Zensur geht weiter

Spotify löscht auch rechten Rapper Proto

Einmal mehr zeigte sich, dass Interpreten der patriotischen Gegenkultur bei den gängigen Online-Plattformen nicht sonderlich beliebt sind. Denn auch der Rapper Proto musste eine Löschaktion über sich ergehen lassen.

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<p>Gemeinsam mit seinem Kollegen Primus (re.) lässt es Proto (li.) mit derbem Sprechgesang so richtig krachen. Screenshot: Lied &#8222;Proto &#8211; Krieg&#8220; via <a href="https://www.youtube.com/watch?v=SKSQxXPJ9vs">YouTube</a></p>

Gemeinsam mit seinem Kollegen Primus (re.) lässt es Proto (li.) mit derbem Sprechgesang so richtig krachen. Screenshot: Lied „Proto – Krieg“ via YouTube

Stockholm/Wesel. – Nach dem überraschenden Karriere-Ende von Chris Ares entschied sich sein früher als „Prototyp NDS“ agierender Protegé Kai Alexander Naggert, selbständig weiter Musik zu machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nur Monate später bringt er mit „Feuer“ ein neues Album heraus. Und ähnlich wie die Werke seines früheren Schaffenskollegen schlägt es in den einschlägigen Charts wie eine Bombe ein, stieg in den Top-10 ein; auf iTunes erreichte es gar den ersten Platz der Rap-Charts. In Amazon stand es am Donnerstagmorgen genreübergreifend auf Platz 4.

Spotify löscht zum wiederholten Mal kritische Künstler

Die Freude währte allerdings nur kurz, denn ähnlich wie bei Ares vor ihm versucht man seinem Erfolg nun offenbar mit einer Zermürbungstaktik beizukommen. Wie die Junge Freiheit am Mittwoch berichtete, löschte der bekannte Streamingdienst Spotify die Proto-Lieder einfach. Das Unternehmen redete sich laut Bericht der konservativen Wochenzeitung auf einen Verstoß auf Inhaltsrichtlinien heraus, ohne dabei jedoch konkrete beanstandete Lieder zu nennen.

Enthüllungen über die ÖVP

Aufmerksam wurde das schwedisch-britisch-luxemburgische „Big Tech“-Konstrukt hinter dem populären Streamingdienst teilweise durch Hinweise in sozialen Medien. Zudem habe man das Label Arcadi, unter dem auch Proto nun publizierte, unter Beobachtung. Bereits in der Vergangenheit löschte man Alben des rechten Indie-Musikverlages, darunter jene von Chris Ares. Daher hätte es laut Spotify vorab auch interne Meldungen gegeben, dass das Label ein neues Album hochlud.

Nächster rechter Rapper würde die Hitparaden stürmen

Proto ist nach Komplott und Chris Ares bereits der dritte rechte Rapper, der mit seiner Kunst für einige Furore auch über das unmittelbare politische Umfeld hinaus sorgen kann. Seine Musik bewegt sich im Genre des sogenannten „Battle Rap“, bei dem oft ein – manchmal fiktiver – Gegner künstlerisch diffamiert wird und die eigene Person oder deren Umfeld positiv bis überhöht positiv dargestellt wird. Dies kann beim Hörer durchaus eine Form „kameradschaftlicher Vorbildwirkung“ auslösen.

In Deutschland erfreut sich diese harte, direkte und für die Ohren leicht zugänglich Rap-Form seit Jahren großer Beliebtheit. Zahlreiche Künstler kommen aus dem Migranten-Milieu und nehmen mit ihrer forschen Ausdrucksweise großen Einfluss auf die Erlebenswelt gerade jugendlicher Hörer. Somit konkurriert der autochthon deutsche Proto aus Nordrhein-Westfalen in einem stark besetzten Feld mit Größen des Genre – und würde offenbar bestehen, wenn nicht der Zensurhammer gnadenlos zuschlüge.

Derber „Battle Rap“ polarisiert sogar im eigenen Lager

Die Unbekümmertheit, mit welcher Künstler ans Werk geht, schafft im Genre Wiedererkennungswert: Immerhin rappen er und seine Freunde nicht über Drogen und Gewalt, sondern über konservative Werte und Heimatliebe. Gleichzeitig sorgte die wohl nicht unabsichtliche Anlehnung an bekannte Größen wie „Farid Bang & Kollegah“ auch in der derben Wortwahl im eigenen Lager neben Anerkennung auch für einige Kritik. Proto kennt die Unkenrufe und geht seinen Weg trotzdem.

Dennoch gibt es auch gewichtige Stimmen, die in derartigen Rap-Formen kein geeignetes Vehikel sahen, die heimatverbundenen Werte zu transportieren, weil es sich stilistisch an das anpasse, was man eigentlich kritisierte. Befürworter wandten hingegen ein, dass gerade dadurch die Konkurrenzsituation umso größer, die Jugend somit empfänglicher für die Botschaften sei. In einem sind sich Verfechter beider Sichtweisen aber einig: Löschungen und Zensur für patriotische Künstler – das dürfe nicht sein.

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