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Niedersachen

Drei-Sterne-General führt AfD in Bundestagswahl

Am vergangenen Wochenende wählten die Niedersachsen ihre Kandidaten für die Bundestagswahl 2020. Die Spaltung der Partei war hierbei deutlich spürbar. Das Team um Hampel und Kestner, dem ehemaligen „Flügel“ nahestehend, musste eine überraschend drastische Niederlage einstecken.

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<p>Symbolbild: Logo der AfD-Bundestagsfraktion / privat</p>

Symbolbild: Logo der AfD-Bundestagsfraktion / privat

Braunschweig. – Am 5. und 6. Dezember hielt die AfD Niedersachsen ihre Aufstellungsversammlung zur Wahl der Landesliste für die Bundestagswahl 2021 ab. Unter strengen Corona-Maßnahmen, die vor Ort von Mitarbeitern des Ordnungsamtes permanent kontrolliert wurden, wählten rund 500 Mitglieder ihre Kandidaten für die Listenplätze eins bis fünfzehn. Nach dem Parteiaustritt der früheren Landesvorsitzenden und als liberal geltenden Dana Guth, der vor ein paar Tagen bekannt gemacht wurde, hoffte die Parteiführung hierbei auf eine Beruhigung des internen „Lagerstreites“, wurde aber am vergangenen Wochenende eines Besseren belehrt.

Spürbarer Richtungsstreit

So rechneten sich vor allem Armin-Paulus Hampel und Jens Kestner, dem mittlerweile aufgelösten Flügel der AfD nahestehend, gute Chancen auf die ersten beiden Listenplätze aus. Hampel, außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und früherer Landesvorsitzender, galt als Spitzenkandidat, musste sich jedoch überraschenderweise mit 283 zu 229 Stimmen gegen Joachim Wundrak, einem ehemaligen Bundeswehr-General, geschlagen geben. Ebenso erging es dem amtierenden Landesvorsitzenden Jens Kestner, der im Kampf um Listenplatz zwei dem Landwirt Frank Rinck mit 267 zu 236 Stimmen unterlag.

Die Kandidaten rund um Kestner waren im „Team Sturmfest“ insgesamt gut aufgestellt, konnten sich aber gegen keinen der Kandidaten des anderen, früher von Guth angeführten Lagers im Kampf um die Listenplätze durchsetzen.

Wahlergebnisse zukunftsweisend für die Niedersachsen?

Der Lagerstreit innerhalb der AfD war in der Veranstaltungshalle mit jeder Listenplatzwahl spürbar. Der Ausgang der Aufstellungsversammlung kann als klarer Sieg für den liberalen Teil der Partei angesehen und als zukunftsdeutend für den inneren Richtungsstreit der AfD ausgelegt werden. Jedoch bleibt abzuwarten, ob sich der hier abzeichnende Trend verfestigen wird.

Gauland kritisiert Meuthen-Rede

Als Redner waren zu Beginn der Veranstaltung Alexander Gauland und Tino Chrupalla geladen. Gauland fand in Braunschweig zu der Rede Meuthens am vergangenen Bundesparteitag in Kalkar klare Worte: „Ton, Zeitpunkt und Inhalt dieser Rede waren eines Vorsitzenden nicht würdig.“ Es wäre Meuthens Aufgabe gewesen, die Partei zusammenzuführen, nicht Teile abzustoßen, so Gauland weiter. Selten habe eine Rede so eine Auswirkung gehabt, stellte der Ehrenvorsitzende der AfD in seiner Rede fest, bevor die Niedersachsen ihre Wahlkreuze für die Listenplätze setzen.

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