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Knalleffekt in Sachsen

Klonovsky soll für AfD in den Bundestag

Der preisgekrönte Journalist und Autor Michael Klonovsky will es auf der politischen Bühne wissen – und im Wahlkreis Chemnitz für die AfD als Direktkandidat in den Bundestag einziehen. Dieser Umstand polarisiert im rechten Spektrum.

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<p>Bild: (C) Metropolico</p>

Bild: (C) Metropolico

Chemnitz. – Es ist eine überraschende Kandidatenkür, für die sich die Chemnitzer AfD entschied. Während einige Stimmen die Auswahl des prominenten Kandidaten gutheißen, mehren sich allerdings auch die Kritiker dieser Entscheidung.

Richtungsweisende Personalentscheidung

Wie die Freie Presse als größte Regionalzeitung im Raum Chemnitz berichtet, setzte Klonovsky sich in der Abstimmung gegen Ulrich Oehme durch, der derzeit für die Rechtspartei im Bundestag sitzt und eher als Vertreter der nationalkonservativen Parteiströmung gilt. Es ist daher auch eine Richtungsentscheidung – denn Klonovsky präferiert eher einen marktliberalen Weg.

Dies ist somit gewissermaßen auch ein Ausrufezeichen zum Kurs der Partei. Denn gerade die Verbände in den neuen Bundesländern setzen traditionell auf einen eher sozial-patriotischen Weg. Die Frage, ob die fulminanten Wahlerfolge im Osten trotz oder wegen jenes Weges stattfinden, ist folglich seit geraumer Zeit Gegenstand einer erbitterten Richtungsdebatte. Auch der Kreisvorsitz ging diesmal mit Nico Köhler an einen eher „mittigeren“ AfD-Politiker.

Lob für „intellektuelle Qualität“ von Klonovsky

Entsprechend unterschiedlich fielen die Bewertungen zur Kandidatur im rechtsintellektuellen Bereich auch aus. So bezog sich das Tumult-Magazin in seiner Gratulation vor allem auf dessen literarisches Werk und seine geistreichen Kommentare. Der Kandidat bürge „für eine intellektuelle Qualität, die die Partei bitter nötig hat“.

Gerade diese lässt einige nach dem Prinzip „Schuster, bleib bei deinem Leisten“ an der Entscheidung zweifeln. Einige Twitter-Nutzer befürchten, Klonovskys Gang in die Politik bedeute, dass der geschriebenen konservativen Gegenöffentlichkeit eine wichtige Stimme verloren gehe.

Junge Rechtsintellektuelle über Kandidatur entsetzt

Auch auf inhaltlicher Ebene weniger positiv fiel das Resümee einiger jüngerer rechtsintellektueller Kommentatoren aus. So etwa vonseiten des Verlegers Philip Stein (Jungeuropa), der sich mit so einer Personalentscheidung gerade in seinem Heimatbundesland nicht recht anfreunden kann.

Noch weiter ging der Buchautor und Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser (zuletzt „Solidarischer Patriotismus“). Dieser hält Klonovsky für „marktradikal“ – und befürchtet, dass jener für „volksfernen, elitistischen“ Kurs stehe. Kaiser selbst plädiert hingegen seit jeher, vor allem die soziale Frage von rechter Seite mehr hervorzuheben und agiert somit im gebildeten rechten Lager als Stimme des einfachen Arbeiters.

Auch das noch recht junge Konflikt-Magazin schlug in eine ähnliche Kerbe. Dort ist man der Ansicht, dass eine Aussage Klonovksys, wonach die AfD ethnisch diverser werden sollte, „vielen vor den Kopf stößt, die keine neokonservative AfD wollen, sondern eine starke Interessenvertretung des deutschen Volkes“. Eine inhaltliche Kritik sei gerechtfertigt, Beleidigungen hingegen wären „schlecht und dumm“.

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