Millionen Schrott-Masken in China bestellt

Anschober-Rücktritt gefordert

Das Agieren des grünen Gesundheitsministers Rudolf Anschober in der Bewältigung der Corona-Krise sorgt einmal mehr für Kritik. Nun kommt zu aller Kritik an Maßnahmen und Verordnungen auch noch eine defekte Masken-Lieferung aus China dazu.

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<p>Bild: Rudolf Anschober bei einer Pressekonferenz / Fotocredit: (C) BKA / Andy Wenzel</p>

Bild: Rudolf Anschober bei einer Pressekonferenz / Fotocredit: (C) BKA / Andy Wenzel

Wien. – Wie die ZiB2 am Mittwochabend erichtete, bestellte die Bundesregierung bereits im Frühjahr 10 Millionen sogenannte FFP2-Masken in Fernost – um 1,33 Euro pro Stück. Das Ziel der besonders gut vor Partikeln schützenden Masken war es, vor allem in der Alten- und Krankenpflege keine Engpässe entstehen zu lassen. Nun stellt sich heraus: Ein erheblicher Teil davon ist untauglich. FPÖ-Chef Norbert Hofer forderte infolge des Fiaskos den Rücktritt des Ministers.

Stichprobe deckte eklatante Qualitätsunterschiede nicht auf

Hintergrund der Problematik ist, dass offenbar eine unprofessionelle Testung der Masken stattfand. Denn nicht alle Chargen wurden überprüft – einige davon sind bis zu dreimal durchlässiger als eigentlich für eine Maske dieser Klasse vorgeschrieben. Unlängst kam aus mehreren Bundesländern der Hinweis auf defekte Masken aus dieser Lieferung aus China, welche die Regierung über das Rote Kreuz auf Kosten des Steuerzahlers veranlasste.

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Hofer „fassungslos“ über gefährliche „Sorglosigkeit“

Der freiheitliche Parteichef Hofer, der über die Arbeit seiner Ehefrau im Pflegebereich einen besonderen Bezug zur Thematik hat, zeigte sich „fassungslos, dass die Lieferung vor der Verteilung an die Bundesländer nicht kontrolliert wurde“. Dass man sich auf eine „kleine Stichprobe bei einer einzigen Charge verlassen“ habe, kritisiert er ebenso. Es handle sich um eine „Sorglosigkeit“, mit der man auch Menschenleben gefährdet habe.

Bei jüngeren Patienten nimmt Covid-19 meist milde Verläufe, viele kritische Stimmen halten die strengen Maßnahmen auch aus diesem Grund für überzogen. Für Risikogruppen wie auch ältere oder pflegebedürftige Menschen kann es allerdings eine ernsthafte Gefahr darstellen. Der Löwenanteil der am Coronavirus verstorbenen Personen befand sich bereits im fortgeschrittenen Alter.

Vorwurf: Anschober „mit Amt völlig überfordert“

Die Verantwortung für die peinliche Panne trägt Hofer zufolge allen voran der Gesundheitsminister – „wie für so viele Pannen, die seit dem Frühjahr passiert sind“. Er forderte umgehend den Rücktritt von Anschober, den der blaue Parteichef für „mit seinem Amt völlig überfordert“ hält. Kanzler Kurz müsse daher „die Notbremse ziehen“ und stattdessen einem Experten das Ressort zuweisen, meint Hofer.

Tatsächlich orientiert sich einige Kritik an Anschober an seiner fehlenden beruflichen Qualifikation. Der politerfahrene Oberösterreicher arbeitete vor seinem Gang in die Politik als Volksschullehrer und als Journalist. Der auch für die Agenden des Sozialministeriums zuständige Mann kam vor allem auf dem Ticket seiner Errungenschaften im Integrationsbereich als oberösterreichischer Landesrat zur Ministerwürde.

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