Lugano

Islamistisches Terror-Motiv für Messerangriff in Kaufhaus im Raum

Am Dienstag ereignete sich in einem Kaufhaus in Lugano, der größten Stadt im Kanton Tessin, eine schreckliche Bluttat. Nun prüfen die Behörden sogar, ob es sich dabei um einen islamistischen Anschlag handelt.

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<p>Symbolbild (Polizeiauto im Tessin): Sandstein via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cantonal_police_of_Ticino_car.JPG">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en">CC BY 3.0</a>] (zugeschnitten)</p>

Symbolbild (Polizeiauto im Tessin): Sandstein via Wikimedia Commons [CC BY 3.0] (zugeschnitten)

Lugano. – Wie aus heiterem Himmel griff eine Frau (28) zwei andere Frauen mit einem Messer an – am helllichten Tag, um 14 Uhr, in einem Einkaufstempel. Beide Übergriffe richteten sich gegen den Halsbereich Diese hatten angesichts der Umstände noch Glück: Nur eine der beiden Attackierten wurde verletzt, nicht jedoch lebensgefährlich. Dennoch könnte der Vorfall die öffentliche Debatte in der Schweiz anheizen.

War polizeibekannte Angreiferin IS-Sympathisantin?

Denn wie der ORF berichtet, geht die Bundesanwaltschaft Hinweisen nach, wonach die Tatverdächtige auch Sympathien für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hegte. Aus diesem Grund wurden ein Strafverfahren nicht nur wegen des Verdachts der versuchten vorsätzlichen Tötung und der schweren Körperverletzung, sondern auch wegen des Verstoßes gegen das Verbot der extremistischen Gruppen Al-Kaida und Islamischer Staat eröffnet. Dass sie nicht noch mehr Menschen angreifen konnte, dürfte der Zivilcourage eines Paares zu verdanken sein, das die Angreiferin überwältigen konnte.

Enthüllungen über die ÖVP

Auch das Bundesamt für Polizei geht fest von einem „mutmaßlich terroristisch motivierten Angriff“ aus. Dessen Direktorin Nicoletta della Valle stellte am Dienstagabend heraus, dass ein solcher Angriff nicht überraschend käme, sondern überall auf der Welt passieren könne, man untersuche den Fall gemeinsam mit der Tessiner Kantonspolizei. Deren Kommandant Matteo Cocchi erklärte, dass die Frau, welche etwa der Kurier als „Schweizerin“ bezeichnet, polizeibekannt war.

Islamisten-Problem tritt zunehmend ans Tageslicht

Bislang verschonte der islamistische Terror die Schweiz weitgehend verschont. Dennoch gibt es auch in unserem Nachbarland ein gefährliches Radikalisierungspotenzial, gerade unter jungen Muslimen. In der Aufarbeitung des tödlichen Anschlages in Wien stellte sich – neben unzähligen Ermittlungspannen im türkisen Innenministerium – heraus, dass der mutmaßliche Attentäter nur Monate vor seiner Gräueltat sich mit zwei Islamisten aus Winterthur (Kanton Zürich) traf.

Für öffentliches Aufsehen bei den Eidgenossen sorgte unlängst auch ein Prozess gegen einen – ebenfalls in Winterthur ansässigen – Mann, der mit 50 Monaten Gefängnis wegen seiner IS-Sympathien endete. Zudem prüfen die Behörden weiterhin ein islamistisches Terror-Motiv bei einer tödlichen Messerattacke in der Westschweiz im September. In Morges am Genfer See hatte ein türkischstämmiger Mann einen Portugiesen damals in einem Kebab-Imbiss brutal erstochen.

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