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Ärzte und Virologen positionieren sich gegen „Lockdown light“

Der Unmut über den von der Bundesregierung beschlossenen „Lockdown light“ ist groß. Immer mehr Bürger bezweifeln die Sinnhaftigkeit der oft willkürlich erscheinenden Maßnahmen. Unterstützung kriegen sie nun auch von Ärzten und Virologen.

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<p>Symbolbild Labor (CC0)</p>

Symbolbild Labor (CC0)

Berlin. – In einem gemeinsamen Positionspapier haben sich zahlreiche Ärzte und Virologen gegen die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung des Corona-Virus ausgesprochen. So erklärte etwa Andreas Gassen, Chef der Bundeskassenärztlichen Vereinigung, in einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch, dass „pauschale Lockdown-Regelungen nicht zielführend sind“. In anderen Ländern wie Italien oder Spanien könne man sehen, dass die Infektionszahlen trotz Lockdown weiter steigen. Auch wenn man die Lage ernst nehme, könne man „nicht das ganze Land oder gar den Kontinent für Wochen oder Monate in eine Art Koma versetzen“. Neben den Maßnahmen der Regierung kritisierte er während der Pressekonferenz auch Äußerungen von Karl Lauterbach (SPD), der eine Aufhebung der Unverletzbarkeit der Wohnung forderte.

AHA-L-Regeln ausreichend

Das Positionspapier enthält vor allem Punkte, die auf den bisherigen Erfahrungen beruhen. So wird etwa die Verabschiedung von der Kontaktpersonen-Nachverfolgung als führende Strategie gefordert, um dadurch die am Limit arbeitenden Gesundheitsämter zu entlasten und sich stattdessen auf den Schutz von Risikopatienten zu konzentrieren, wie etwa in Alten- und Pflegeheimen. Zudem sei es falsch, nur „mit düsterer Miene apokalyptische Bedrohungsszenarien aufzuzeigen“. Dadurch drohe zum einen eine Abstumpfung der Bevölkerung, zum anderen entsprächen solche Verbote und Bevormundung nicht dem Verständnis der Autoren „von einer demokratisch-freiheitlichen Grundordnung“. Nach dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin seien die AHA-L-Regeln: Abstand halten, Hygieneregeln, Alltagsmaske und Lüften im Kampf gegen das Coronavirus „vollkommen ausreichend“.

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Eine Schließung von Gaststätten mit Hygienekonzept etwa ergäbe nach Meinung der Ärzte keinen Sinn. Abschließend heißt es, dass der Rückgang der „Infektionszahlen“ zwar eine dringende Aufgabe sei, dies aber nicht um jeden Preis erfolgen dürfe. So sei „die Unterlassung anderer dringlicher medizinischer Behandlungen, ernstzunehmende Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen, den Niedergang ganzer Wirtschaftszweige sowie eine zunehmende soziale Schieflage“ bereits jetzt zu spüren.

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