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Nur 2.000 Euro

Schnitzelbär-Wirt zahlt Corona-Hilfe zurück

Gerade die Gastronomie ist von den Corona-Maßnahmen der Regierung stark betroffen und deshalb auf rasche Hilfe angewiesen. Der Geschäftsführer der „Schnitzelbär“-Restaurants in Vorarlberg hat sich nun in einem offenen Brief an die Regierung gewandt.

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Symbolbild: Pixabay [CC0]

Dieter Pichler ist Geschäftsführer der „Schnitzelbär“-Restaurants in Hohenems und Dornbirn. Während des Corona-„Lockdowns“ habe er durch die Schließung seiner Lokale nach eigenen Angaben Umsatzverluste von über 550.000 Euro hinnehmen müssen. Bislang habe er nur 2.000 Euro Hilfe bekommen, was er auf fehlende Arbeitskräfte in der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) zurückführt. Deshalb überwies er das Geld als Spende wieder zurück, damit die Bank mehr Mitarbeiter beschäftigen und dadurch Betrieben schneller das benötigte Kapital zukommen lassen könne.

Offener Brief an Kurz & Kogler

Sehr geehrter Herr Kurz, sehr geehrter Herr Kogler,

mein Name ist Dieter Pichler, des öfteren auch Schnitzelbär genannt, und ich bin seit 14 Jahren mit meinen Schnitzelbär-Restaurants als Selbstständiger in der Gastronomie tätig. Letztes Jahr habe ich mein zweites Restaurant eröffnet und beschäftige 36 bärenstarke Mitarbeiter, die momentan alle in Kurzarbeit sind.

Für mein zweites Restaurant wurden insgesamt über 1 Million Euro investiert, 600.000,– Euro von der Bank finanziert, der Rest aus den versteuerten Gewinnen meines Unternehmens.

Vor knapp zwei Monaten wurden meine Restaurants, wie alle anderen auch, von der Regierung mit einem Betretungsverbot geschlossen. Bis zur Eröffnung an diesem Freitag werde ich deshalb einen Umsatzverlust von über 550.000.- Euro hinnehmen müssen. Alle Löhne und einige Fixkosten wurden natürlich von mir weiter bezahlt.

Dem stelle ich gegenüber, was ich bis dato von der Regierung an Hilfe erhalten habe: Es sind 2.000,– Euro.

Ein entsprechender Antrag auf Unterstützung wurde natürlich bereits eingebracht. Doch im Gegensatz zu meiner Bank, die ich als ausgesprochen kooperativ bezeichnen möchte, agiert die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) für uns Gastronomen existenzgefährdend langsam.

Wenn man bedenkt, dass meine Gastronomie-Kollegen und ich zu der am stärksten betroffenen Branche gehören, ist die Trägheit der ÖHT nicht gerade hilfreich. Unseren Unternehmen wurde die Existenzgrundlage genommen – und ich kann nur allen mein Mitgefühl ausdrücken, die das Gleiche erleben wie ich.

Ich habe mich nun dazu entschlossen, die bereits erhaltene Hilfe in Höhe von 2.000.- Euro wieder an die Wirtschaftskammer, die mir den Betrag ausgezahlt hat, zurückzuüberweisen – mit der dringenden Bitte: Sie soll das Geld der ÖHT zukommen lassen. Die ÖHT kann dann eventuell mehr Mitarbeiter beschäftigen und mit dieser größeren Manpower den österreichischen Gastronomie- und Beherbergungs-Betrieben schneller das benötigte Kapital zukommen lassen.

Ich möchte noch ausdrücklich betonen, dass diese Aktion nicht dazu dient, Regierungskritik zu äußern. Ich persönlich finde die angekündigten Maßnahmen sehr gut und ambitioniert. Ich bekomme dadurch das Gefühl, dass der Ernst der Lage erkannt wurde und an den richtigen Schrauben gedreht wird – oder werden soll.

Trotz alledem glaube ich, meinen Kollegen aus der Seele zu sprechen, wenn die versprochenen Hilfen nicht oder zu langsam bei uns ankommen. Bei mir könnte das durchaus der Fall sein nach den Investitionen letztes Jahr.

(Noch) bärenstarke Grüße aus dem wunderschönen Vorarlberg
Dieter Pichler und bärigstes Team ever

BRIEF AN DIE ÖSTERREICHISCHE STAATSREGIERUNG IN EIGENER SACHESehr geehrter Herr Kurz, sehr geehrter Herr Kogler,…

Gepostet von Schnitzelbär am Montag, 11. Mai 2020

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