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Gesellschaft

Heimat als Trumpf: Beliebtheit regionaler Produkte bekommt neuen Schub

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Zu wissen, woher die einzelnen Produkte und Lebensmittel, die wir täglich zu uns nehmen, kommen, wird für viele Menschen immer wichtiger. Besondere Bedeutung hat Regionalität und ganz allgemein die Herkunft von Lebensmitteln aber während der Coronavirus-Krise bekommen. Aus diesem Grund möchte die Tagesstimme dieses Thema kurz näher beleuchten, bevor der Fokus in den nächsten Wochen wieder stärker auf lokale und überregionale Nachhaltigkeitsthemen gelenkt wird.

Die Regionalität eines Produktes ist für viele Menschen ein zentraler Faktor beim ökologischen, nachhaltigen Einkaufen von Lebensmitteln. Bereits seit einigen Jahren steht der Begriff im Grunde für ein Gegenmodell zur Globalisierung und damit zur räumlichen und sozialen Entfremdung der Menschen. Auch aufgrund der Coronavirus-Krise war in den vergangenen Wochen und Monaten wieder verstärkt von einem Trend in diese Richtung die Rede, weil vielen erst da bewusst wurde, wie wichtig eine starke regionale Wirtschaft, wie wichtig die Verfügbarkeit regionaler Produkte ist.

Einkaufen in der Krise

Das österreichische Gallup Institut hat Anfang April insgesamt 1.000 Personen befragt, um herauszufinden, wie während der Krise einkauft wird und inwiefern sich die Einkaufsgewohnheiten der Menschen verändert haben. Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass der Onlinehandel – wie zu erwarten war – insgesamt zugelegt hat. Auch wenn die heimischen Onlineshops Österreicher nur in einigen Produktgruppen mehr anziehen können als internationale, hat sich gezeigt, dass das Angebot regionaler Produkte das Einkaufsverhalten der Menschen ändern könnte.

Auf die Frage über die Motivation, in Zukunft häufiger bei österreichischen Online-Shops zu kaufen, nannten 61 Prozent das Angebot regionaler oder heimischer Produkte. Zudem gaben 67 Prozent der Befragten an, auch nach der Krise mehr regionale Produkte kaufen zu wollen. Bei heimischen Unternehmen wollen nach der Krise 63 Prozent kaufen. „Die Bedeutung regionaler Produkte und heimischer Unternehmen wird sich auf einem höheren Niveau als vor der Krise einpendeln“, meint Handelsforscher Prof. Dr. Peter Schnedlitz.

Österreicher mit Sympathien für Regionalität

Dass die Mehrheit der Österreicher den Begriff Regionalität sympathisch findet und von einer steigenden Bedeutung der Regionalität ausgeht, hat sich jedoch schon vor Ausbruch der Coronavirus-Krise gezeigt.

In einer vom Institut für Markt- und Sozialanalysen (IMAS) durchgeführten Umfrage, die vom Österreichischen Genossenschaftsverband in Auftrag gegeben, erklärten 89 Prozent der Befragten den Begriff nicht nur sympathisch zu finden, sondern regionale Produkte und Dienstleistungen auch als Beitrag für die heimische Wirtschaft zu sehen.

In der unter 1.000 Befragten durchgeführten Umfrage zeigte sich somit ein deutlicher Trend hin zum regionalen Wirtschaften, wie auch Peter Haubner, Vorstandsvorsitzender des Österreichischen Genossenschaftsverbandes, erklärte.

Bonus für regionale Produkte geplant

Doch auch die heimische Politik widmet sich dem Thema Regionalität nun anscheinend intensiver. Mitte Mai trafen nämlich Vertreter der türkis-grünen Regierung bei einem „Regionalitätsgipfel“ mit Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger und Vertretern der Gastronomie, Nahrungsmittelindustrie und des Lebensmitteleinzel- und Lebensmittelgroßhandels zusammen, um über das Erzielen von mehr regionaler Wertschöpfung in der und über die Coronavirus-Krise zu sprechen.

Geplant ist nun ein „Regional-Bonus“, an dem die Regierung aktuell noch arbeitet. Damit soll der Konsum regionaler Produkte gestärkt werden, wodurch folglich auch die gesamte Volkswirtschaft profitieren würde.

Regionale Produkte auch via Internet kaufen

Aufgrund der Coronavirus-Krise konnten sich verschiedene Plattformen, die Informationen über regionale Unternehmen geben oder regionale Produkte auch direkt anbieten, kürzlich wachsender Beliebtheit erfreuen. Ein Beispiel ist hier etwa die Plattform „Netzwerk Kulinarik“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, nicht nur Produkte, sondern auch Leistungen aus österreichischen Regionen „noch bekannter“ zu machen, wie es auf der Website heißt.

Ein ähnliches Ziel verfolgt auch die Plattform „markta“, die urbane Konsumenten direkt mit regionalen Lebensmittelproduzenten verbindet. Kunden können ihre frischen Produkte einfach über die Plattform bestellen und direkt nach Hause liefern lassen. So werden regionale Bio-Bauernhöfe, Familienbetriebe und Kleinproduzenten, die gegen die etablierte Konkurrenz und die großen Lebensmittelketten kaum Chancen haben, unterstützt und gefördert.

Herkunftskennzeichnung immer wieder Thema

Natürlich spielt in diesem Zusammenhang auch die Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln eine wichtige Rolle. Bereits des Öfteren hat etwa die FPÖ eine Verbesserung in diesem Bereich gefordert. Erst am Mittwoch stand ein Antrag betreffend die lückenlose Herkunftskennzeichnung auf der Tagesordnung im Landwirtschaftsausschuss des Nationalrates.

Bis jetzt sei eine Verbesserung bei der Herkunftsauslobung insbesondere von der ÖVP abgelehnt worden, erklärte der freiheitliche Landwirtschaftssprecher und Nationalratsabgeordnete Peter Schmiedlechner. „Wir hoffen diesmal auf breite Unterstützung, es wurde nämlich wiederholt während der Corona-Krise versprochen, die heimischen Betriebe zu unterstützen. Wie wertvoll unsere Lebensmittel sind, haben wir jetzt alle gesehen“, so Schmiedlechner.

Abwarten, ob sich Bewusstsein ändert

Auf die Wichtigkeit der Herkunftskennzeichnung wies auch der freiheitliche Tourismussprecher Gerald Hauser hin. Für viele Touristen würde der Einsatz regionaler Landwirtschaftsprodukte das Erlebnis erst so richtig abrunden. Zudem würde durch die Land- und Forstwirtschaft auch Pflege der Kulturlandschaft betrieben.

Letztendlich bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit sich die durch die Coronavirus-Krise ins Rollen geratenen Entwicklungen etwa auf die Wirtschaft oder auch das Bewusstsein der Menschen bezüglich der Fragen etwa zu Globalisierung, Regionalität und auch der damit einhergehenden Nachhaltigkeit auswirken werden.


Weiterlesen: 

Österreichische Regierung plant „Regional-Bonus” für heimische Lebensmittel (13.5.2020)

Heimat und Regionalität dürfen keine reinen Worthülsen sein! (Kolumne, 13.5.2020)


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Gesellschaft

Jeder zweite Deutsche empfindet politische Korrektheit als Maulkorb

Julian Schernthaner

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am

Zu einem alarmierenden Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage: Eine knappe Hälfte der Deutschen sieht die volle Meinungsfreiheit nicht mehr gewährleistet. 

Erfurt. – Schockierende 45 Prozent der Deutschen haben einer Erhebung des Meinungsforschungsinstitut Insa zufolge das Gefühl, dass sie ihre Meinung aufgrund politischer Korrektheit nicht mehr vollständig äußern können. Waren es bei Frauen etwas mehr als zwei von fünf (43 Prozent), teilten gleich 48 Prozent der Männer diese Empfindung.

Offener Brief von Prominenten als Anlass für Umfrage

Andererseits sieht ein knappes Drittel der Befragten (32 Prozent) keine Einschränkung seiner Meinungsfreiheit. 14 Prozent wussten keine eindeutige Antwort, neun Prozent verweigerten eine Angabe. Anlass der Beauftragung durch das evangelische Portal Idea war ein offener Brief von 150 Intellektuellen und anderen Prominenten. Diese prangerten ein wachsendes Klima der Intoleranz anprangerte, das offene Debatte zugunsten „ideologischer Konformität” unterdrücke.

Altersunterschiede bei gefühlter Meinungsfreiheit

Auffällig ist die unterschiedliche Empfindung nach Altersgruppen. Am stärksten fühlten sich 40- bis 49-Jährige eingeschränkt, auch bei den Über-60-Jährigen waren es 47 Prozent. Am anderen Ende steht die junge Generation: Fast zwei Drittel glauben, frei Schnauze reden zu können, vergleichsweise geringe 35 Prozent sahen keine Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit. Mehr Sorgen machten sich Bewohner der neuen Bundesländer (50 Prozent) als jene im Westen (45 Prozent).

AfD-Wähler mit meisten Sorgen um freies Wort

Interessant ist auch, dass es zwischen politischen Präferenzen teils eklatante Unterschiede gab. So waren gleich 81 Prozent der AfD-Wähler der Ansicht, dass freie Äußerung nicht mehr möglich sei. Auch FDP-Sympathisanten teilten diese Empfindung mit 63 Prozent überdurchschnittlich oft.

Etwa im Schnitt waren Anhänger der Koalitionsparteien: 45 Prozent der SPD-Fans und 41 Prozent der Wähler der Unionsparteien sahen sich durch politische Korrektheit eingeschüchtert.

Linke und Grüne sehen kaum Einschränkungen

Im Vergleich praktisch keine Verengung der Meinungskorridore empfanden daher Anhänger von Parteien im prononciert linken Spektrum. Waren es bei Linkspartei-Sympathisanten noch 31 Prozent, ist nur jeder vierte Grünwähler dieser Ansicht (26 Prozent).

Das  niedrige Ergebnis könnte ein Indiz dafür sein, dass Sympathisanten linker Parteien am ehesten Ideen anhängen, welche im heutigen Zeitgeist als „politisch korrekt” gelten – und deren Maximen im Umkehrschluss seltener als Einschränkung empfinden.


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Gesellschaft

Marx-Denkmal verhüllt: Staatsschutz nimmt Beatrix von Storch ins Visier

Julian Schernthaner

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Mit Beatrix von Storch ist eine prominente AfD-Politikerin ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Sie hatte nämlich unlängst ein Denkmal von Karl Marx zeitweise mit einem Plastiksack verhüllt. 

Berlin. – Die Aktion ereignete sich am Dienstag als Reaktion auf die Debatte um angeblich rassistische Denkmäler. Während diese in Wien zur mehrfachen Verunstaltung des Lueger-Denkmals führten und in Bristol gar zur gewaltsamen Entfernung der Statue eines auch im Sklavenhandel tätigen städtischen Wohltäters. Der Protest der AfD-Politikerin im Tandem mit einigen Aktivisten der „Jungen Alternative” fiel anders aus.

Protestaktion gegen linken Denkmalsturm

Möglicherweise nahm ihre Aktionen auch Anleihen daran, dass auffällig war, dass vor allem Statuen in Mitleidenschaft gezogen wurden, die linken Ideologen schon länger ein Dorn im Auge sind. Für ihre mehrschichtige Protestaktion verhüllte sie in Berlin ein Denkmal zu Ehren von Karl Marx mit einem schwarzen Müllsack.

Ihrer Ansicht nach unterscheidet sich dessen Vita wenig von jener der Feindbilder der Denkmalstürmer: „Karl Marx war der Vordenker der gewaltsamen Revolution und der kommunistischen Diktaturen, er war darüber hinaus Rassist, Antisemit und Verächter der parlamentarischen Demokratie“, so von Storch.

Laut Berliner Tagesspiegel wollte sie eigenen Angaben zufolge gegen die virulente Debatte protestieren, weil diese „zur Bilderstürmerei verkommen” sei. Gleichzeitig blieben die Idole der Linken wie Marx verschont, unabhängig von deren Lebenswandel.

Von Storch: „Wachsender Einfluss der SED-Nachfolgepartei”

Dass ihre Kritik an Marx als mögliche Staatsgefährdung gesehen werde, zeige wiederum „den wachsenden Einfluss der SED-Nachfolgepartei und linksradikaler Gruppen auf Politik und Behörden“, so das Unverständnis seitens von Storch über die Ermittlungen. Der rot-rot-grüne Senat in Berlin wolle jedenfalls „eine Debatte über den Rassismus und Antisemitismus von Karl Marx mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterdrücken“, so von Storch dem Focus zufolge.


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Gesellschaft

Totaler Kahlschlag droht: Auch Webhoster kündigt Sellner

Julian Schernthaner

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Nachdem große Technologiekonzerne bereits in den vergangenen Tagen die Schlagzahl gegen Identitären-Chef Martin Sellner empfindlich erhöhten, folgt nun die nächste Hiobsbotschaft.

Ismaning/Wien. – Wie der patriotische Aktivist und Vlogger in seinem Telegram-Kanal berichtet, habe ihm nämlich nun auch sein Webhoster ein Kündigungsschreiben zugesandt. Zur Dokumentation teilte Sellner ein anonymisiertes Abbild der Nachricht seiner Hosting-Firma, die ihren Sitz laut Homepage im bayerischen Ismaning hat.

Sellner sieht sich als Ziel eines „digitalen Totalitarismus”

Darin teilt das Unternehmen ihm mit, den Hostingvertrag mit Wirkung zum 26. September zu kündigen. Genauere Informationen – also möglicherweise auch zu den Beweggründen – sollen Sellner auf postalischem Weg zukommen. Dieser erklärt seinen Sympathisanten, dass diese Entscheidung bedeute, dass er mit seiner Homepage umziehen müsse.

Dass die Kündigung ausgerechnet jetzt geschieht, verwundert ihn kaum. „Die Demokratiesimulation wird immer dürftiger und dahinter blitzt der digitale Totalitarismus hervor […]  Die großen Konzerne beugen sich diesen modernen stalinistischen Säuberungen”, so die scharfe Kritik Sellners, nachdem ihm auch die nächste Plattform verloren zu gehen droht.

Ob die Kündigung des Webhostings tatsächlich mit der jüngsten Löschwelle zu tun hat oder nur zufällig zu einer ähnlichen Zeit stattfand, ist noch unklar. Die Tagesstimme bleibt an der Sache dran und wird über eine allfällige Stellungnahme der Hostingfirma berichten.

Einflussreicher Thinktank empfahl Löschungen

Hinter der jüngsten Welle vermutet Sellner eine politische Motivation: „Linke Ideologieeliten aus den USA können jederzeit, jede beliebige Person am Globus auslöschen.” Und tatsächlich – nur wenige Tage bevor Twitter seine Präsenz und über 50 weitere identitäre Konten löschte publizierte eine Mitarbeiterin des einflussreichen „Southern Poverty Law Center” ein Pamphlet, welches sich genau für derartige Schritte aussprach – Die Tagesstimme berichtete.

Wenige Tage später folgte auch der YouTube-Kanal Sellners, der zuletzt etwa 145.000 Abonnenten besaß. Gegen die seiner Ansicht nach widerrechtlichen Sperren will sich der Wiener auch juristisch zur Wehr setzen. Derweilen bittet er seine Fans, seine politische Arbeit auf Kanälen, die ihm noch zur Verfügung stehen – etwa Parler (statt Twitter) oder Bitchute (statt YouTube) zu folgen.


Weiterlesen:

Nächster Schlag: Martin Sellner jetzt auch auf YouTube gesperrt (14.07.2020)

Die Hintergründe zur Twitter-Löschwelle gegen die Identitären (11.07.2020)

Aktion scharf: Twitter sperrt zahlreiche rechte Accounts (10.07.2020)


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