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Gesellschaft

Umfrage: Hochschullehrer empfinden Meinungsklima als intolerant

Monika Šimić

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am

Bild: Hauptgebäude der Universität Hamburg / Bild: Merlin Senger [CC BY-SA] (Bild zugeschnitten)

Auf gendergerechte Sprache verzichten und Rechte zu Podiumsdiskussionen einladen zu dürfen müsste nach Meinung der Mehrheit der befragten Hochschullehrer durchaus erlaubt sein.

Berlin. – Eine aktuelle Umfrage, die von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Deutschen Hochschulverband beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass viele Hochschullehrer das Meinungsklima an deutschen Universitäten als einengend und intolerant empfinden, wie die Welt berichtet.

Einschränkung durch Political Correctness

Insgesamt wurden 1.106 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter befragt, von denen 93 Prozent finden, dass in Deutschland „sehr viel” oder „viel” Wissenschaftsfreiheit herrsche. Über die USA sagen das 87 Prozent, über China elf Prozent der Befragten. Dennoch sehen sich die Hochschullehrer in Deutschland auf vielfältige Weise eingeschränkt, etwa durch zeitliche Überlastung, überbordende Bürokratie, fehlende Finanzmittel und rigide moralische Standards.

Ein knappes Drittel der Hochschullehrer gab an, sich durch formelle oder informelle Vorgaben zur Political Corectness eingeschränkt zu fühlen. In der medizinischen Forschung werden solche Einschränkungen demnach als am stärksten empfunden (40 Prozent). Bei den Geisteswissenschaftern verspüren 36 Prozent Einschränkungen, vor allem in der Lehre.

Widerstand bei Einladung von „Rechtspopulisten” erwartet

Außerdem zeigte die Umfrage, dass 79 Prozent der befragten Hochschullehrer der Meinung sind, es müsse erlaubt sein, einen „Rechtspopulisten” zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. 74 Prozent glauben aber, damit bei der Universität auf erheblichen Widerstand zu stoßen – und zwar entweder durch die Studenten oder durch die Universitätsleitung. Anders fiel das Ergebnis bei der Einladung eines „Linkspopulisten” aus. Diese würden 84 Prozent der Hochschullehrer befürworten, wobei nur 21 Prozent mit Widerstand rechnen.

Auch zu gendergerechter Sprache befragt

Weiters finden 72 Prozent des Lehrpersonals, man solle sich gendergerechter Sprache verweigern und zum Beispiel „Studenten” statt „Studierende” sagen dürfen. 40 Prozent rechnen dabei aber mit Widerstand. Außerdem finden 43 Prozent, dass es zulässig sein müsse, den Klimawandel zu bestreiten – 63 Prozent gehen in diesem Fall von Widerstand aus. Des Weiteren meinen 27 Prozent, es solle erlaubt sein, den Islam als Religion abzulehnen, 20 Prozent den Staat Israel abzulehen, 16 Prozent menschliche Embryonen klonen zu dürfen. Sieben Prozent erheben außerdem auch den Anspruch auf die Freiheit, das Grundgesetz ablehnen zu dürfen.

Proteste gegen Lucke und Höbelt

In Deutschland und Österreich haben linksextreme Studentengruppen bzw. antifaschistische Gruppierungen in den vergangenen Monaten immer wieder gegen unliebsame Professoren demonstriert. Der AfD-Mitbegründer Bernd Lucke musste seine Vorlesung an der Universität Hamburg wegen Tumulten mehr als nur ein Mal abbrechen. An der Universität Wien kam es bei der Vorlesung des FPÖ-nahen Historikers Lothar Höbelt mehrmals zu Störaktionen und Blockaden.

In einem Interview mit der Tagesstimme erklärte Lukas Heim, Bundesobmann des FPÖ-nahen Ringes Freiheitlicher Studenten (RFS), dass diese Entwicklungen „leider kein neues Phänomen” seien. „Wenn unbescholtene Lehrpersonen mit totalitären Mitteln an der Ausübung ihrer Lehre gehindert werden, dann ist diese Grenze ganz klar überschritten. Wie man auch in anderen europäischen Ländern sehe, werde an den Universitäten „mittlerweile jeder ausgegrenzt, der sich nicht der Meinung der Masse beugt”. Das habe mit der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre nichts mehr zu tun, so Heim.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Klasube

    12. Februar 2020 at 13:05

    Die Intoleranz und Einschränkung der grundgesetzlich verbrieften Meinungsfreiheit an Hochschulen ist äußerst alarmierend und es sollte daher bereits den Anfängen mit drastischen Maßnahmen (z.Bsp. Exmatrikulation) gewehrt werden. Hier darf keinesfalls gezaudert werden!
    Die genannten Zahlen sind ja sehr interessant, aber was mich zutiefst bestürzt ist die Aussage: „Sieben Prozent erheben außerdem auch den Anspruch auf die Freiheit, das Grundgesetz ablehnen zu dürfen.”
    Befragt wurden ja immerhin Hochschullehrer, also Menschen in einem öffentlichen Amt bzw. vielleicht sogar beamtet! Personen mit Lehr- und Erziehungsauftrag. Und die lehnen das Grundgesetz ab? Hab’ ich das richtig verstanden, oder ist das schon wieder so ein von oben sanktionslos geduldeter Mißstand?

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Gesellschaft

Deutschland: Erntehelfer aus Osteuropa dürfen teilweise doch einreisen

Joshua Hahn

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Die Bundesregierung hat die Bestimmungen für die Saisonarbeit während der Corona-Krise zumindest teilweise gelockert.

Berlin. – Wie unter anderem „rbb24“ berichtet, haben sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) darauf verständigt, dass insgesamt 40.000 Osteuropäer zur Hilfe bei der Ernte einreisen dürfen – unter strengen Bedingungen. So dürfen diese nur arbeiten, wenn sie einer Gesundheitsprüfung einwilligen. Außerdem dürfen sie nur in Gruppen und per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen. Nach ihrer Ankunft müssen die Helfer für 14 Tage getrennt von anderen Gruppen arbeiten und werden weitestgehend isoliert.

Migranten mit Flüchtlingsstatus sollen ebenfalls helfen

Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat außerdem beschlossen, dass in Deutschland lebende Migranten mit Flüchtlingsstatus ebenfalls bei der anstehenden Ernte helfen sollen, um den Mangel an Arbeitern zu kompensieren: „Wir wollen diese Flüchtlinge in Arbeit bringen – Arbeit dient der Integration“, erklärte Agrarminister Peter Hauk.

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer zeigte sich laut Bericht der „Welt“ ob dieser Forderung wenig begeistert. Da die genannte Gruppe sozialversicherungspflichtig sei, hätten die rumänischen Arbeiter klare Priorität. Sollten diese nicht ausreichen, könnten beispielsweise Studenten, Schüler und Hausfrauen aushelfen.

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Gesellschaft

Merkel: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“

Joshua Hahn

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Angesichts der aktuellen Situation hat die Bundesregierung beschlossen, die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bis nach Ostern zu verlängern. Die Bundeskanzlerin forderte außerdem die Bevölkerung dazu auf, auf Familienbesuche zu verzichten.

Berlin. – Laut Bericht der „Tagesschau“ gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder bekannt, dass die Maßnahmen bis mindestens zum 19. April gültig seien. Insbesondere in Bezug auf die anstehenden Feiertage richtete die Kanzlerin den dringenden Appell an die Bürger, auf Familienbesuche zu verzichten: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“.

 „Weit entfernt“ von Zielen

Merkel zufolge sei man „weit davon entfernt“, die vorgesehenen Ziele bei der Bekämpfung des Coronavirus zu erreichen. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Maßnahmen auch nach der aktuellen Frist fortbestehen müssten. Aktuell zumindest sei eine Lockerung der Maßnahmen „bei weitem“ nicht denkbar.

Laut Bericht der „Bild“ bestätigte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) diese Tendenz und warnte vor „voreiligen Exit-Debatten“ – trotz dem teils positiven Trend in Deutschland. Bislang sind in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern trotz teilweise hoher Zahlen von Erkrankten vergleichsweise wenige Patienten an Covid-19 verstorben.

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Gesellschaft

Grazer Volkskundemuseum sucht Objekte aus dem Corona-Alltag

Monika Šimić

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Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und die verschiedensten Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen.

Graz. – Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat, merkt man schon an der von diesem Thema dominierten medialen Berichterstattung. Weil der Einfluss so groß ist, hat sich das Grazer Volkskundemuseum dazu entschlossen, seine Dauerausstellung neu zu konzipieren. Das Museum will nun Dokumente und Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten des Coronavirus sichtbar machen.

Notizen, Tagebücher, Fotos

Corona erfordert von uns allen neues Alltagshandeln und auch Strategien, mit dieser schwierigen und sich tagtäglich ändernden Situation zurechtzukommen. Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und sammelt deshalb Notizen und Objekte, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen”, beschreibt Kuratiorin Birgit Johler den Aufruf. Es sei ein wichtiges Anliegen, auch Veränderungen und Einschnitte in die Gesellschaft zu dokumentieren, wie es auf der Website des Volkskundemuseums heißt. Gesucht werden daher die unterschiedlichsten Dinge, die den neuen Alltag der Menschen wiederspiegeln. Laut Beschreibung auf der Website fällt eine Aufmunterung für Mitbewohner ebenso darunter wie ein Zeichen nachbarschaftlicher Unterstützung, eine Dankesbekundung für geleistete Hilfe, ein Tagebuch oder Auszüge davon, ein Foto von getroffenen Schutzmaßnahmen in der Arbeit oder ein Familienvideo an die Großeltern.

Jeder kann mitmachen

Auch wenn das Museum seit 7. Jänner geschlossen hat, schlafen die für die neue Ausstellung Verantwortlichen nicht. Man baue bereits um und eröffne im Frühjar 2021, heißt es auf der Seite weiter. Themenbereiche der Ausstellung sollen zunehmender Wohlstand, steigender Konsum, Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration (in die und aus der Steiermark), Umwelt, Gegenkultur und Gegentrends oder etwa „richtig wichtig ‚Steirisches” sein.

Wer dem Museum Objekte für die „Corona-Ausstellung” zur Verfügung stellen möchte, kann über ein Webformular Kontakt mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter aufnehmen und dabei auch gleich Objektvorschläge einreichen. Hier geht’s zum Formular!

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