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Griechenland

Polizei verhaftet NGO-Mitarbeiter wegen Schlepperei

Die Verdächtigen sollen seit Juni 2019 mehr als 30 Überfahrten für Migranten organisiert haben.

2 Minuten Lesezeit
<p>Bild: Die griechische Polizei hat mehrere mutmaßliche Schmuggler festgenommen / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Greek_Police_Jeep_Patriot.jpg" title="via Wikimedia Commons">Maxim Reniţa</a> / <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA</a> (Bild skaliert)</p>

Bild: Die griechische Polizei hat mehrere mutmaßliche Schmuggler festgenommen / Bild: Maxim Reniţa / CC BY-SA (Bild skaliert)

Athen. – Erst gestern war bekannt geworden, dass die griechische Polizei vier NGOs Spionage und Schleuserkriminalität vorwirft. Die griechische Zeitung Protothema berichtete nun, dass die Polizei mittlerweile 35 Personen festgenommen hat, darunter 33 NGO-Mitglieder aus Deutschland, Österreich, Spanien, Norwegen, Frankreich, Bulgarien und der Schweiz. Zudem werde gegen einen Iraner und einen Pakistaner ermittelt.

Polizei will Finanzflüsse verfolgen

Die Polizei geht demnach davon aus, dass die Verdächtigen im vergangenen Juni mit ihrer Arbeit begonnen hätten. Sie sollen seither 32 Mal Überfahrten für Migranten organisiert und dabei mehr als 3.000 illegale Migranten nach Griechenland gebracht haben. Der Schmugglerring habe geschlossene Gruppen und Internetanwendungen genutzt, um Informationen auszutauschen, beispielsweise wo die Boote abfahren und ankommen würden. Zudem hätten sie Details über das Migrantenlager Moria auf der Insel Lesbos ausgetauscht. Die Polizei versuche nun, die Finanzflüsse der Gruppierung zu verfolgen.

Ägäis-Inseln sollen entlastet werden

Indes dürfen mehrere Hundert Migranten die Insel Lesbos verlassen und aufs Festland (Die Tagesstimme berichtete). Wahrscheinlich am Donnerstag und am nächsten Montag sei die Verlegung von weiteren 2.300 Migranten mit Schutzrecht zum griechischen Festland geplant, wie das Staatsfernsehen ERT berichtete. Ziel sei es, die Ägäis-Inseln zu entlasten, auf der aktuell mehr als 14.000 Migranten untergebracht sind, teilte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis mit.

Auf das griechische Festland verlegt werden Menschen, deren Asylantrag positiv beschieden worden ist oder die als besonders gefährdet eingestuft werden. Dazu zählen etwa alleinstehende Frauen und Schwangere, Behinderte und ältere Menschen. Unbegleitete Minderjährige befänden sich keine mehr in den sogenannten Identifikationslagern auf Lesbos, betonte Migrationsminister Mitarachi.

Kurz erklärte die Verteilung von Migranten für gescheitert

Zuvor hatten sich zehn EU-Staaten bereit erklärt, insgesamt rund 400 unbegleitete Minderjährige aus dem ausgebrannten Lager Moria aufzunehmen. Deutschland hat sich zur Aufnahme von insgesamt 1.500 Asylbewerbern bereit erklärt. Frankreich nimmt 500 Migranten auf. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist indes auch weiterhin nicht von seiner harten Linie zu Moria abzubringen. Außerdem erklärte er die Verteilung von Migranten in Europa für gescheitert. „Das lehnen so viele Staaten ab. Das wird auch nicht funktionieren“, sagte Kurz vor wenigen Tagen im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

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