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Griechenland: Umsiedlung minderjähriger Migranten hat begonnen

Monika Šimić

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Acht EU-Länder hatten sich Anfang März dazu bereit erklärt, unbegleitete Minderjährige aus den Migrantenlagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen.

Athen. – Am Mittwoch begann Griechenland mit der Umsiedlung von mehr als 60 unbegleiteten minderjährigen Migranten aus den Lagern der Inseln Lesbos, Chios und Samos. In der Früh seien zwölf Kinder nach Luxemburg abgeflogen, wie eine Sprecherin des Flughafens von Athen der dpa sagte. Am Samstag sollen 50 Minderjährige aus Griechenland nach Deutschland fliegen, wie das Migrationsministerium in Athen mitteilte.

Nach der Landung in die Quarantäne

Anfang März hatten sich acht EU-Länder, darunter Deutschland, bereit erklärt, 1.600 unbegleitete Minderjährige aus den überfüllten Lagern aufzunehmen. Die türkis-grüne Bundesregierung in Österreich lehnt eine solche Aufnahme indes weiter ab. Wegen der Coronavirus-Pandemie sollen die Migranten, nachdem sie in Deutschland angekommen sind, zunächst für 14 Tage in Niedersachsen in Quarantäne kommen. Danach würden sie auf die Bundesländer aufgeteilt, hatte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums mitgeteilt.

NGO-Schiffe vor Italien und Malta

Unterdessen warten auf den Schiffen „Alan Kurdi“ und „Aita Mari“ fast 200 weitere Migranten auf die Landung in Italien bzw. Malta. Beide Länder haben wegen der Coronavirus-Pandemie alle ihre Häfen geschlossen, auch für Schiffe mit Migranten an Bord. Was in diesen Tagen auf dem Mittelmeer geschehe, sei „unwürdig und beschämend“, so die Organisation Sea-Eye via Twitter.

 

Wieder Migranten Richtung Griechenland unterwegs

Die Situation in Griechenland hatte sich Ende Februar zugespitzt, als nämlich Ankara mit dem Versprechen offener Grenzen zu Griechenland und damit zur EU mehr als 20.000 Migranten angelockt hatte. Einen Monat lang versuchten sie wieder und wieder, den Grenzfluss Evros zu überqueren, oft unterstützt von der türkischen Armee. Doch Griechenland hielt seine Landesgrenzen dicht. Ende März brannten türkische Soldaten die Zeltlager dann ab und transportierten die verbliebenen Migranten in Internierungslager. Dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu zufolge handelte es sich um eine vorbeugende Maßnahme wegen des Coronavirus-Ausbruchs. Damals drohte der Innenminister: „Wenn die Corona-Epidemie vorbei ist, werden wir keinen Migranten davon abhalten, an die türkisch-griechische Grenze zurückzukehren“.

Nun scheint die Türkei tatsächlich dabei zu sein, eine zweite Krise zu inszenieren. Wie etwa die Welt berichtet, bringen Busse Migranten kostenlos an das Mittelmeer, damit sie von dort auf eine der griechischen Inseln übersetzen. Die griechische Küstenwache und Marine haben ihre Patrouille intensiviert, nachdem Geheimdienste und Satellitenbilder den Aufmarsch vom Migranten auf der türkischen Seite der Grenze dokumentiertern, wie es in dem Bericht weiter heißt. „Die Verhinderung der Einreise von Menschen, die illegal ins Land kommen wollen, das ist der Befehl für alle Sicherheitskräfte zu Land und zur See“, sagte Griechenlands Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos am Dienstag.

1 Comment

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  1. Avatar

    Klasube

    23. April 2020 at 14:34

    „Unterdessen warten auf den Schiffen „Alan Kurdi” und „Aita Mari” fast 200 weitere Migranten auf die Landung in Italien bzw. Malta.“
    Versorgt sie mit Treibstoff, Lebensmitteln und Medikamenten und schickt sie dahin, woher sie gekommen sind! Und dann locht diese kriminellen, unbelehrbaren Schlepper endlich ein, damit dieses Drama ein Ende findet.
    „Was in diesen Tagen auf dem Mittelmeer geschehe, sei „unwürdig und beschämend”.
    Was heisst hier unwürdig und beschämend? So eine Unverschämtheit! Funktioniert Humanität und Hilfsbereitschaft nur auf europäischem Boden?
    HILFE ZUR SELBSTHILFE VOR ORT – das muss das Motto sein. Nichts anderes funktioniert…!

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