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Lampedusa

Allein gestern 26 Migrantenboote eingetroffen

Seit Jahresbeginn sind 21.417 Migranten auf dem Seeweg in Italien eingetroffen, womit die Zahl der Ankünfte drei Mal so hoch ist wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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Symbolbild: Ein Arbeiter beim Anlegen eines Migrantenschiffes in Catania (Sizilien), 2015 / Bild: Metropolico (Bild zugeschnitten)

Rom. – Am Sonntag sind auf Lampedusa 26 Boote eingetroffen. Allein am Sonntagabend landeten elf Boote mit circa 300 Migranten an Bord auf der süditalienischen Mittelmeerinsel, was laut den Behörden einen Rekord darstelle. Aktuell befinden sich im Migrantenlager auf Lampedusa mehr als 1.000 Menschen.

„Alan Kurdi“ nahm 133 Migranten an Bord

Bei den Migranten handelt es sich mehrheitlich um tunesische Staatsbürger. Noch unklar ist, wie viele Personen in den letzten Stunden auf der Insel eingetroffen sind. Unterdessen erreichte das Schiff „Alan Kurdi“ der deutschen Mittelmeer-NGO Sea Eye gestern die Insel Lampedusa und forderte, in einen Hafen einlaufen zu dürfen. An Bord befinden sich 133 Migranten, die im Rahmen von drei Einsätzen aufgenommen wurden, darunter sollen auch 62 Minderjährige sein. Seit Anfang 2020 sind auf dem Seeweg 21.417 Migranten in Italien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 6.543 gewesen. Die Zahl der Ankünfte hat sich damit mehr als verdreifacht. Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie müssen sie sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.

Erneuter Brand auf Samos

Nur knapp zwei Wochen nach dem Großbrand in dem Migrantenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist es auf der Insel Samos außerdem erneut zu einem Brand gekommen. Erst am vergangenen Dienstagabend brannte es dort nach einer mutmaßlichen Brandstiftung, nachdem wegen mehrerer Corona-Fälle eine Ausgangssperre über das völlig überfüllte Lager verhängt worden war. Am Sonntagabend brannte es dann erneut – diesmal im Abschnitt mit den minderjährigen Migranten (Die Tagesstimme berichtete).

Inzwischen wurden nach Angaben der Behörden rund 9.000 der 12.700 obdachlos gewordenen Migranten aus dem Lager Moria in einer provisorischen Zeltstadt auf Lesbos untergebracht. Wie das Lager Moria ist auch das Camp auf Samos völlig überfüllt – statt den vorgesehenen 650 leben dort fast 6.000 Migranten. Neben den schlechten hygienischen Zuständen, die dort vorherrschen, kommt es auch immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Bränden in dem Lager auf Samos.

„Sea-Watch 4“ in Palermo festgesetzt

Während die „Alan Kurdi“ noch auf einen sicheren Hafen wartet, wurde die „Sea-Watch 4“ im Hafen von Palermo festgesetzt. Die Behörden in Palermo begründen dies mit einer falschen Registrierung des Schiffes. Der Einsatzleiter Philipp Hahn spricht von einer „fadenscheinigen Begründung“. Die evangelische Kirche, die auch am Betrieb des Schiffes beteiligt ist, kritisiert die Festsetzung ebenfalls. „Das Seenotrettungsschiff, das alle Sicherheitsvorgaben erfüllt, soll an der Durchführung der nach wie vor notwendigen Rettungsaktionen im Mittelmeer gehindert werden“, kritisierte der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Rekowksi.

Eine Sprecherin der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Genf teilte per Twitter mit, 128 Migranten seien von der libyschen Küstenwache nach Libyen zurückgebracht worden. Allein in diesem Jahr hätten Grenzschützer des nordafrikanischen Landes bislang 8.000 Menschen, die versucht hatten nach Europa zu gelangen, abgefangen und wieder zurück in Lager gebracht.

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