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Queeres Museum in Wien geplant

Das Museum will sich mit seinem Angebot auch an Schulen richten, weshalb Führungen und Workshops mit unterschiedlichen Altersklassen initiiert werden sollen.

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<p>Symbolbild: Eine Drag Queen bei einer Kinderbuchlesung in Montreal / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Barbada_de_Barbades_3.jpg">Jennifer Ricard</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Eine Drag Queen bei einer Kinderbuchlesung in Montreal / Bild: Jennifer Ricard, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Wien. – Queere Museen gibt es in einigen Großstädten wie Berlin, San Francisco, New York, oder London bereit seit Jahrzehneten. Nun arbeitet eine Künstlergruppe am Aufbau des ersten queeren Museums in Wien. „Ein Laboratorium, ein Ort an dem das Thema Queerness verhandelt werden kann“ soll es werden, sagt Mitinitiator Florian Aschka. Das „QueerMuseumVienna“ soll schon im Jänner 2021 öffnen, vorerst aber nur in temporären Räumlichkeiten.

Sammlung soll langsam wachsen

Die Grundidee ist, dass queere Kunst von queeren Kuratoren kontextualisiert und langfristig eine wachsende Sammlung etabliert werden soll. Vorbilder sind unter anderem das „Schwule Museum“ in Berlin oder das „Leslie Lohman Museum of Art“ in New York.

Queerness beschränke sich heute nicht mehr nur auf sexuelle Orientierung, sondern sei ein Sammelbegriff für alles von der Norm abweichende. „Queer ist eine Denkweise“, sagt Hannes Sulzenbacher, Kurator und Co-Leiter des Zentrums für queere Geschichte „QWien“, das ebenfalls teil des Museumsprojekts ist. Queere Kunst sei eine, die das Thema Heteronormativität behandelt und reflektiert. „Und natürlich kann die auch von einem heterosexuellen Mann gemacht werden.“

Kinderbuchlesungen von Drag Queens

Bei der Vermittlungstätigkeit wolle man sich deshalb ebenfalls außerhalb der Norm bewegen. „Wir wollen etwas versuchen, das sich nicht an die Spielregeln verstaubter Museen halten muss“, sagt Aschka. Als Beispiel für „ausführliche und unvoreingenommene“ Informationsveranstaltungen führt das Museum auf seiner Website Kinderbuchlesungen von Drag Queens und -Kings oder „experimentelle Fotoworkshops“ an.

Für die Finanzierung des Museums gibt es erste positive Signale. Denn sowohl das Wahlprogramm der Wiener SPÖ, als auch jenes der Grünen, enthält die Idee eines Queeren Museums. Für kommende Woche ist ein Gespräch mit Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) geplant. „In Zusammenarbeit mit der queeren Community und der Stadtregierung nehmen wir uns dieser Idee sehr gern an“, hieß es aus ihrem Büro, wie der Standard berichtete. Und auch Martin Margulies, Kultursprecher der Wiener Grünen, will die Idee in Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ einbringen.

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