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Darsteller aus „Der Herr der Ringe“ unterstützen möglichen Kauf von Tolkien-Haus

Das Tolkien-Haus soll zu einem gemütlichen Ort der fortwährenden Kreativität werden. Die Deutsche Tolkien Gesellschaft sieht allerdings einige Ungereimtheiten in Bezug auf das Projekt.

3 Minuten Lesezeit
<p>Bild: Das Tolkien-Haus nahe Oxford steht nun erstmals zum Verkauf / Bild: © <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.michael-paetzold.de">Michael Pätzold</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Das Tolkien-Haus nahe Oxford steht nun erstmals zum Verkauf / Bild: © Michael Pätzold (Bild zugeschnitten)

Oxford. – Die aus der „Herr der Ringe“-Trilogie bekannten Schauspieler Ian McKellen (Gandalf), Martin Freeman (Bilbo) und John Rhys-Davies (Gimli), haben sich zusammengetan, um den Kauf des Hauses von J.R.R. Tolkien, das für mehrere Millionen Euro zum Verkauf steht, zu unterstützen. Die Deutsche Tolkien Gesellschaft, die nicht an dem Projekt beteiligt ist, weist unterdessen auf einige Ungereimtheiten in Bezug auf den Spendenaufruf und die mögliche Nutzung des Tolkien-Hauses hin.

Haus soll zu „Tolkien-Zentrum“ werden

Von 1930 bis 1947 lebten J.R.R. und Edith Tolkien mit ihren vier Kindern in der Northmoor Road 20. Dort, am Rande der englischen Universitätsstadt Oxford, entstanden „Der Hobbit“ und große Teile der „Herr der Ringe“-Trilogie. Nun steht dieser Ort nach vielen Jahren wieder zum Verkauf. Doch der berühmte einstige Mieter hat den Preis der Immobilie in die Höhe getrieben. Rund 4,9 Millionen Euro (sechs Millionen US-Dollar) soll das Haus kosten. Und hier kommt das „Project Northmoor“ ins Spiel.

„Im Gegensatz zu anderen Schriftstellern seines Status gibt es nirgendwo auf der Welt ein Tolkien gewidmetes Zentrum – das wollen wir ändern“, heißt es auf der Internetseite der Kampagne. Die Vision sei es, „Tolkiens Haus nicht zu einem trockenen Museum zu machen, sondern zu einem gemütlichen Haus der fortwährenden Kreativität, das neue Generationen von Schriftstellern, Künstlern und Filmemachern inspiriert“.

Videobotschaft mit Unterstützungsaufruf

Prominente Unterstützung für das Vorhaben kommt von mehreren „Herr der Ringe“-Darstellern. In einer Videobotschaft auf der Internetseite der Initiative erzählen Ian McKellen, Martin Freeman, John Rhys-Davies, Annie Lennox und andere prominente Personen, die man aus dem „Herr Der Ringe“-Universum kennt, die Geschichte von Tolkien – und von »20 Northmoor Road«. McKellen betonte dabei, dass man nur dann erfolgreich sein könne, wenn man das Ziel zusammen verfolge – „als Gefährten“.

Sollte es der Initiative gelingen, das Haus zu kaufen und in ein „Tolkien-Zentrum“ umzuwandeln, werde man Fans in Form von gebuchten Touren auch Zugang dazu gewähren. Zu einem klassischen Museum, das man jederzeit besuchen könnte, soll es aber nicht werden. Denn die Bestimmungen sehen vor, dass das Haus auch weiterhin als Wohnimmobilie genutzt werden muss, wie es auf der Webseite der Initiative heißt.

Hinweis auf Ungereimtheiten

Die Deutsche Tolkien Gesellschaft (DTG) weist auf ihrer Webseite indes darauf hin, dass bei näherer Betrachtung und Nachfragen bezüglich des Vorhabens mehrere Ungereimtheiten ans Licht kamen. So würden Aussagen auf der Homepage des Projekts wie „Save Tolkien’s Home“ den Eindruck erwecken, das Haus sei unmittelbar bedroht, was angesichts des Denkmalschutzes, welchen das Haus seit 2004 genießt, jedoch nicht der Fall sei. Zudem gebe es allgemeine Ungereimtheiten bezüglich des Projekts. Denn der inhaltliche Tolkien-Bezug der Seminare und Veranstaltungen, die dort angeboten werden sollen, werde bei genauerem Hinsehen nicht erklärt. Die DTG stellt die Frage in den Raum, ob es sich womöglich bloß um ein „Werbe-Zugpferd“ handelt.

Gegen eine Nutzung im Sinne der Tolkien-Forschung würde auch das Vorhaben sprechen, die Schlafzimmer in Anlehnung an die Kulturen Mittelerdes auszustatten. „Das klingt eher nach Themenhotel als nach Forschungsstätte“, heißt es auf der Webseite der DTG, die ebenso wie die Tolkien Estate nicht an dem Projekt beteiligt ist. Auch die Art des Spendenaufrufs sowie die Verwendung der Spendengelder im Falle eines Nicht-Kaufs des Hauses mache stutzig. Dennoch wolle die DTG nicht vor Spenden an das Projekt warnen. Jeder solle selbst entscheiden, wofür er spendet und wofür nicht, heißt es auf der Seite abschließend.

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