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Gesellschaft

Alltagsrassismus”: Sarotti-Mohr vorübergehend verhüllt

Monika Šimić

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am

Bild: Werbeschild der "Sarotti"-Schokoladenmarke / Bild: Die Tagesstimme

In Mannheim bleibt der Sarotti-Schriftzug inklusive der beiden Mohren bis zum 8. März verhüllt. Auslöser war eine Debatte über Alltagsrassismus.

Mannheim. – Seit 1918 ziert der „Sarotti-Mohr” das Logo der in Berlin gegründeten Schokoladenmarke Sarotti. Nun wurde im Mannheimer Kulturzentrum Capitol der „Sarotti”-Schriftzug inklusive der Mohren an jeder Seite verhüllt. Auslöser war eine hitzige Debatte, die sich Anfang 2019 entzündet hatte. Kritik folgte im Herbst dann auch bei einer Veranstaltung zum Thema „Alltagsrassismus”.

Installation nur temporär verhüllt

Einige Teilnehmer, die im vergangenen Oktober an einer Veranstaltung zum Thema „Alltagsrassismus” teilgenommen hatten, beanstandeten die Dekoration im Foyer des Mannheimer Capitols. Der künstlerische Leiter des Hauses, Georg Veit, hat den Schriftzug und die beiden Mohren deshalb mit eierschalenweißer Jute und einer geflochtenen schwarzen Schnur ummantelt. „Ich wünsche mir, dass der Betrachter irritiert wird, nachdenkt und dann mit anderen ins Gespräch kommt“, sagte er bei der Vorstellung der Installation. Die Installation soll aber nicht auf Dauer, sondern lediglich bis zum 8. März verhüllt bleiben – so lange findet jetzt auch wieder die Veranstaltungsreihe „Kein Platz für Rassismus” statt.

Sarotti-Mohr „endlich entsorgen”

Ziel der Umgestaltung sei es, die Haltung der Werbefiguren zu verändern. „Sie soll zum Symbol für unseren Wunsch werden, mit unseren Gästen dauerhaft im Gespräch zu bleiben”, erklärten die Betreiber.

Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland bezweifelt, dass die Darstellung umgedeutet werden kann. „Aus unserer Sicht ist ein Beibehalten einer so belastenden Figur wie dem Sarotti‑M* kein geeignetes Mittel, sich mit rassistischen Bildern und Vorstellungen auseinanderzusetzen”, sagt Sprecher Tahir Della. Der einfachste Wege sei, den „Mohr” endlich zu entsorgen. Das gelte auch für zahlreiche Bezeichnungen von Straßen, Cafés und Apotheken mit diesem Wort.

Bei uns bleibt alles beim alten”

Wie die Südwest Presse (SWP) berichtet, hielten viele Mannheimer die Aufregung für übertrieben. Bei einer Umfrage der Lokalzeitung hätten sich außerdem 95 Prozent für den Erhalt ausgesprochen. Die Wirtin des Mannheimer Traditionscafés „Mohrenköpfle”, das gleich gegenüber des Capitols liegt, ist ebenso gegen eine Namensänderung. „Bei uns bleibt alles beim alten. Basta!”, zitiert die SWP die Wirtin.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Michael Buchholz

    14. Februar 2020 at 11:14

    … immer die gleiche (linke / gehirnlose / geschichtslose) Klientel, welche in allen denkbaren Bereichen die Geschichte des Landes „bereinigen” und verbiegen möchte …
    George Orwell hatte seinerzeit schon viel Phantasie diesbezüglich, aber die heutige Realität dürfte Herrn Orwell’s schlimmsten Phantasien bereits weit überflügelt haben …

  2. Avatar

    Klasube

    14. Februar 2020 at 12:15

    …Sarotti”-Schriftzug inklusive der Mohren an jeder Seite verhüllt. Auslöser war eine hitzige Debatte, die sich Anfang 2019 entzündet hatte.”
    Greift Euch mal an den Kopf – Ihr seid wirklich nicht mehr zu retten! Muss wirklich wegen so einer lächerlichen Sache wieder ein Grabenkampf ausgetragen werden? Wer denkt sich denn beim Anblick von den Sarotti-Mohren etwas Böses?
    „…mit rassistischen Bildern und Vorstellungen auseinanderzusetzen”, sagt Sprecher Tahir Della. Mein Gott – was ist denn daran rassistisch? Wenn statt dessen ein „weisser Arier” abgebildet wäre, ist das dann auch „rassistisch”?
    Stellt Euch in’s Freie, damit der Herr Hirn regnen lassen kann…!

  3. Avatar

    Gerard Frederick

    14. Februar 2020 at 15:16

    —–dass der Betrachter irritiert wird. Das kann man wohl sagen. Dieser an den Haaren herbeigezogene Irrsinn irritiert ganz gewaltig.

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Gesellschaft

Deutschland: Erntehelfer aus Osteuropa dürfen teilweise doch einreisen

Joshua Hahn

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Die Bundesregierung hat die Bestimmungen für die Saisonarbeit während der Corona-Krise zumindest teilweise gelockert.

Berlin. – Wie unter anderem „rbb24“ berichtet, haben sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) darauf verständigt, dass insgesamt 40.000 Osteuropäer zur Hilfe bei der Ernte einreisen dürfen – unter strengen Bedingungen. So dürfen diese nur arbeiten, wenn sie einer Gesundheitsprüfung einwilligen. Außerdem dürfen sie nur in Gruppen und per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen. Nach ihrer Ankunft müssen die Helfer für 14 Tage getrennt von anderen Gruppen arbeiten und werden weitestgehend isoliert.

Migranten mit Flüchtlingsstatus sollen ebenfalls helfen

Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat außerdem beschlossen, dass in Deutschland lebende Migranten mit Flüchtlingsstatus ebenfalls bei der anstehenden Ernte helfen sollen, um den Mangel an Arbeitern zu kompensieren: „Wir wollen diese Flüchtlinge in Arbeit bringen – Arbeit dient der Integration“, erklärte Agrarminister Peter Hauk.

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer zeigte sich laut Bericht der „Welt“ ob dieser Forderung wenig begeistert. Da die genannte Gruppe sozialversicherungspflichtig sei, hätten die rumänischen Arbeiter klare Priorität. Sollten diese nicht ausreichen, könnten beispielsweise Studenten, Schüler und Hausfrauen aushelfen.

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Gesellschaft

Merkel: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“

Joshua Hahn

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Angesichts der aktuellen Situation hat die Bundesregierung beschlossen, die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bis nach Ostern zu verlängern. Die Bundeskanzlerin forderte außerdem die Bevölkerung dazu auf, auf Familienbesuche zu verzichten.

Berlin. – Laut Bericht der „Tagesschau“ gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder bekannt, dass die Maßnahmen bis mindestens zum 19. April gültig seien. Insbesondere in Bezug auf die anstehenden Feiertage richtete die Kanzlerin den dringenden Appell an die Bürger, auf Familienbesuche zu verzichten: „Eine Pandemie kennt keine Feiertage“.

 „Weit entfernt“ von Zielen

Merkel zufolge sei man „weit davon entfernt“, die vorgesehenen Ziele bei der Bekämpfung des Coronavirus zu erreichen. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Maßnahmen auch nach der aktuellen Frist fortbestehen müssten. Aktuell zumindest sei eine Lockerung der Maßnahmen „bei weitem“ nicht denkbar.

Laut Bericht der „Bild“ bestätigte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) diese Tendenz und warnte vor „voreiligen Exit-Debatten“ – trotz dem teils positiven Trend in Deutschland. Bislang sind in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern trotz teilweise hoher Zahlen von Erkrankten vergleichsweise wenige Patienten an Covid-19 verstorben.

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Gesellschaft

Grazer Volkskundemuseum sucht Objekte aus dem Corona-Alltag

Monika Šimić

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Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und die verschiedensten Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen.

Graz. – Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat, merkt man schon an der von diesem Thema dominierten medialen Berichterstattung. Weil der Einfluss so groß ist, hat sich das Grazer Volkskundemuseum dazu entschlossen, seine Dauerausstellung neu zu konzipieren. Das Museum will nun Dokumente und Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten des Coronavirus sichtbar machen.

Notizen, Tagebücher, Fotos

Corona erfordert von uns allen neues Alltagshandeln und auch Strategien, mit dieser schwierigen und sich tagtäglich ändernden Situation zurechtzukommen. Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und sammelt deshalb Notizen und Objekte, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen”, beschreibt Kuratiorin Birgit Johler den Aufruf. Es sei ein wichtiges Anliegen, auch Veränderungen und Einschnitte in die Gesellschaft zu dokumentieren, wie es auf der Website des Volkskundemuseums heißt. Gesucht werden daher die unterschiedlichsten Dinge, die den neuen Alltag der Menschen wiederspiegeln. Laut Beschreibung auf der Website fällt eine Aufmunterung für Mitbewohner ebenso darunter wie ein Zeichen nachbarschaftlicher Unterstützung, eine Dankesbekundung für geleistete Hilfe, ein Tagebuch oder Auszüge davon, ein Foto von getroffenen Schutzmaßnahmen in der Arbeit oder ein Familienvideo an die Großeltern.

Jeder kann mitmachen

Auch wenn das Museum seit 7. Jänner geschlossen hat, schlafen die für die neue Ausstellung Verantwortlichen nicht. Man baue bereits um und eröffne im Frühjar 2021, heißt es auf der Seite weiter. Themenbereiche der Ausstellung sollen zunehmender Wohlstand, steigender Konsum, Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration (in die und aus der Steiermark), Umwelt, Gegenkultur und Gegentrends oder etwa „richtig wichtig ‚Steirisches” sein.

Wer dem Museum Objekte für die „Corona-Ausstellung” zur Verfügung stellen möchte, kann über ein Webformular Kontakt mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter aufnehmen und dabei auch gleich Objektvorschläge einreichen. Hier geht’s zum Formular!

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