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Bosnischer Medienbericht: Migranten wollen in neuen Lagern nur „überwintern”

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Migranten im Lager Vučjak / Bild: Mario Kunasek via Screenshot YouTube, "Droht eine neue Asylkrise [Teil 2]" [@01:22 min]

Im Frühling wollen die Migranten, die sich zurzeit in den Lagern im Landesinneren von Bosnien und Herzegowina befinden, Richtung EU aufbrechen, wie sie selbst erklärten.

Sarajevo. – Vor wenigen Tagen wurde das umstrittene Lager Vučjak nahe der kroatischen Grenze geschlossen und die Migranten in zwei Unterkünfte, nämlich in Blažuj und Ušivak, im Landesinneren verlegt (Die Tagesstimme berichtete). Journalisten und das bosnische Rote Kreuz erhielten bisher keinen Zutritt zu den Unterkünften. Die Umbauarbeiten in der Blažuj-Kaserne laufen etwa noch. Die Zustände in den neuen Unterkünften seien laut Auskunft der Migranten aber besser als in Vučjak. Man wolle hier aber ohnehin nur „überwintern”, wie das bosnische Internetportal bljesak.info die Migranten zitiert.

Migranten wollen in die EU

Einer dieser Migranten ist Abdul Rauf. Der aus Pakistan stammende Mann erzählt, dass er bereits einige Male Richtung EU-Grenzen unterwegs war, aber jedes Mal zurückgeschickt wurde. Sein Ziel sei Italien. Ein anderer Migrant, der in der Blažuj-Kaserne untergebracht ist, sagt, dass die neue Unterkunft „um einiges besser” sei als in Vučjak. Hier habe man alles, was man brauche. Ein anderer wiederum kritisiert, dass die Übersiedlung der Migranten aus Vučjak, die überwiegend aus Pakistan stammen, „alles kaputt gemacht” hätte. „Das ist jetzt ein Camp für Pakistaner, doch früher war es ein Camp nur für uns Afghanen, Syrer und Iraker”. Die Stimmung sei nunmehr nicht so gut.

Wie das bosnische Internetportal bljesak.info weiter berichtet, haben Journalisten der Deutschen Welle (DW) mit mehreren Migranten in beiden Lagern gesprochen. Man wolle in den Lagern ohnehin nur „überwintern”, wie diese gegenüber DW betonten. Abdul Rauf etwa meinte, dass er den Frühling „kaum erwarten” könne. Dann werde er nämlich erneut versuchen, die Grenze zu Kroatien und damit in die EU zu überqueren.

Bewohner sorgen sich um Sicherheit

Ein Teil der Bewohner von Blažuj macht sich jedoch Sorgen um die Sicherheit ihrer Kinder. „Wir machen uns Sorgen, wenn unsere Kinder abends von der Schule am Weg Richtung nach Hause sind”. Um diese Zeit würden sich auch viele der Migranten per Bus nach Sarajevo begeben, weshalb die Bewohner die Sicherstellung zusätzlicher Busse fordern. Auch wenn es bisher noch keine Vorfälle gegeben habe, mache man sich dennoch Sorgen. Man wisse ja, dass es in Bihać zu mehreren Zwischenfällen gekommen sei, so einer der Bewohner.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Klasube

    16. Dezember 2019 at 13:32

    Das ist jetzt ein Camp für Pakistaner, doch früher war es ein Camp nur für uns Afghanen, Syrer und Iraker”. Die Stimmung sei nunmehr nicht so gut.
    Die sind sich nicht einmal untereinander grün…
    Was kann man da nur machen? Vielleicht jede Nation für sich in ein Hotel einmieten – jedes nicht so nahe dem anderen, damit keine schlechte Stimmung aufkommt?
    Schließlich müssen wir doch unsere neuen Fachkräfte nach gelungenem illegalen Grenzübertritt auf das süsse Leben in Europa rechtzeitig vorbereiten…!

  2. Avatar

    Heimatvertriebener

    16. Dezember 2019 at 13:55

    Auf die Idee, ihr Kinder auf dem Schulweg zu begleiten, wenn sie um deren Sicherheit besorgt sind, kommt da anscheinend keiner. Wenn die Kinder den Fußweg schaffen, sollte es ihnen ja auch möglich sein. Man könnte sich abwechseln, aber das ist auch so eine Sache.… Oder sollte es etwa an der Zeit fehlen?

    Wie viele Kinder sind da eigentlich? Ich sehe immer nur Männer. Die Frauen hüten wohl inzwischen in der Heimat, wo es ja so gefährlich ist, das Haus,

  3. Avatar

    Klasube

    16. Dezember 2019 at 19:54

    Hallo Tagesstimme-Team,
    hier ein interessanter Artikel zu Ihrer Info:
    anbei ein zum Ausnahmezustand von letzten Donnerstag in Leipzig.
    Hier Hauptsorge von Politik und Presse: Wie kamen die internen Polizei-Aufnahmen ins Netz?
    Es wurden 69 Polizisten verletzt und ganze Strassenzüge verwüstet.

    Hier der Link:
    https://www.youtube.com/watch?v=IbAcHPIfaO4&feature=youtu.be

    Die Mainstream-Medien halten sich bedeckt, wenn es um linke Gewalt geht…!

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Italien verlängert Ausgangsbeschränkungen bis 13. April

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Als das am schwersten vom Coronavirus betroffene Land Europas verlängert Italien seine Ausgangsbeschränkungen um zwei Wochen.

Rom. – Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Coronavirus-Krise demnach bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza heute in Rom im Senat an. Die Beschränkungen galten ursprünglich bis zum 3. April. Bereits Anfang der Woche hatte die Regierung die Verlängerung in Aussicht gestellt. Auch in Österreich gilt die Ausgangsbeschränkung bis 13. April, wobei diese noch verlängert werden könnte.

Kritik an Lockerung der Ausgangssperre für Kinder

Seit 10. März dürfen sich die Menschen in Italien nicht mehr frei bewegen. Schulen und Universitäten hatte man schon Tage vorher geschlossen. Der Druck der Öffentlichkeit wuchs in den letzten Tagen dementsprechend. Eltern, Lehrer und Kinderärzte appellierten an das Innenministerium, die Ausgangssperren für Kinder zu lockern. Spaziergänge von Kindern in Begleitung eines Elternteils nahe der eigenen Wohnung sind nun aufgrund eines neuen Beschlusses des Innenministeriums erlaubt. Sportliche Aktivitäten sind hingegen nicht erlaubt. Protest gegen den Beschluss der Regierung, die Ausgangssperre für Kinder zu lockern, kommt jetzt aus der Lombardei, der von der Coronavirus-Epidemie am stärksten betroffenen Region Italiens. „Ich hoffe, dass die Bürger diese wahnsinnige, sinnlose und verantwortungslose Verordnung ignorieren, zu Hause bleiben und mit ihren Kindern spielen”, so der Gesundheitsbeauftragte in der Lombardei, Giulio Gallera.

Maskenpflicht in Österreich

In vielen Ländern der Welt wurden bisherige Maßnahmen weiter verschärft. In Österreich ist etwa das Tragen von Schutzmasken „spätestens am 6. April” verpflichtend. Diese neue Verordnung gilt vorerst aber nur in Supermärkten und Drogerien, die größer als 400 Quadratmeter sind, später soll es auch für weitere Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel verpflichtend kommen. Wie der Kurier berichtet, sind bei Missachtung der Verordnung auch Strafen geplant. Kontrollieren soll dies voraussichtlich die Polizei.

Neben den MNS-Masken, die den Mund- und Nasenbereich abdecken und im Grunde lediglich die Verbreitung des Virus verhindern, selbst aber keinen Schutz vor Infektion bieten, sind (selbst genähte) Textilmasken ebenso zulässig wie zertifizierte Masken. Diese würden immer noch 71 Prozent aller Partikel abfangen, zertifizierte Masken 86 Prozent. „Jede Maske ist besser als keine Maske”, sagte Hans-Peter Hutter vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien. Dennoch sollten auch diese nicht länger als vier Stunden getragen werden, die Schutzwirkung ist dann nicht mehr gegeben.

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Ungarns Botschafter kritisiert ORF-Berichterstattung über Orbán-Dekret

Julian Schernthaner

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Ein Gesetzesentwurf, der die Notstandsmaßnahmen in Ungarn auf unbestimmte Zeit verlängert, erregt die Gemüter in heimischen Redkationen. Keine Freude mit der Berichterstattung hat der ungarische Botschafter in Wien, Andor Nagy.

Wien/Budapest. – Dieser wandte sich nun in einem offenen Brief an den ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Darin schreibt er, es mache ihn „traurig”, dass der Küniglberg-Sender „gerade in diesen schwierigen Tagen […] mit falschen Informationen, grundlosen Unterstellungen und wilden Spekulationen“ die Zuschauer „einfach irreführt“.

Lob für Österreich – Ungarische Maßnahmen nur temporär

Die österreichische Reaktion auf die Coronakrise hält Nagy für „vorbildlich für ganz Europa”, auch viele seiner Landsleute seien dieser Meinung. Gerade in diesen schwierigen Zeiten besäßen Medien, vor allem auch öffentlich-rechtliche eine „wichtige Rolle”. Gleichzeitig hätten sie aber auch eine „große Verantwortung” zu faktenbasierter Berichterstattung. Falschnachrichten könnten dabei „Schaden verursachen”.

Genau diese Problematik verortet Nagy nun bei der Darstellung der Vorgänge in seinem Heimatland. Dieses habe durch die Verkündung des Notstands am 11. März bereits sehr früh den „schwierigen Kampf gegen COVID-19” begonnen. Die Befugnisse in einer derartigen Notstandslage regle die ungarische Verfassung. Früher oder später könnten die Regeln wieder außer Kraft treten: „Das Gesetz hat nur so lange seine Gültigkeit, die aufgrund der Pandemie angeordnete Notsituation anhält – und nicht länger.“

Botschafter sieht „keine Gefahr für die Demokratie”

Vorwürfen, wonach Ungarn unter Orbán nun in Richtung einer „Art Diktatur” gerate, widerspricht der Botschafter vehement. Der Ministerpräsident verrichte „ganz im Gegenteil” lediglich seinen Job, unternehme „alles, um sein Land gegen COVID-19 effektiv zu schützen“. Gefahr für die Demokratie sieht Nagy keine, alles habe einen verfassungsrechtlichen Rahmen und das Parlament könne die Befugnisse jederzeit wieder einschränken.

Die ungarische Regierungspartei FIDESZ hatte vor der Abstimmung im Plenum herausgestellt, dass die Sondervollmachten nicht für alle Bereiche gelten sollen, sondern nur für solche, die der Bekämpfung der Pandemie dienlich sind. Dennoch sprachen mehrere Medien, darunter die Krone, Orbán habe das ungarische Parlament „entmachtet”. Neben der Möglichkeit, per Dekret zu regieren erregen auch Gefängnisstrafen für den Bruch von Quarantänevorschriften oder für Falschnachrichten die Gemüter der Kritiker.

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Alan Kurdi” wieder in See gestochen

Monika Šimić

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Trotz der weltweiten Corona-Krise stach die „Alan Kurdi” wieder in See. Für den Vorsitzenden der Organisation „Sea-Eye” grenzt das an ein „Wunder”.

Madrid. – Das deutsche NGO-Schiff „Alan Kurdi” ist nach zweimonatiger Pause wieder im Einsatz. Wie die Organisation unlängst mitteilte, habe das Schiff mittlerweile internationale Gewässer erreicht. Die spanischen Behörden hätten zuvor grünes Licht zum Auslaufen gegeben.

Einsatz trotz Corona-Krise

Das Schiff wird die libysche Such- und Rettungszone voraussichtlich am Wochenende erreichen. „Meine Crew ist trotz aller Schwierigkeiten angetreten, trainiert und einsatzbereit. Wie könnten wir jetzt im Hafen bleiben, während kein einziges Rettungsschiff im Einsatz ist?”, sagte die deutsche Kapitänin Bärbel Beuse, die die „Alan Kurdi” bereits zum zweiten Mal führt.

Dass das Schiff mitten in der Corona-Krise ablegt, erklärte der Vorsitzende der Organisation, Gorden Isler, so: „Sea-Eye wurde gegründet, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Jedes Leben besitzt einen unschätzbaren Wert. Kein Menschenleben ist entbehrlich oder weniger wertvoll.” Allerdings könnte es inmitten der Pandemie sehr schwer werden, einen sicheren Hafen zugeteilt zu bekommen, falls das Schiff Menschen an Bord nimmt. Deshalb stehe Sea-Eye in engem Kontakt mit den deutschen Behörden, so Isler.

Besondere Vorkehrungen an Bord

Die Einsatzleitung habe wegen der Corona-Krise besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, hieß es weiter. Unter anderem sei ausreichende Schutzausrüstung für die Crew an Bord. Wegen der begrenzten Reisemöglichkeiten während der Pandemie sei es bereits seit Wochen keiner NGO mehr gelungen, einen Einsatz zu starten, weil Crewmitglieder nicht zu den Schiffen gelangen konnten. „Es grenzt an ein Wunder, dass wir eine Crew zusammenstellen, trainieren und auf die besonderen Umstände vorbereiten konnten“, betonte Isler.

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