Umfrage

Hochschullehrer empfinden Meinungsklima als intolerant

Auf gendergerechte Sprache verzichten und Rechte zu Podiumsdiskussionen einladen zu dürfen müsste nach Meinung der Mehrheit der befragten Hochschullehrer durchaus erlaubt sein.

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<p>Bild: Hauptgebäude der Universität Hamburg / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:UniHHHauptgebaeude.jpg" title="via Wikimedia Commons">Merlin Senger</a> [<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Hauptgebäude der Universität Hamburg / Bild: Merlin Senger [CC BY-SA] (Bild zugeschnitten)

Berlin. – Eine aktuelle Umfrage, die von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Deutschen Hochschulverband beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass viele Hochschullehrer das Meinungsklima an deutschen Universitäten als einengend und intolerant empfinden, wie die Welt berichtet.

Einschränkung durch Political Correctness

Insgesamt wurden 1.106 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter befragt, von denen 93 Prozent finden, dass in Deutschland „sehr viel“ oder „viel“ Wissenschaftsfreiheit herrsche. Über die USA sagen das 87 Prozent, über China elf Prozent der Befragten. Dennoch sehen sich die Hochschullehrer in Deutschland auf vielfältige Weise eingeschränkt, etwa durch zeitliche Überlastung, überbordende Bürokratie, fehlende Finanzmittel und rigide moralische Standards.

Enthüllungen über die ÖVP

Ein knappes Drittel der Hochschullehrer gab an, sich durch formelle oder informelle Vorgaben zur Political Corectness eingeschränkt zu fühlen. In der medizinischen Forschung werden solche Einschränkungen demnach als am stärksten empfunden (40 Prozent). Bei den Geisteswissenschaftern verspüren 36 Prozent Einschränkungen, vor allem in der Lehre.

Widerstand bei Einladung von „Rechtspopulisten“ erwartet

Außerdem zeigte die Umfrage, dass 79 Prozent der befragten Hochschullehrer der Meinung sind, es müsse erlaubt sein, einen „Rechtspopulisten“ zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. 74 Prozent glauben aber, damit bei der Universität auf erheblichen Widerstand zu stoßen – und zwar entweder durch die Studenten oder durch die Universitätsleitung. Anders fiel das Ergebnis bei der Einladung eines „Linkspopulisten“ aus. Diese würden 84 Prozent der Hochschullehrer befürworten, wobei nur 21 Prozent mit Widerstand rechnen.

Auch zu gendergerechter Sprache befragt

Weiters finden 72 Prozent des Lehrpersonals, man solle sich gendergerechter Sprache verweigern und zum Beispiel „Studenten“ statt „Studierende“ sagen dürfen. 40 Prozent rechnen dabei aber mit Widerstand. Außerdem finden 43 Prozent, dass es zulässig sein müsse, den Klimawandel zu bestreiten – 63 Prozent gehen in diesem Fall von Widerstand aus. Des Weiteren meinen 27 Prozent, es solle erlaubt sein, den Islam als Religion abzulehnen, 20 Prozent den Staat Israel abzulehen, 16 Prozent menschliche Embryonen klonen zu dürfen. Sieben Prozent erheben außerdem auch den Anspruch auf die Freiheit, das Grundgesetz ablehnen zu dürfen.

Proteste gegen Lucke und Höbelt

In Deutschland und Österreich haben linksextreme Studentengruppen bzw. antifaschistische Gruppierungen in den vergangenen Monaten immer wieder gegen unliebsame Professoren demonstriert. Der AfD-Mitbegründer Bernd Lucke musste seine Vorlesung an der Universität Hamburg wegen Tumulten mehr als nur ein Mal abbrechen. An der Universität Wien kam es bei der Vorlesung des FPÖ-nahen Historikers Lothar Höbelt mehrmals zu Störaktionen und Blockaden.

In einem Interview mit der Tagesstimme erklärte Lukas Heim, Bundesobmann des FPÖ-nahen Ringes Freiheitlicher Studenten (RFS), dass diese Entwicklungen „leider kein neues Phänomen“ seien. „Wenn unbescholtene Lehrpersonen mit totalitären Mitteln an der Ausübung ihrer Lehre gehindert werden, dann ist diese Grenze ganz klar überschritten. Wie man auch in anderen europäischen Ländern sehe, werde an den Universitäten „mittlerweile jeder ausgegrenzt, der sich nicht der Meinung der Masse beugt“. Das habe mit der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre nichts mehr zu tun, so Heim.

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