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Franzosen und Briten sagen illegaler Migration erneut den Kampf an

Julian Schernthaner

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Einen weiteren Versuch zur Unterbindung der illegalen Migration über den Ärmelkanal unternehmen dessen beide Anrainerstaaten. Vorstöße in diese Richtung kamen regelmäßig vonseiten der Briten, die sich nach ihrem EU-Austritt gerade das Zusammenleben mit ihren Nachbarn ausmachen.

London/Paris. – Alleine in diesem Jahr versuchten 8.000 Migranten – etwa viermal so viele wie im Vorjahr – über den Ärmelkanal zu gelangen. Die selbst über indische Wurzeln verfügende britische Innenministerin Priti Patel will auf eine Verschärfung der Einwanderungsregeln setzen und verständigte sich mit ihrem Amtskollegen Gérald Darmanin auf entsprechende Maßnahmen. Damit sollen sich weniger Menschen überhaupt auf die Reise machen. Ein Übereinkommen mit Frankreich, das bislang einen eher liberalen Zugang pflegte, ist dabei ein wichtiger Mosaikstein.

Mehr Überwachung soll Migration eindämmen

Nun soll eine verschärfte Überwachung für Abhilfe sorgen. So soll sich Frankreich dazu verpflichten, an seiner Küste doppelt so viele Polizisten aufzustellen. Sie sollen verhindern, dass sich eine große Zahl an Migranten auf den besonders gefährlichen Weg über den Ärmelkanal machen. Der Einsatz von Drohnen, Radarsystemen und anderen Überwachungstechniken ist der Jungen Freiheit zufolge ebenfalls in Planung.

Weiters soll Frankreich im Rahmen des 31,4 Milionen Euro schweren Pakts angemessene Unterkünfte zur Verfügung stellen. Gerade im Norden Frankreichs finden sich mehrere berüchtigte Asyl-Lager mit besonders schlechten Perspektiven. Das bekannteste unter ihnen ist eine als „Dschungel von Calais“ bekannte Zeltstadt. Diese wurde zwar mehrmals behördlich geräumt, es siedeln sich aber immer wieder von neu Migranten aus Afrika und Asien dort an.

Kanal-Querungen als ständige Goldgrube für Schlepper

Genau auf diese Personengruppen soll das Abkommen abzielen – und nicht etwa auf ausreisewillige Franzosen, die sich ausgerechnet beim historischen Erzfeind ansiedeln wollen. Diese haben unterschiedliche Gründe für ihre versuchte Weiterreise jenseits des ersten sicheren Drittlandes. Manche sind mit der Lage in Frankreich unzufrieden und wollen als Glücksritter auf die Insel. Andere haben bereits dort ansässige Familienmitglieder und Freunde.

Iraner sind Medienberichten zufolge bei den Überquerungen überrepräsentiert. Zumindest diese statistische Anomalie erhielt bereits 2019 einen Erklärungsansatz, nachdem es zur Festnahme eines Iraners und einer Person mit britischen Pass kam, die Schlepperfahrten arrangieren geholfen haben sollen. Dennoch konnte der Zugriff die illegalen Bewegungen freiich nicht stoppen. Insgesamt verdienen Schlepper pro Kopf und Nase zwischen 3.000 und 6.000 Pfund (ca. 3.500 bis 7.000 Euro) an den Fahrten in oft seeuntauglichen Booten.

Briten sehen Überquerungen als großes Problem

Die Thematik ist vor allem in der britischen öffentlichen Debatte ein wichtiges Thema. Umfragen zufolge betrachten 70 Prozent der Briten die illegalen Bootsankünfte als großes Problem, unter den Wählern der regierenden Konservativen steigt dieser Wert gar auf 97 Prozent. Schon seit einiger Zeit patrouillieren britische Armeeverbände daher die Gewässer – bislang ohne durchschlagenden Erfolg. An der britisch-französischen Seegrenze ist die Migrationskrise alles andere als vorüber.

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