Enklave ist anders

Der Krieg als das große Abenteuer

Volker Zierke hat im Oktober seine erste Novelle veröffentlicht. Im Science-Fiction-Werk „Enklave“ vermengt er seine eigenen militärischen Erfahrungen mit einer jungeuropäischen Vision.

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<p>Bild: privat.</p>

Bild: privat.

„Wenn ich die rechte Literatur der letzten Jahre über einen Kamm scheren müsste, so bliebe ich als desillusionierter, verbitterter und wütender Leser zurück. Wirft man nämlich einen Blick auf das, was die Patrioten-Massen heutzutage begeistert, dann fragt man sich nach dem Grund für die Begeisterung am eigenen Untergang. Enklave ist anders.“ Mit diesen Zeilen beginnt Volker Zierke die Vorstellung seines Erstlingswerks „Enklave“, das im Oktober diesen Jahres im Jungeuropa-Verlag erschienen ist.

Hat sich der aufstrebende Verlag bislang hauptsächlich mit Übersetzungen aus dem europäischen Ausland und der Wiederauflage längst vergriffener Werke einen Namen gemacht, folgt mit Zierkes Novelle die Erstveröffentlichung eines neuen und jungen Autoren. Auch auf andere Weise geht man neue Wege. Die bislang publizierten Bücher widmeten sich entweder direkt der politischen Theorie oder hatten als Roman, wie etwa Pierre Drieu la Rochelles „Die Unzulänglichen“, politisch-weltanschauliche Thematiken im Mittelpunkt.

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Science-Fiction-Novelle von rechts

„Enklave“ fällt dahingehend aus der Reihe. Die weitestgehend unpolitische Science-Fiction-Novelle könnte als solche rein inhaltlich sicherlich auch in einem gängigen Verlag des Mainstreams erscheinen. Politisches kann man höchstens aus Grundaussagen herauslesen, wie etwa, dass die Novelle vom Abenteuer einer fiktiven Militäreinheit handelt und dass das Militärische grundsätzlich bejaht wird. Abgesehen von solchen Details handelt es sich jedoch schlicht um eine kurzweilige Novelle, die vieles der Phantasie des Lesers überlässt und auf Detailschilderungen verzichtet. Schlimm ist dies nicht, ganz im Gegenteil dürfte es für einige Leser eher eine entspannende Abwechslung vom ansonsten allgegenwärtigen Untergang des Abendlandes sein, sei es im täglichen Anblick auf der Straße, in den Schlagzeilen der Medien oder als Inhalt der Bücher des eigenen Lagers.

Der Kodex und das Abenteuer

Mittelpunkt des damit aus der Reihe scherenden Abenteuers mit überraschendem Ausgang ist der „Kodex“, das militärische Kredo, dessen sich die Legionäre selbst unterworfen haben. Was es damit auf sich hat? Das erfährt der Leser auf 132 Seiten, in denen trotz der Konzeption des Abenteuers als Militärmission kein Überdruss an Kampfhandlungen entsteht. Das eingangs zitierte Ziel dürfte Zierke damit erreicht haben, denn die Novelle schafft nicht nur einen Ausbruch aus der gängigen Themenwahl rechter Literatur, sondern überzeugt auch sprachlich. „Endlich wieder mal einer, der schreiben kann […]“, urteilte entsprechend auch der Leiter des Antaios-Verlages, Götz Kubitschek, über die Neuerscheinung.

„Vielleicht können sich nach Enklave mehr junge, mehr oder minder begabte Schriftsteller aufraffen und ihre Werke der Öffentlichkeit vorstellen. Vielleicht geben diese Autoren ihrer Generation die Bücher, die sie braucht“, erklärte Zierke in seinem eingangszitierten Text weiter. Nach der Lektüre von „Enklave“ bleibt zu hoffen, dass sich auch dieses Ziel erfüllt.

Volker Zierke – „Enklave“: Jungeuropa Verlag 2020, 132 Seiten, 15,50 €. (HIER im Freilich-Buchladen bestellen.)

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