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Technik

Umstrittene Neuerung: Google Maps kennzeichnet Firmen von Schwarzen

Julian Schernthaner

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Eine skurrile Neuerung im Kartendienst des Software- und Internet-Giganten Google wurde nun eingeführt. Ein spezielles Symbol soll zeigen, welche Firmen einem schwarzen Besitzer gehören.

Mountain View. – Die Neuerung kommt im Sog der weltweiten „Black Lives Matter“-Proteste. Seitdem hätte es in der Suchmaschine der Firma vermehrte Anfragen zu Unternehmen gegeben, die Schwarzen gehören. Das neue Icon ist ein schwarzes Herz in einem orangen Kreis und Teil der „andauernden Bestrebungen für ethnische Gerechtigkeit“ seitens Google. Als Partner dafür konnte man die Interessensgruppe U.S. Black Chambers (USBC) gewinnen.

Emblem soll Unternehmenssuche „inklusiver“ machen

Diese Initiative soll der Jungen Freiheit zufolge auch eine Schulung durchführen, bei der schwarze Unternehmer lernen können, wie sie ihre Produkte auf Google besser vermarkten. Die Bestrebungen von Google, in seinen Applikationen die Suche „inklusiver“ zu gestalten, sind somit nur ein erster Schritt einer Kampagne. Erst einmal gehe es darum, schwarzen Firmeninhabern zu helfen, wenn sie es gerade am dringendsten benötigten.

Dass Google Maps solche Embleme für angeblich benachteiligte Gruppen oder Minderheiten bereitstellt ist übrigens keine Neuerung. Schon seit zwei Jahren können etwa Frauen und Mitglieder der LGBTQ+-Community ihre Unternehmen derartig markieren. Für schwarze Lesben gäbe es dann also drei Möglichkeiten, ihre Firma hervorzuheben. Wie genau Google verifizieren will, dass wirklich Schwarze die Besitzer der Firmen sind, ist laut dem Portal Online Marketing.de noch ungewiss.

Google will „schwarze Community“ unterstützen

Der IT-Riese Google gehört zu jenen namhaften Unternehmen, die sich im Zuge der Rassismus-Debatte dazu verpflichteten, sich zunehmend gegen Rassismus einzusetzen. Aus diesem Grund kündigte der indischstämmige Geschäftsführer Sundar Pichai bereits Anfang Juni an, üppige Geldmittel für die „schwarze Community“ locker machen zu wollen.

Konkret würden – so der Spitzenmanager damals – etwa 12 Mio. US-Dollar an Gruppen und Einrichtungen fließen, welche sich für die „Beseitigung rassistischer Ungleichheit“ einsetzen. Zudem versprach man, insgesamt 25 Mio. Dollar für antirassistische Werbung in der hauseigenen Plattform Google Ad Grants zur Verfügung zu stellen.

Historische Vergleiche und Warnung vor dem Bumerang

Im Netz kommt die Neuerung übrigens nicht überall gut an. Einige Twitter-Nutzer fühlen sich an die historische Rassentrennung in den USA oder die Apartheid in Südafrika erinnert, andere zogen gar Vergleiche zum Deutschland der 1930er-Jahre. Die Neuerung unterscheide sich nur in umgekehrten Vorzeichen, welche Personen einer ethnischen Gruppe bevorzugen sollen, anstatt sie zu diskriminieren, so der Tenor der Kritiker.

Andere Nutzer wiederum fürchten sogar, dass die Initiative zum Bumerang werden könnte. So verweist ein User darauf, dass Menschen sich anhand dieser Zusatz-Info zu einem spontanen Boykott schwarzer Geschäfte verabreden könnten. Tatsächlich schreiben wiederum andere Nutzer, dass das Gadget helfen würde, derartige Läden leichter zu meiden, wenn Weiße mal eine Pause von der Rassismus-Debatte brauchten.


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