Verbinde Dich mit uns

Meinung

Kommentar: „Nein, der Nikolaus war kein Türke!”

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild (Nikolaus in Vorarlberg): Böhringer Friedrich via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.5] (Bildausschnitt)

Jährlich wiederholen sich die irrtümlichen Aussagen, wonach der mildtätige heilige Nikolaus angeblich ein Türke gewesen sei. Ein durchschaubares Manöver – das falscher nicht sein könnte.

Kommentar von Julian Schernthaner.

So sicher wie das Amen im Gebet sind rund um den einstigen Bischof aus Myra zweierlei Debatten. Das eine ist die Geschichte, wonach dieser in vielen Kindergärten bereits unerwünscht wäre – was leider in einigen Fällen tatsächlich zutrifft. Und da wäre dann noch die Behauptung, wonach dieser ein Türke sei – und diese findet trotz allen Unsinns sogar in Politik und Medien ihren Niederschlag.

Politik und Medien befeuern Mythos mit

So jubilierte etwa Ismael Tipi, integrationspolitischer Sprecher der CDU mit türkischen Vorfahren, in einem mittlerweile gelöschten Tweet, über den vermeintlichen Umstand einer solchen Herkunft des Bischofs. Und das quer-Magazin des Bayerischen Rundfunks (BR) machte aus ihm einen Türken, welcher Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hätte. Deswegen empfahl es „Wutbürgern”, stattdessen einen „Zipfelmann” zu kaufen.

Nicht, das es schlimm wäre, wenn es sich beim Nikolaus um einen Menschen aus einem fremden Kulturkreis handeln würde. Die Legende um den Bischof spricht für sich, das Teilen mit Anderen als Zeichen christlicher Nächstenliebe hat auch jenseits von Glaubensgrenzen einen schönen symbolischen Charakter. Einzig, man sollte bei der Wahrheit bleiben und nicht mit unwahren Narrativen für genehme Propaganda sorgen.

Hartnäckiger Fehlschluss über griechischen Bischof

Man muss nicht wie meine Wenigkeit einen Studienabschluss in historischer Sprachwissenschaft besitzen, um den zutiefst griechischen Namen zu bemerken. Niko-laos, wörtlich der ‚Sieg(er) des Volkes’, lebte in einem kleinen Ort der anatolischen Halbinsel, ein knappes Jahrtausend bevor die ersten Turkvölker dort einwanderten. Rein politisch war Kleinasien damals eine römische Provinz. Das einzige, was am Nikolaus also türkisch ist, ist die heutige Herrschaft über seinen Lebensmittelpunkt.

Mit dieser kuriosen Logik wäre wohl auch der keltische Galater Eporedorix ein Türke wie die Hethiterkönige Suppiluliuma und Muwatalli. Immanuel Kant wäre Russe, die Slawenmissionare Kyrill und Method aber Griechen. Selbst die historische Verantwortung der Deutschen fürs den NS-Staat wäre plötzlich logisch leugenbar: Rudolf Heß wäre Ägypter, Walther Darré ein Argentinier und Alfred Rosenberg ein Este. Tatsächlich entstammten sie Familien der deutschen Diaspora.

Dauermärchen über ‚islamische Erfindungen’

So weit, so gut. Aber eigentlich geht es bei der Sache nicht nur um die leicht zu entlarvenden Fehlschlüsse, sondern um die beabsichtigte Wirkung. Denn mit diesen will man wohl darlegen, welche kulturellen Einflüsse uns die Herkunftsländer von Einwanderern beschert hätten. Da wird aus einer von Berbern nach Spanien gebrachten persischen Laute mitunter schon mal die – etymologisch übrigens griechische – angeblich „islamische” Gitarre.

Plötzlich schwafelt uns n‑tv etwas von Zahnbürsten hervor, welche der islamische Prophet Mohammed erfunden hätte, weil er auf Zweigen kaute. Auch den von Sklavenhändlern überhaupt erst nach Arabien gebrachte äthiopische Kaffee verdanken wir plötzlich dem Islam, ebenso wie die bereits Archimedes bekannte Idee der Brille. Der Grundtenor: Was uns in der Vergangenheit bereicherte, muss uns auch heute bereichern. Dass ‚arabische Ziffern’ eigentlich indische sind, ist geschenkt.

Leitkultur statt falsch verstandener Toleranz

In einem Schweif falsch verstandener Toleranz überhöht man den kulturellen Einfluss der Herkunftsländer der Migranten auf Europa. Inwiefern kleine und größere Märchen in diese Richtung deren Integration fördern sollen, sei ohnehin dahingestellt. Dies gilt besonders dann, wenn man sogar exemplarische Beispiele europäischer Leitkultur dazu hernimmt.

Zu diesen gehören zweifelsohne auch die zahlreichen mit der Verehrung des heiligen Nikolaus verbundenen Brauchtümer, die allesamt auf unserem Kontinent entstanden. Denn eines ist klar: Ohne eine gelebte Leitkultur, in welche sich Zuwanderer assimilieren könnten, werden wir ihnen darüber hinaus gehende Werte unseres Kulturkreises äußerst schwer vermitteln.

Alle lieben den europäischen Nikolausbrauch

Apropos: Erst vor wenigen Tagen hatte ich die Freude, einen Bekannten in seiner Verkleidung als Nikolaus in unserer Stadt zu begleiten. Strahlende Kinderaugen über die milden Gaben entschädigten für eisige Temperaturen. Einige der so belohnten Kinder hatten erkennbar türkische Wurzeln. Keine der Eltern belehrte uns dabei über die angebliche Herkunft im Dunstkreis ihrer Vorfahren.

Im Gegenteil: Man freute sich doppelt darüber, dass das zutiefst heimische Brauchtum um diesen Tag noch gelebt wird. Die Menschen – egal ob autochthon, zugewandert oder Tourist – rissen sich ums Selfie. Vielleicht sollten Meinungsmacher mit etwas weniger Eifer an der Geschichte herum schwindeln um ihnen einen inklusiven Anstrich zu geben. Nochmal zum Mitschreiben: Nein, der Nikolaus ist kein Türke. Muss er auch nicht sein.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gerard Frederick

    7. Dezember 2019 at 16:49

    Das stimmt alles aber vergessen wird der polnische Diebstahl unsres Kopernikus´ sowie des unvergessenen Künstler´s Veit Stoss, beide Dibstähle von der anglo-amerikanischen Welt in deren Encyclopedia Britannica unterstützt. Auch der deutsche Erfinder der Schiffsschraube wird von den Tschechen geklaut, weil er in Böhmen geboren ward.

  2. Avatar

    Zickenschulze

    12. Dezember 2019 at 0:42

    Bei guten Taten will jeder damit verwandt sein.
    Umgekehrt wird fleißig getrennt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deutschland

Die deutschen Grünen in Zeiten von Corona

Gastautor

Veröffentlicht

am

Gerne wird gesagt, dass die Grünen eine Schönwetterpartei sind. Soll heißen, die lange Liste an Forderungen, die vom Verzicht auf den Verbrennungsmotor über die mehr oder weniger lückenlose Verspargelung der Landschaft mit „Windkraftanlagen“ zur unbegrenzten Aufnahme jedes Einreisewilligen reichen, konnte nur in einer außerordentlich wohlhabenden Gesellschaft aufgestellt werden. Soll zweitens heißen, bei spürbaren Wohlstandsverlusten oder in gesamtgesellschaftlichen Gefahrensituationen erledigen sie sich weitgehend von selbst.

Kommentar von Bettina Gruber

Nun ist anzuerkennen, dass keine moderne (Industrie)gesellschaft künftig je ohne eine Partei auskommen wird, die ökologische Positionen vertritt und dafür sorgt, dass der Totalzerstörung von Naturräumen ein Riegel vorgeschoben wird. Das ist ein berechtigtes und im besten Sinne nachhaltiges Anliegen. Es verschafft grünen Parteien und Umweltorganisationen ihre Legitimität und wird auch von Wählern, die der Ökopartei nicht zuneigen, über weite Strecken geteilt. Kein Wunder, denn Natur- und Umweltschutz sind fundamental konservative Anliegen – unter diesem Gesichtspunkt war es ein großer Fehler zuzulassen, dass sie in die Hände einer utopistisch orientierten Linken geraten konnten, der jeder ideologiefreie Zugriff auf die Dinge fremd ist.

Gnadenloser Lobbyismus und pseudoreligiöser Natur-Fanatismus

Mittlerweile hat sich aus begründeter Sorge längst einerseits ein gnadenloser Lobbyismus, andererseits ein pseudoreligiöser Natur-Fanatismus entwickelt; die beiden vordergründig widersprüchlichen Haltungen ergänzen sich aufs beste. Dies ist insbesondere bei den deutschen Ökos täglich zu besichtigen und wird durch die grünen Reaktionen auf die Corona-Krise gnadenlos sichtbar gemacht. Der wesentlichste Beitrag, den der medial als „Kanzlermaterial“ gehypte Robert Habeck dazu leistete, bestand in der warmen Empfehlung, Gaststättenbetreiber möchten doch die Zeit der erzwungenen Schließung zum Einbau einer energetisch korrekten Heizung nutzen. Der Grünenvorsitzende verlangt das von Menschen, denen gerade ihre Existenzgrundlage wegbricht und die in vielen Fällen nicht wissen, wo sie die nächste Kreditrate hernehmen sollen. Und er verlangt es in Zeiten einer Pandemie, die alle medizinischen und sozialen Systeme vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Nachdrücklicher kann man den Vorwurf, die Grünen würden von ihrem privilegierten Hochsitz im Elfenbeinturm nicht herunterkommen, kaum bestätigen. Die Reaktionen in den sozialen Medien waren entsprechend, ein Twitter ‑Nutzer verglich Habeck gar mit Marie-Antoinette.

Wettbewerb der Populismen

Auch andere Grüne sind in der Realität der Krise offensichtlich nicht angekommen. Während es in Deutschland an Masken fehlt, verlangt Fraktionschefin Göring-Eckardt Solidarität nicht nur mit den europäischen Nachbarn (worüber zu reden wäre), sondern mit großer Geste auch gleich mit Jemen und ganz Afrika.

FFF wiederum ergreift die Gelegenheit, für die Zeit nach Corona fröhlich die Abschaffung der Markwirtschaft mit ihrem leidigen „Profitzwang“ zu fordern.

Der Pokal im Wettbewerb der Populismen dagegen dürfte an den für seinen Aktivismus bekannten Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber für folgende Aussage gehen: „Wer achtlos das Virus weitergibt, gefährdet das Leben seiner Großeltern. Wer achtlos Co2 freisetzt, gefährdet das Leben seiner Enkel.

Dieser durchsichtige Versuch, ein unklares Langzeitrisiko mit einer unmittelbar vor der Tür stehenden Gefahr gleichzusetzen, ist mehr als nur peinlich oder bloß ein Lapsus. Er zeigt, ähnlich wie die Intervention Habecks, eine vollständige Unfähigkeit die eigene Agenda in einer Notsituation hintanzustellen, und sei es nur für ein paar Wochen. Die letzte Forsa-Sonntagsumfrage sieht die Grünen trotz Verlusten immer noch bei stattlichen 17%: Offenbar können Partei und Wählerschaft es sich derzeit noch leisten, die heraufziehende Schlechtwetterfront zu ignorieren.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Deutschland

Pazderski: „Ohne Flügel wird die AfD erfolgreicher sein”

Gastautor

Veröffentlicht

am

Aktuell wird sehr hitzig über den „Flügel” in der AfD gestritten . Die Tagesstimme zeigt in einem Pro & Contra zwei unterschiedliche Positionen. Der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski ist ein Gegner des „Flügels”. Er meint in seinem Gastkommentar: „Ohne Flügel wird die AfD erfolgreicher sein.”

Gastkommentar von Georg Pazderski

Der Verfassungsschutz wird ganz offensichtlich von den Altparteien gegen die AfD instrumentalisiert. Der Rauswurf von Maaßen und die Einsetzung eines Erfüllungsgehilfen Merkels lässt nur diesen Schluss zu: Der neutrale Beamte musste Platz machen für einen braven Altparteisoldaten, der sich in den Kanon der Anti-AfD-Hetze des Establishments nahtlos einordnet. Mit seriösem Handeln einer Behörde hat das alles nichts mehr zu tun. Für mich ist das ein echter Demokratienotstand, dessen Hintergründe offensichtlich sind: Man sucht verzweifelt nach einem Weg, die Erfolgsgeschichte der AfD zu stoppen.

 „Wer das Grundgesetz ablehnt, gehört nicht in die AfD”

In der Folge kämpfen wir an zwei Fronten: Zum einen müssen wir den Verfassungsschutz vor Gericht stoppen. Ein Geheimdienst darf in einer Demokratie niemals gegen die Opposition eingesetzt werden. Zum anderen müssen wir aber auch selber eine klare Position beziehen: Wer das Grundgesetz ablehnt, gehört nicht in die AfD! Der Bundesvorstand muss darum radikale Stimmen in der Partei zum Schweigen bringen und wir müssen uns von diesen Personen trennen. Denn nichts ist dümmer, als dem Gegner seine Munition zu liefern.

Nur durch volle Transparenz kann die Absurdität der Beobachtung schnell wieder beendet werden. Dazu gehört, dass der bisherige Flügel offenlegt, wer bisher zu ihm gehörte. So schützt er die Masse der AfD-Mitglieder, die mit dem Flügel nichts zu tun hatten, vor einer Bespitzelung durch den Inlandsgeheimdienst. Erste AfD-Mitglieder, die mit dem Flügel sympathisierten, haben mittlerweile zu Recht Berührungsängste und distanzieren sich. Es gibt aber auch Hardcore-Flügelanhänger, die jetzt frustriert austreten. Das ist im Sinne der Partei. Um diesen Prozess zu beschleunigen, ist die Auflösung des Flügels ein erster richtiger Schritt. Das kann aber nicht alles sein.

 „Ordnungsmaßnahmen gegen Björn Höcke”

Der nächste Schritt muss sein, zu überwachen, dass der Flügel auch tatsächlich restlos aufgelöst wird. Die Gruppierung hatte eigene Strukturen, führt ein Logo, betreibt einen Fanshop und plant eigene Veranstaltungen. Das muss alles abgewickelt werden. Außerdem muss untersucht werden, ob es schwarze Flügel-Kassen gab und Spenden an der Partei vorbei geleitet wurden. Und wenn Andreas Kalbitz wirklich Mitglied der HDJ gewesen sein sollte und dies beim Eintritt in die AfD verschwiegen hat, kann er natürlich nicht mehr Mitglied sein. Zudem müssen Ordnungsmaßnahmen gegen Björn Höcke wegen seiner verbalen Ausfälle beschlossen werden. Ich erwarte, dass der Flügel bald Geschichte ist, denn wir wollen die bürgerliche Wende in Deutschland. Das schaffen wir aber nicht mit dem Flügel.

Um vorhandene bürgerliche Mehrheiten in konkrete Politik umzusetzen, darf eine Ministerpräsidenten-Wahl wie in Thüringen nicht mehr zum Eklat führen, sondern muss selbstverständlich werden. Höcke und der Flügel tragen einen wesentlichen Teil der Schuld am Scheitern des Erfurter Experiments. Radikale Rhetorik und unnötige Grenzüberschreitungen machen es CDU und FDP schwer, zu begründen, warum sie für eine bürgerliche Wende auf die Unterstützung der AfD setzen sollen.

 „Klare Abgrenzung vom rechten Rand”

Auch die Kollateralschäden sind erheblich: Grüne können sich als Vertreter des Bürgertums aufspielen, die Linkspartei wird hoffähig, obwohl sie in Teilen vom Verfassungsschutz überwacht wird. Union und FDP nehmen von der AfD Abstand und marginalisieren sich weiter. Und die AfD profitiert nicht davon! Wir gewinnen keine neuen Wähler und es ist auch kaum vorstellbar, dass es in den nächsten Jahren einen neuen Versuch geben wird, eine bürgerliche Wende mit der AfD herbeizuführen. Leidtragende sind insbesondere unsere Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, wo nach den Landtagswahlen 2021 eine solche Wende denkbar gewesen wäre.

Wenn die AfD breitere Unterstützung in bürgerlichen Kreisen finden will, dann muss sie sich jetzt noch klarer vom rechten Rand distanzieren. In Deutschland gibt es keinen Spielraum für Rechtsextreme, Antisemiten, Rassisten, Verschwörungstheoretiker und Verwirrte, die zu Gewalt bereit sind. Eine klare Abgrenzung vom rechten Rand wird unsere Feinde nicht davon abhalten, ihre Hetzkampagnen fortzusetzen. Aber eine solche Abgrenzung macht es der AfD einfacher, diejenigen anzusprechen, die uns nicht von vornherein ablehnen. Die Protagonisten des aufzulösenden Flügels sind darum aufgerufen, endlich zum Wohle der Gesamtpartei zu handeln und ihr Sektierertum zu beenden.


Die Gegenposition zu Georg Pazderski nimmt der JA-Funktionär Patrick Pana ein. Er stellt sich hinter den „Flügel” und fordert einen solidarischen Umgang. Hier lesen: „Es ist dem Flügel zu verdanken, dass die AfD noch eine Alternative ist”

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Deutschland

Es ist dem Flügel zu verdanken, dass die AfD noch eine Alternative ist”

Gastautor

Veröffentlicht

am

Aktuell wird sehr hitzig über den „Flügel” in der AfD gestritten. Die Tagesstimme zeigt in einem Pro & Contra zwei unterschiedliche Positionen. Patrick Pana, stellvertretender Landessprecher der Jungen Alternative Hessen, meint, es sei dem „Flügel” zu verdanken, dass die AfD heute überhaupt noch eine echte Alternative ist. In seinem Gastkommentar fordert er deshalb einen solidarischen Umgang.

Gastkommentar von Patrick Pana

Entgegen des medialen Trommelfeuers, bei dem „Flügel” der AfD und ihren maßgeblichen Führungsfiguren Björn Höcke und Andreas Kalbitz, handele es sich um ein undurchsichtiges Konglomerat an Extremisten, deren eigentliche Heimat die NPD sei, der sie nur aufgrund mangelnder Erfolgsoptionen nicht beiträten, zeichnet die Realität ein völlig anderes Bild.

Dem „Flügel”, einem strukturlosen Zusammenschluss, welcher auch als neurechte Ideenströmung innerhalb der Partei bezeichnet werden könnte, fühlen sich mit regionalen Abweichungen, etwa 20–30 Prozent aller Mitglieder verbunden. Die „Erfurter Resolution” stellt dabei so etwas wie die Gründungserklärung dar, das im Laufe der Zeit durch das „Kyffhäusermanifest” und die „Flügelschläge” vervollständigt wurde.

 „Flügel ist Wächter der Gründungsideale”

Die existenzielle Notwenigkeit dieser Ideengemeinschaft bewies sich bereits im Gründungsjahr des Flügels 2015, als der damalige AfD-Bundessprecher Bernd Lucke versuchte, aus dem alternativen Parteienprojekt eine im Mainstream angesiedelte und kernlose Partei zu formen, welche die fundamentalen Herausforderungen unserer Zeit nicht anzupacken gedenken würde.

Bis heute ist es maßgeblich dem „Flügel” und seinen Protagonisten zu verdanken, dass den Sirenenklängen stattlich entlohnter Posten und gesellschaftlicher Akzeptanz im linksliberalen Mainstream widerstanden werden konnte und die AfD ihrem Namen nach bis heute eine „Alternative” zu dem verbrauchten Parteienkartell darstellt. Der „Flügel” ist Wächter der Gründungsideale und Brandmauer zu einem verkommenen Parteienkartell in einem. Durch Björn Höcke als prominenteste Figur vertreten, zeichnet sich der „Flügel” durch drei elementare Kernpunkte aus, welcher ihn von der restlichen Partei unterscheidet:

1.) Das notwendige Verständnis, dass eine wirkliche politische Wende nicht (nur) im Parlament, sondern im sozialen und kulturellen Raum und somit erst einmal in den Köpfen der Bürger stattfinden muss. Folglich ist es von fundamentaler Bedeutung, den vorpolitischen Raum zu „erobern“, sprich die Einbindung metapolitischer Elemente in den täglichen Parteienbetrieb. Die freundschaftliche Kooperation, bei gleichzeitiger Autonomie mit außerparlamentarischen Initiativen, seien es aktivistische, publizistische, popkulturelle, theoriebildende oder sonstige Organisationen, ist unerlässlich. Dem von linksliberalen Medien und Politiker geforderten Distanzierungsfimmel muss konsequent standgehalten werden. Hier hat die Partei nichts aus den katastrophalen Fehlern von FPÖ-Politikern, namentlich Strache und Hofer, gelernt und dieselben Fehler begangen. Die AfD muss Bewegungspartei werden.

2.) Das Verständnis, dass eine „echte Alternative” die großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts nicht mit denselben transatlantischen, neoliberalen und nichtssagenden Phrasen der Altparteien beantworten wird können. Ein solidarischer Patriotismus, ein gesellschafts/- und wirtschaftlicher Identitätsansatz, der der zersetzenden Politik der Etablierten diametral entgegensteht. Ein nahezu revolutionärer Ansatz, denn Heimat und Volk werden nicht als Marktplatz und Humankapital, sondern als eine metaphysische, die reine ökonomische Vernunftslogik übersteigende gemeinschaftliche Verantwortung, für sich, für Vor- und Nachfahren, verstanden.

3.) Die existenziellen Fragen Europas und der gesamten westlichen Welt, vor die uns das 21. Jahrhundert gestellt hat, müssten mittels einer klaren Sprache und direkten Aussagen kommuniziert werden, jedoch ohne chauvinistische Zusätze und dem entsprechenden situationsbedingtem Fingerspitzengefühl, welches in der Politik immer notwendig ist. Sei es der für immer mehr Bürger deutlich sicht- und fühlbare Bevölkerungsaustausch, die sozialen Verwerfungen oder auch die ökologischen Katastrophen; die Zeit der Kaffeekränzchen ist vorbei. Die Bewusstseinswerdung des Volkes für die alles entscheidenden Fragen muss forciert werden.

 „Für eine geeinte AfD”

Der „Flügel” hat Fehler begangen, ebenso wie die sogenannten „Gemäßigten”, und auch ein Höcke oder Kalbitz sind vor konstruktiver Kritik nicht immun. Heute wäre ein solidarischer Umgang innerhalb der Partei mit dem „Flügel”, angesichts dessen Leistungen für die Partei, notwendiger denn je. Für eine geeinte AfD!


Die Gegenposition zu Patrick Pana vertritt der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski. Er ist der Ansicht, dass die AfD ohne den „Flügel” erfolgreicher sein wird. Hier lesen: „Ohne den Flügel wird die AfD erfolgreicher sein”

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings Ihre Hilfe.

Verein für unabhängige Medien- und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Werbung

Beliebt