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„Pietätlos“

Freiheitliche kritisieren Anschobers Livestream-Begräbnis-Rat

Scharfe Kritik übten FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz und der oberösterreichische Landesparteichef Manfred Haimbuchner an einer Empfehlung, die Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) an eine Trauergemeinde richtete.

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<p>Bild (Anschober 2019): Bernhard Holub via <a href="https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Rudolf_Anschober_BHO-0749.jpg">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">CC BY-SA 4.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild (Anschober 2019): Bernhard Holub via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Wien. – Vorausgegangen war eine emotionale Nachfrage eines Managers aus Niederösterreich, der am Wochenende seine Großmutter verlor. Weil diese neben 14 Kindern auch 35 Enkel und 40 Urenkel hatte, stellte sich nun die Frage, wer infolge der Beschränkungen in der Coronakrise überhaupt zum Begräbnis darf.

Anschober empfahl, sich über Livestream zu verabschieden

Zu diesem Zwecke richtete sich der Mann per Twitter direkt an Anschober, die Antwort folgte auf dem Fuß. Zuerst bestätigte das Gesundheitsministerium, dass Trauerfeiern nur im engsten Familienkreis möglich seien. Kurz darauf antwortete auch Anschober (bzw. sein Social-Media-Team) und erklärte, dass maximal zehn Personen zulässig seien.

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Angesichts der großen Trauergemeinde riet der grüne Gesundheitsminister der Heute zufolge dabei dazu, die Beerdigung über einen Livestream zu verfolgen. Zahlreiche Bestattungsunternehmen bieten ein derartiges Service derzeit bereits an. Am Dienstag war diese Antwort des Ressortchefs allerdings nicht mehr vorhanden.

Schnedlitz: Anschober-Vorschlag ist eine „Frechheit“

Bereits am gestrigen Montag hatten sich hochrangige Politiker des Mitbewerbers über diesen Ratschlag echauffiert. Der freiheitliche Generalsekretär Michael Schnedlitz sprach in diesem Zusammenhang von einer „Frechheit“, die zudem „respektlos“ sei. Eine Beerdigung soll dem Verstorbenen eine „würdige letzte Verabschiedung“ bereiten, nicht ein „Zusehen bei irgendeinem Ereignis darstellen“.

Daher empfinde er Anschobers Rat für unzumutbar gegenüber den Hinterbliebenen. Auch sonst identifiziert er zweierlei Maß bei der Strenge der Maßnahmen. Sofern man einen Mund-Nasen-Schutz hätte, dürfte man etwa ein Geschäft betreten, selbst wenn sich mehr als zehn Leute in diesem aufhielten. Er warf Türkis-Grün vor „nach den Grundrechten […] auch noch die Würde der Menschen“ anzugreifen.

Haimbuchner: Begräbnis ist keine Unterhaltungssendung

Manfred Haimbuchner, freiheitlicher Landeschef im benachbarten Oberösterreich und dort auch Landeshauptmann-Stellvertreter, sieht die Lage aus ähnlicher Warte. In einem Facebook-Beitrag bekundete er die Ansicht, wonach die Idee Anschobers „an Pietätlosigkeit nicht zu überbieten“ wäre. Seiner Ansicht nach handle es sich bei einem Begräbnis um „keine Unterhaltungssendung“.

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