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Gesellschaft

Frankreichs Bischofskonferenz kritisiert geplante Bioethikreform

Monika Šimić

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Die geplante Reform führte im Herbst 2019 zu mehreren Demonstrationen und Protestaktionen. Zu den Befürwortern der Proteste zählte damals auch die Bischofskonferenz.

Paris. – Frankreichs Bischöfe haben die geplante Bioethikreform, deren Gesetzesentwurf bereits im Juli 2019 verabschiedet wurde und auch Proteste ausgelöst hatte, abermals kritisiert. Das novellierte Gesetz öffnet Verfahren der Fortpflanzung mit medizinischer Hilfe – wie künstliche Befruchtung, In-vitro-Fertilisation oder Eizellspende – auch für alleinstehende Frauen und für lesbische Paare.

Nationalversammlung diskutiert Reform erneut

Der Leiter der Bioethik-Kommission der Bischofskonferenz, Erzbischof Pierre d’Ornellas, sagte laut Bericht der deutschem Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) am Montag bei einer Pressekonferenz, dass das Leitmotiv des parlamentarischen Sonderausschusses das „Projekt der Eltern“ gewesen sei. Allerdings müsse die geplante Reform im Lichte der Brüderlichkeit geprüft werden, denn sie gebe Erwachsenen die Macht über Personen, die gezeugt werden, so der Erzbischof. Der Reformvorschlag wird am kommenden Montag wieder in der Nationalversammlung diskutiert.

Umfragen zeigen: Kinder brauchen einen Vater

In diesem Zusammenhang weist d’Ornellas auf Umfragen hin, die zeigen, dass die Bevölkerung nicht mit dem geplanten Gesetzt übereinstimme. Demnach glauben 82 Prozent der Franzosen, dass der Staat kein Recht habe, einem Kind den Vater zu entziehen. 91 Prozent hielten es nicht für „gut“, wenn ein Kind nur von einer Frau aufgezogen werde und 93 Prozent hätten angegeben, dass der Vater eine wesentliche Rolle beim Aufwachsen der Kinder spiele.

„“Die Kathedrale der französischen Bioethik“ werde nicht mit Etiketten wie „progressiv“ oder „reaktionär“ gebaut, so d’Ordellas. Das Argument, die Legalisierung der künstlichen Befruchtung entspreche dem Fortschritt der Technik und dem Lauf der Geschichte, wies der Leiter der Bioethik-Kommission der Französischen Bischofskonferenz als Zeichen von „Resignation, Schwäche und Faulheit der menschlichen Intelligenz“ zurück.

Auch Legalisierung von Leihmutterschaft Thema

Bislang ist künstliche Befruchtung in Frankreich nur heterosexuellen Paaren erlaubt, wenn einer der beiden Partner unfruchtbar ist oder eine schwere Krankheit an das Kind weitergegeben werden könnte. Die Paare müssen verheiratet sein oder seit mindestens zwei Jahren zusammenleben. Im Zusammenhang mit diesem Thema wurde auch die Legalisierung von Leihmutterschaft diskutiert. Diese bleibt laut dem Gesetzesvorschlag zwar weiter verboten. Eric de Moulins-Beaufort, Erzbischof von Reims, zeigte sich aber besorgt, dass sie in einem nächsten Schritt ebenfalls legalisiert werden könnte.

Die Auseinandersetzung um die Öffnung der französisch PMA abgekürzten Therapien für alleinstehende Frauen und lesbische Paare zieht sich quer durch die Parteien. Auch einige Abgeordnete der Macron-Partei „La République en Marche“ (La REM) stimmten gegen die Reform, während einige Konservative und Abgeordnete der linken Opposition dafürstimmten.


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