dessen Lenden von einem schlangenartigen Wesen zerdrückt werden. Im Hintergrund entfernt sich eine Frau mit gesenktem Kopf.

Simberg wird, abgesehen von seiner oft dem Tod zugewandten Kunst, von seinen Zeitgenossen als impulsiv und humorvoll beschrieben und soll über ein aktives, wenn nicht sogar ausschweifendes Sozialleben verfügt haben. Aber auch dieses bleibt für ihn nicht ohne negative Konsequenzen. Nach heutigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass Hugo Simberg an Syphilis litt, die vermutlich auch die Ursache für seinen frühen Tod ist. Die schlangenartige Kreatur auf Simbergs einzigem Werk aus der Zeit in London wird von vielen als Verkörperung der sexuell übertragbaren Erkrankung, an der er litt, gesehen.

Der Tod als Begleiter

In der Zwischenzeit fährt Simberg fort, weiter makabre Bilder mit Bezug zum Tod zu produzieren, bevor er 1898 eine weitere große Reise nach Italien antritt, aus der er mit gebrochenem Herzen zurückkehrt. Daraufhin zieht er sich im nächsten Jahr zu Pferde in den Kaukasus zurück und besucht dort seinen Halbbruder, der in dem an der Grenze Europas gelegenem Gebirge als Eisenbahningenieur arbeitete.

The Garden of Death (1896) Hugo Simberg [Public domain]

Langsam stellt sich aber bei Simberg auch beruflicher Erfolg ein. 1903 präsentiert er sein bis heute bekanntestes Werk „The Wounded Angel“ (dt. „Der verwundete Engel) auf dem Herbstsalon, der ihm zu Beginn seiner Karriere so vernichtende Kritiken eingebracht hat. Dieses neue Werk wird aber bereits damals als Triumph gefeiert. Infolgedessen erhält er den Auftrag, die Fresken für den neu erbauten Dom von Tampere zu malen. Um sich auf diese Aufgabe vorzubereiten, reist er erneut nach Italien, der Wiege der Freskenmalerei.

The Wounded Angel (1903) Hugo Simberg [Public domain]

Nachdem er diese Mammutaufgabe beendet hatte, schlägt jedoch erneut die Krankheit zu und Simberg reist nach Wiesbaden, um sich in dem alten Kurort zu erholen. Bei der Weihe des Doms befindet sich Simberg weiterhin in einem Sanatorium. Das Fresko selbst löste mit seiner Verbindung zwischen künstlerischen und religiösen Ambitionen als für Finnland neue Art von Gesamtkunstwerk eine Kontroverse aus. Aufgrund der dargestellten Nacktheit wird sogar die Forderung nach einer Zensur des Kunstwerks laut. Dieses Vorhaben scheitert jedoch und das Fresko wird für Simberg zum Erfolg, für den er mit Glückwünschen überschüttet wird.

Ein lang gehegter Traum

1907 folgt für Simberg der nächste Karrieresprung. Er nimmt eine permanente Lehrtätigkeit an der Kunstakademie, auf der er einst selbst studiert hatte, an. Im folgenden Jahr verliebt er sich in eine seiner Studentinnen, die er zwei Jahre später auch heiratet. Sie schenkt ihm zwei Kinder. So erfüllt sich für Simberg, nach gebrochenem Herzen und dem Leiden an einer Geschlechtskrankheit, der lang gehegte Traum einer glücklichen Ehe und einer Familie doch noch.

Diese Veränderung macht sich auch in den Werken Simbergs bemerkbar. Dominierten früher symbolistische Darstellung von Krankheit und Tod sein Schaffen, so treten nun vermehrt Portraits in den Vordergrund. Unter anderem auch von seiner Familie wie in „Towards the Evening“ (dt. „In Richtung Abend”), welches Vater und Sohn von Simberg zeigt. Vier Jahre nach „Towards the Evening“, und ohne ein weiteres bekanntes Werk geschaffen zu haben, erreicht Simberg schließlich 1917 seinen eigenen Lebensabend, den er mit dem Titel eines seiner letzten bekannten Werke in prophetischer Weise voraussah.

Towards the Evening (1913) Hugo Simberg [Public domain]

Später Ruhm

Zwar erzielte Simberg auch Zeit seines Lebens einige beachtliche Erfolge, aber wie bei so vielen Künstlern stellte sich auch bei ihm der Großteil des Ruhmes erst posthum ein. Knapp 90 Jahre nachdem Simberg von der Syphilis dahingerafft wurde, gewann sein Meisterwerk „The Wounded Angel” eine von der finnischen Nationalgalerie abgehaltene Wahl zum „Nationalgemälde Finnlands“.

Sogar in der zeitgenössischen Popkultur konnte Simberg Einfluss entfalten. Die finnische Symphonic Metal-Band Nightwish, welche international bekannt und die weltweit erfolgreichste finnische Band ist, veröffentlichte 2007 ein von Simberg inspiriertes Musikvideo. Das Video zur Single „Amaranth“ basiert auf seinem Werk „The Wounded Angel“.

Vereint mit dem so oft von ihm dargestellten Tod wurde ihm endlich auch der in jungen Jahren erträumte Ruhm zuteil und er kann mit Fug und Recht als einer der größten Maler Finnlands bezeichnet werden. Möge der Tod als Simbergs treuer Begleiter auch dieser späten Hommage an den finnischen Künstler lauschen.

Death Listens (1897) Hugo Simberg [Public domain]

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Kultur

20. IfS-Winterakademie: Lesen als Kernthema für junge Rechte

Gastautor

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ASDF Die Teilnehmer der 20. IfS-Winterakademie lauschen gebannt einem Vortrag von IfS-Leiter Erik Lehnert. Bild: © Sezession im Netz via Twitter.

Über 150 junge politisch Interessierte fanden sich vergangenes Wochenende zur bereits 20. Winterakademie des Instituts für Staatspolitik (IfS) in Schnellroda ein. An drei Tagen konnten die Teilnehmer interessanten Vorträgen lauschen und die gute Möglichkeit zur Vernetzung nutzen.

Gastbeitrag von Roman Möseneder

Zweimal im Jahr reisen zahlreiche junge Aktivisten und Interessierte verschiedenster politischer Organisationen und Strukturen der politischen Rechten nach Sachsen-Anhalt in das kleine Dorf Schnellroda, um sich zu vernetzen, gemeinsam zu singen und den zahlreichen inspirierenden Theorievorträgen zu folgen.

Erster Tag: Geschichten, Gedanken, Gesang

Nach einem kurzen Gastauftritt des AfD-Politikers Björn Höcke eröffnete Institutsleiter Dr. Erik Lehnert die Akademie offiziell und gab dem randvoll gefüllten Saal eine theoretische Einführung in das Leitthema der „Winterakademie”. Unter dem Motto „Lesen” wurden acht Vorträge und eine Arbeitsgruppe abgehalten.

Den ersten Vortrag des Tages hielt der serbische Politikwissenschafter Dr. Dušan Dostanić. Er referierte über die „politische Romantik” und hob dabei die aus ihr hervorgehenden deutschen Kultur- & Volkstheorien hervor. Den abschließenden Vortrag des Tages hielt Dr. Erik Lehnert. Er sprach über „Geschichtendenker” wie Hanno Kesting oder Armin Mohler. Ein gekürzter Vortragstext erscheint in der Februar-Ausgabe der Sezession.

Es folgte ein freier Abend mit zahlreichen Gesprächen und gemeinschaftlichem Gesang. In lockerer Atmosphäre konzipierten junge Rechte neue Projekte oder loteten Möglichkeiten zur Zusammenarbeit parlamentarischer mit außerparlamentarischen Gruppen aus.

Zweiter Tag: Ein Portfolio der politischen Lektüre

Der zweite Akademietag begann mit dem Vortrag „Warum lesen?”. Daraufhin referierte Benedikt Kaiser über linke Lektüren und gab dem jungen Publikum einen Leitfaden zur ertragreichen Lektüre linker Theorie. Der Politikwissenschafter nannte Namen wie Zizek, Mouffe und Marx. Nach dem Mittagsessen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit im Verlagslager zu stöbern.

Nachmittags fuhr Martin Lichtmesz mit seinem Vortrag über rechte Klassiker fort. Den Teilnehmern wurde ein persönlicher Streifzug durch Mohlers Leseerfahrungen und Lehren geboten. Als Tagesabschluss sprach Professor Dr. Felix Dirsch über einen abendländischen Lektürekanon. Wer den europäischen Geist verteidigen will, müssen diesen zuerst kennen und in sich aufnehmen, so der Referent.

Nach Beendigung des formellen Teiles fanden die Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen zusammen und diskutierten über rechte Periodika, Lesefaulheit und bewegende Lektüre.

Letzter Tag: Volk, Lesen, Widerstand

Den Sonntagmorgen eröffnete Dr. Dr. Thor v. Waldstein mit seinem Vortrag über Volk, Nation und Staat. Er vermittelte Grundbegriffe und Lehren von Max Weber, Werner Sombart und Hannes Freyer. Den Abschluss der 20. Akademie machte Sezessions-Chefredakteur und Antaios-Verlagsleiter Götz Kubitschek mit seinem Vortrag über innere Emigration. Beispiele für eine heutige „Innere Emigration” erkennt Kubitschek unter anderem im Abwägen jeglichen Sprechens auf der Goldwaage. In den kommenden Wochen werden die Vorträge auf Youtube veröffentlicht.

Eine solche Lektüre-Akademie, mit 150 motivierten jungen Menschen, zeigt, dass es noch Kräfte gibt, die sich leidenschaftlicher für Substanz, Theorie und selbstverpflichtende Bildung interessieren als für Koalitionsgedöns und naive, im Kern antipolitische Parteieskapaden”, resümiert Sezession-Autor Benedikt Kaiser. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Kultur

Österreichs Studentenverbindungen laden zum Walzer

Monika Šimić

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ASDF Grazer Akademikerball 2018. Fotocredit: Mario Gimpel

An den kommenden Wochenenden werden Österreichs Verbindungsstudenten in Linz, Graz und Wien traditionellerweise wieder ihr Tanzbein schwingen.

Graz/Wien/Linz. – Die Ballsaison der national-freiheitlichen Studentenverbindungen in Österreich ist eröffnet. Wie schon in den Jahren zuvor finden auch der Grazer und der Wiener Akademikerball wieder statt. Am 18. Jänner geht im Grazer Congress der Akademikerball nun bereits zum 68. Mal über die Bühne. Nur eine Woche später wird beim Wiener Akademikerball in der Wiener Hofburg das Tanzbein geschwungen. Doch nicht nur die Bälle selbst, auch die Demonstrationen gegen diese Veranstaltungen haben beinahe schon Tradition.

Gedankenkfreiheit und Meinungsvielfalt

Der Ball, der vom Grazer Korporationsring (GKR) unter der Führung des Vereins Grazer Hochschülerinnen (VGH) ausgerichtet wird, „gilt als eines der traditionellsten gesellschaftlichen Großereignisse der Hochschulstadt Graz“, wie es auf der Webseite der Veranstaltung heißt. Nennenswerte Änderungen im Ablaub des Ballabends gibt es keine. Eine Besonderheit, wie die Vorsitzende des Ballkommitees Jasmin Hans gegenüber der Tagesstimme betont, ist aber die „farbenfrohe” Polonaise, bei der die Tanzpaare in den Farben ihrer jeweiligen Verbindung eintanzen. Auch der traditionelle Schlusskreis, wo das Grazer Studentenlied gesungen wird, gehört zu den Besonderheiten des Balls, so Hans.

Unser Ball ist durch studentisches Brauchtum geprägt”.

(Jasmin Hans, Vorsitzende des Ballkommitees)

Sie betont auch, dass es vor allem die Besucher sind, die ein Zeichen für Gedankenfreiheit und Meinungsvielfalt setzen, „welches gerade in der heutigen Zeit bewahrt werden muss”, so die Organisatorin abschließend.

Eindrücke vom 67. Akademikerball im Grazer Congress aus dem Jahr 2019

Ball in der Wiener Hofburg

Am 24. Jänner findet dann der Wiener Akademikerball statt. Von 1952 bis 2012 wurde der Ball als „Wiener Korporations-Ball” vom Wiener Korporationsring (WKR) veranstaltet. Anfangs fand der Ball im Wiener Konzerthaus statt, später wurde er in die Hofburg verlegt. Seit 2013 findet der Ball, der nunmehr unter dem Namen „Wiener Akademikerball” veranstaltet wird, ebenfalls in der Wiener Hofburg statt. Organisiert wird er von der FPÖ Landesgruppe Wien.

Kurz darauf feiern die national-freiheitlichen Korporationen auch in Linz am 72. Burschenbundball. Dieser findet am 1. Februar im Linzer Palais Kaufmännischer Verein statt.

Wieder Demonstrationen geplant

Auch für heuer sind wieder Demonstrationen gegen die Traditionsbälle in Graz und Wien geplant. Unter dem Motto „Burschis raus! Demonstration gegen den Burschenschafterball” will das linke Bündnis „Offensive gegen Rechts Steiermark” am 18. Jänner in Graz demonstrieren. Die Demonstration unter dem Motto „Demonstration gegen den FPÖ-Burschenschafterball” am 24. Jänner in Wien wird vom dortigen Ableger des linken Bündnisses organisiert.

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