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Uni Wien

Vermummte Linksextremisten verhindern Höbelt-Vorlesung

Die Proteste weit links stehender Akteure gegen die Lehrveranstaltung von Lothar Höbelt gehen in die nächste Runde – und verunmöglichten erstmals deren Abhaltung.

3 Minuten Lesezeit
<p>Bild: Screenshot Twitter.</p>

Bild: Screenshot Twitter.

Wien. – Noch im alten Jahr marschierten Kräfte des linken Randes bereits zweimal in den Hörsaal 50, um ihren Protest gegen die Lehre des konservativen Historikers zu bekunden. In der Woche darauf solidarisierten sich dann wiederum zahlreiche Studenten mit dem ins Kreuzfeuer geratenen Professor – Die Tagesstimme berichtete. Für die Lehrveranstaltung am gestrigen Dienstag mobilisierten dann beide Seiten.

Tätlicher Angriff auf RFS-Bundesobmann

Bereits mehr als eine Woche vor der Vorlesung warb die linksextreme autonome antifa [w] in sozialen Medien dafür, sich an „antifaschistischen Protesten“ zu beteiligen. Diesmal äußerten sie tatsächlich den Wunsch, den Lehrveranstaltungsbetrieb zu „stören“ Am Dienstag fanden sich dann 80 bis 100 Personen ein, die bereits Stunden vor der eigentlichen Vorlesung den Aufgang zum Hörsaal blockierten. Der Großteil dieser Abordnung trat dabei vermummt in der Ästhetik des „Schwarzen Blockes“ auf.

Zur Konfrontation kam es, als sich der Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS), Markus Heim, mit einigen anderen Studenten dem Veranstaltungsort näherte. In einer Aussendung berichtet dieser von tätlichen Angriffen auf seine Person. Bereits nach seiner Ankunft hätte man ihn mit Eiern beworfen, welche einen unbeteiligten Studenten am Kopf verletzt hätten. Kurz darauf hätten ihn „sieben bis acht von hinten kommende Extremisten“ mit Fußtritten und Schlägen malträtiert.

Patriotischer Spontanprotest vor ÖH-Buro

Neben den freiheitlichen Studenten hatte unter anderem auch Martin Sellner, Leiter der österreichischen Identitären, dazu mobilisiert, sich erneut solidarisch mit Höbelt zu zeigen. Wie Sellner gegenüber der Tagesstimme angab, hätten nach der linksextremen Blockade „patriotische Studenten, die in den Hörsaal nicht reingelassen wurden“ stattdessen spontan vor dem Gebäude der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) demonstriert.

Mit dem bereits zuvor verwendeten Banner mit dem Slogan „Linksextreme raus aus der Uni“ habe man dort eine „Kundgebung“ veranstaltet. Man protestiere dabei gegen „von der ÖH geduldete und zum Teil mitinitiierte Angriffe auf friedliche Studenten und insbesondere die tatsächlich stattgefundene Hinderung eines Professors seinen Hörsaal zu betreten und seinen Hörsaal abzuhalten“.

Universität distanziert sich teilweise

Die Universität selbst distanzierte sich am Abend auf Twitter teilweise von den Vorfällen. Zwar seien „Protestaktionen […] Teil der Universitätskultur“. Allerdings dürften „Vermummung und Gewaltbereitschaft“ dabei „niemals“ vorkommen. Um eine „Eskalation zu verhindern“, habe der anwesende Sicherheitsdienst die Polizei verständigt, welche den Abbruch der Aktion veranlasste.

Dass die Aktionen zu einer Verhinderung der Lehrveranstaltung führten, damit hat man jedenfalls bei der Uni Wien keine Freude. Der Grundsatz „Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei” sei eine „Errungenschaft, der alle Universitätsangehörigen in besonderer Weise verpflichtet“ seien. Man richte daher an alle einen „dringlichen Appell“ für eine „freie und offene Gesellschaft einzutreten und zum respektvollen Miteinander beizutragen“.


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