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Gesellschaft

NRW: Mutmaßliche islamistische Terrorzelle bei Razzien festgenommen

Julian Schernthaner

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Am heutigen Mittwochmorgen kam es in mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen zu Hausdurchsuchungen bei mutmaßlich terrorbereiten Islamisten. 

Düsseldorf. – Wie die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine berichten, handelt es sich bei den Beschuldigten um fünf Tadschiken, die als Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelten. Die Migranten, die zwischen 24 und 32 Jahre alt sind, wurden noch im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt. Die Anordnung zu insgesamt 13 Razzien in Solingen, Neuss, Essen, Wuppertal, Werdohl und Selfkant kam direkt vom Generalbundesanwalt, 350 Einsatzkräfte waren daran beteiligt.

Gruppe kundschaftete wahrscheinlich Terrorziele aus

Die Personen sind kein unbeschriebenes Blatt – bereits länger hatten die Behörden die mutmaßliche Terrorgruppe im Visier. Ermittlungen führten diesbezüglich sowohl der Verfassungsschutz als auch die Düsseldorfer Polizei. Für drei der Männer gilt eine Einstufung als sogenannte „Gefährder“. Darunter versteht man Personen, denen man zutraut, schwere Straftaten zu begehen.

Im vorliegenden Fall standen solche zwar nicht unmittelbar bevor. Allerdings kundschafteten deren Anhänger offenbar bereits massiv für potenzielle Ziele. Infrage kamen dafür etwa US-Militäreinrichtungen in Deutschland sowie das Umfeld eines tadschikischen Dissidenten, der in Deutschland lebt. Diese mögliche Zielperson hatte sich in der Vergangenheit kritische gegenüber den Islam geäußert.

Materialien waren teilweise bereits vorrätig

Einige dieser Informationen stammen auch aus Erhebungen die man zu Ravsan B. (30) machte, der als Kopf der Gruppe gilt. Der wahrscheinliche Rädelsführer der mutmaßlichen Terrorgruppe sitzt bereits seit über einem Jahr in Untersuchungshaft. Für die gesamte Gruppe gilt, dass man von einem intensiven Kontakt zu hochrangigen IS-Kadern in Syrien und Afghanistan ausgeht.

Zwischenzeitlich soll es sogar Überlegungen gegeben haben, in Tadschikistan für die Terrormiliz gegen die dortige Regierung zu kämpfen. Nach der Aufgabe solcher Pläne sollen sie stattdessen Anschläge und Attentate in Deutschland geplant haben. Dabei beschafften sie sich Schusswaffen und Munition.

Angebliche Geldflüsse für Auftragsmord und Terror

Zumindest Ravsan B. soll auch einschlägige Bestandteile für Sprengstoff im Internet bestellt haben. Außerdem besaß er offenbar eine Anleitung für die Konstruktion einer Bombe auf seinem Rechner. Die Ermittler sprechen außerdem von finanziellen Gefälligkeiten vonseiten der Gruppe in Richtung Islamischer Staat, möglicherweise über Agenten in der Türkei. Der Kopf der Zelle steht zudem im Verdacht, 40.000 Euro für einen letztlich abgeblasenen Auftragsmord in Albanien kassiert zu haben.

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