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Österreich

Hofer und Rendi-Wagner sprechen sich gegen Corona-Impfpflicht aus

Julian Schernthaner

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Die beiden großen Oppositionsparteien sind sich trotz aller Unterschiede bei der Frage nach einer verpflichtenden Impfung gegen das Coronavirus einig. 

Wien. – Die jüngsten Nachrichten über einen angeblich wirksamen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus aus Russland lassen die Debatten über Immunisierungen hierzulande erneut hochkochen. Die Parteichefs der Freiheitlichen und der Sozialdemokraten lehnen eine Verpflichtung zu einer solchen Schutzimpfung beide ab.

FP-Hofer warnt vor „enormen gesundheitlichen Risiken“

FPÖ-Chef Norbert Hofer nutzte die Neuigkeit, um vor übereiligen Vorstößen zu warnen. Die Menschen in Österreich dürften „nicht als Versuchskaninchen missbraucht werden“. Vor einer Zulassung allfälliger Corona-Impfstoffe seien ausreichende Studien und Tests nötig. Ein solcher Prozess, der auch potenzielle Nebenwirkungen zu erwägen habe, dauere üblicherweise im Schnitt vier Jahre. Nach wenigen Monaten bereits Impfstoffe zuzulassen, bedeute „enorme gesundheitliche Risiken“.

Möglichen Ideen einer „Zwangsimpfung“ erteilte der blaue Spitzenpolitiker eine Absage. Man lebe schließlich in einem freien Land: „Ein Zwang widerspricht dem freiheitlichen Grundgedanken.“ Für den Fall, dass die türkis-grüne Bundesregierung eine Impfpflicht beschließe, will seine Partei „heftigsten Widerstand leisten“. Die Sorge, dass diese tatsächlich in Planung sei, nähre sich auch daraus, dass man im Ministerrat bereits einen Bedarf von 8 Millionen Dosen angemeldet habe.

Rendi-Wagner: Impf-Debatte erst bei Verfügbarkeit führen

Rückendeckung für diese kritische Haltung bekommt Hofer jetzt von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Auch die ehemalige Gesundheitsministerin und ausgebildete Ärztin gibt sich nämlich abwartend. Man könne man Debatten über Pflichten erst seriös führen, wenn ein Impfstoff samt Erkenntnissen über Wirksamkeit und Nebenwirkungen vorliege. Derzeit, so die rote Politikern, stehe allerdings kein tauglicher Impfstoff-Kandidat knapp vor der Zulassung.

Dass ein solcher zeitnah verfügbar ist, zog Rendi-Wagner in Zweifel. Denn eine weitere Herausforderung gebe es auch bei Produktion und Verteilung eines solchen Mittels. Immerhin handle es sich um eine weltweite Pandemie-Situation, in der die ganze Weltbevölkerung derartige Ansprüche anmelden würde. Einen Impfzwang sieht auch sie kritisch: „Ich bin grundsätzlich nicht für eine Impfpflicht.“

Corona-Impfung: Skepsis in der Bevölkerung wächst

Die Frage nach einer Impfung entzweit die Bevölkerung ebenso, wie die Überlegung, ob diese verpflichtend sein soll. Erst im Vormonat erhob eine länderübergreifende Studie, dass sich die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung beinahe europaweit im Sinkflug befindet. So können sich etwa zwei von fünf Deutschen eine Immunisierung derzeit nicht mehr vorstellen. Noch kritischer waren in der Erhebung der Franzosen, nur 56 Prozent können sich in der ‚Grande Nation‘ eine Impfung vorstellen.

Auch in Österreich ist bereits ein Drittel der Bürger kritisch. Wie die Gratiszeitung Heute berichtet, unterscheidet sich die Stimmung je nach politischer Präferenz. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Grün-Wähler gaben sich aufgeschlossen, zudem 65 Prozent der SPÖ- und 61 Prozent der ÖVP-Wähler. Bei NEOS-Fans hielten sich Zustimmung und Ablehnung die Waage. Freiheitliche Sympathisanten sind am kritischsten: Nur ein Drittel (33 Prozent) will die Impfung, 61 Prozent lehnen diese ab.


 

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