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Kultur

Nach Ausladung: Lisa Eckhart soll doch an Literaturwettbewerb teilnehmen dürfen

Stefan Juritz

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Die Kabarettistin Lisa Eckhart wurde vergangene Woche vom „Harbour Front Literaturfestival“ ausgeladen. Jetzt soll sie aber doch auftreten.

Hamburg. – Die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart soll nun doch am Literaturwettbewerb um den Klaus-Michael Kühne-Preis teilnehmen dürfen. Das „Harbour Front Literaturfestival“ habe dem Verlag und dem Management von Eckhart einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, teilten die Veranstalter auf Facebook mit: „Verlag und Management haben angekündigt, sich in der kommenden Woche zu diesem Vorschlag zu äußern.“

Bedrohliche „Cancel Culture“

Eigentlich sollte die Kabarettistin im Rahmen des Wettbewerbs aus ihrem Debütroman „Omama“ lesen. Doch das Veranstaltungslokal „Nochtspeicher“ machte einen Rückzieher und sagte die angekündigte Lesung ab. Man habe sich außerstande gesehen, die „Sicherheit der Besucher und der Künstlerin” zu gewährleisten. „Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind”, zitierte der Spiegel aus internen E-Mails. Man habe aus der Nachbarschaft – „im bekanntlich höchst linken Viertel” – gehört, „dass sich der Protest schon formiert”.

Gegenüber der FAZ erklärte der Mitbegründer der Literaturveranstaltung, Nikolaus Hansen: „Aufgrund der Situation, die sich um Lisa Eckhart gebildet hat, können wir den Wettbewerb, wie wir ihn vorhatten und seit zehn Jahren gestalten, leider nicht mehr machen. Mich erinnert das an Weimarer Verhältnisse. Wir weichen einer Gewalt, aber es gibt auch keinen eleganten Weg, der Gewalt nicht zu weichen.“

Mittlerweile veröffentlichten auch die Betreiber des „Nochtspeichers“ eine Erklärung zur Causa. Laut Bericht der FAZ begrüße man darin, „dass die Ausladung Lisa Eckharts vom Harbour Front Literaturfestival zu einer öffentlichen Debatte führt, diese gesellschaftliche Debatte ist überaus wichtig, um der bedrohlich um sich greifenden ,Cancel Culture‘ Einhalt zu gebieten“. Es sei „alarmierend“, wenn Veranstaltungen „gesprengt oder gewaltsam verhindert werden“, betonten die Betreiber.

Debatte entfacht

Kritiker werfen der Kabarettistin vor, in ihren Stücken rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen. Die Ausladung vom Festival führte nun zu regen Diskussionen über Kunstfreiheit und die sogenannte „Cancel Culture“.

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