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Zwecks Ausweisung

Griechenland bringt Migranten aufs Festland

Während Griechenland Migranten weiterhin aufs Festland bringt, um sie dann ausweisen zu können, kommt es an der griechisch-türkischen Grenze immer wieder zu Zwischenfällen.

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<p>Bild: Migrantenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos / Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/oscepa/34318078781">flickr</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a> (Bild skaliert und zugeschnitten)</p>

Bild: Migrantenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos / Bild: flickr CC BY-SA 2.0 (Bild skaliert und zugeschnitten)

Kastanies/Athen. – Die Regierung in Athen bringt weiter Hunderte Migranten aufs griechische Festland. Sie werden dort in geschlossenen Lagern untergebracht und sollen später in ihre Herkunftsländer ausgewiesen werden. Nach Berichten des Staatsrundfunks wurden am Wochenende insgesamt 600 Migranten von den Inseln Samos, Chios und Lesbos in ein Camp in Nordgriechenland verlegt. Bereits vergangene Woche waren mehr als 400 Migranten in ein Lager nach Athen gekommen. Den Angaben zufolge handelt es sich dabei um Migranten, die nach dem 1. März aus der Türkei in Griechenland eingetroffen waren.

Kein Recht auf Asyl

Die griechische Regierung spricht diesen Migranten nun das Recht ab, Asyl zu beantragen und will sie in ihre Herkunftsländer ausweisen. Damit reagierte Athen auf die Ankündigung der Türkei Ende Februar, die Grenzen zur EU für Migranten zu öffnen. Wie örtliche Medien unter Berufung auf die Küstenwache berichteten, setzten am Sonntagvormittag 31 neue Migranten aus der Türkei auf die Insel Lesbos über. Außerdem kam es am Sonntag am Grenzübergang von Kastanies/Pazarkule wieder zu Zwischenfällen. Eine Gruppe von rund 200 Migranten hat dort einen Baum gefällt und damit den Grenzzaun auf griechischer Seite beschädigt. Die griechischen Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und sicherten die Stelle ab.

Räumung der Lager gefordert

Der österreichische Migrationsforscher Gerald Knaus, der auch das EU-Türkei-Abkommen mitentwickelt hat, fordert angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in Griechenland indes die Räumung der dortigen Lager. Es gelte, vielleicht Tausende Coronavirus-Infektionen sowie Todesfälle zu verhindern, sagte Knaus dem Standard. Aufgrund der schlechten Hygienezustände in den Lagern, etwa in Moria, plädierte Knaus für eine Umverteilung der Migranten auf das griechische Festland. Von dort aus sollen diese dann auch auf andere EU-Staaten verteilt werden. Seit heute gilt in Griechenland aber – wie in vielen anderen Ländern auch – eine Ausgangssperre. Menschen dürfen ihre Häuser und Wohnungen nur dann verlassen, wenn sie zur Arbeit oder zum Arzt gehen müssen bzw. Lebensmittel einkaufen wollen.

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