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Kurios

Linke stoßen sich bei Kontaktverbot an traditionellem Familienbild

Teile der Linkspartei sowie der Grünen stoßen sich ebenfalls an den neuen Kontaktregeln für den ab Mittwoch bundesweit in Deutschland geltenden Lockdown. Allerdings nicht vordergründig wegen der Maßnahmen an sich – sondern weil sie jene als Abbild vermeintlich veralteter Gesellschafts- und Familienbilder wähnen.

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<p>Eine klasische Familie aus Mutter, Vater und Kind &#8211; für Linke und Grüne ist das ein Anachronismus. Symbolbild: Pixabay</p>

Eine klasische Familie aus Mutter, Vater und Kind – für Linke und Grüne ist das ein Anachronismus. Symbolbild: Pixabay

Berlin. – Die linksgerichteten Parteien nehmen den Umstand in die Mangel, dass sich zwar bis zu fünf Familienmitglieder treffen dürfen – nicht etwa aber drei befreundete Personen. Die Kontaktregeln seien nur auf Familienbesuche ausgelegt. Die Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft „Linke.queer“, Jenny Luca Renner und Frank Laubenburg, sehen der Jungen Freiheit zufolge darin ernsthaft eine Diskriminierung.

Beschränkung auf Familien erinnert sie an „50er-Jahre“

Denn nach Ansicht der beiden seien „für Millionen von Menschen in der Bundesrepublik […] Wahlverwandtschaften und die Beziehung zu Freunden und Freundinnen ihr engster Kreis, nicht Familienangehörige“. Ein angeblicher „Rückfall in die muffigen 50er Jahre“ schütze allerdings nicht vor dem Coronavirus, so das kritische Resümee der Interessensgruppe für nicht-heterosexuelle Menschen in der Linkspartei.

Enthüllungen über die ÖVP

Nun appellieren sie an die Landesregierung, die vermeintliche Diskriminierung von Lebensweisen nicht durchzusetzen. Auch erinnerten Renner und Laubenburg daran, dass Ausgangssperren es Polizisten erlauben würde, willkürlich über plausible Gründe zu entscheiden, die Wohnung zu verlassen. Sie befürchten daher, dass die Polizei – ein häufiges linkes Feindbild – sich auf Angehörige ethnischer oder sexueller Minderheiten einschießen könnten.

Auch bei Grünen sind solche Vergleiche salonfähig

Aber auch die Grünen, die darauf spekulieren könnten, bei einem entsprechenden Ergebnis nach der kommenden Bundestagswahl mit der Union in Koalitionsverhandlungen einzutreten, äußerten sich ähnlich. Die dortige Bundesarbeitsgemeinschaft „QueerGrün“ fordert, dass „Entscheidungsträger […] für mehr als nur klassische Familien Politik machen. Auch sie berufen sich auf die 50er-Jahre: „Es ist nicht mehr 1950. Unsere Gesellschaft hat sich gewandelt.“

Dass ausgerechnet jenes Jahrzehnt im Zentrum der Kritk steht, ist wohl kein Zufall. Denn die Rebellion der 1968er richtete sich genau gegen die traditionellen Rollenbilder der direkt vorherigen Generation. Dieses Frame gaben ihre geistigen Erben seitdem nicht mehr auf. Folgerichtig verwendete auch schon Parteichefin Anna-Lena Baerbock diesen Vergleich, als sie im Mai das Erstarken alter Geschlechterrollen in der aktuellen Krise kritisierte.

Journalist ortet bei Regelungen ein „völkisches“ Element

Dass bei historischen Vergleichen immer noch mehr geht, demonstrierte in der Folge ein nahe am linken Rand steheder Journalist, der etwa für die taz und den Berliner Tagesspiegel schreibt. Die Festlegung der Kontakte auf den Familienkreis sei „völkisch“, es handle sich um einen „zivilisatorischen Rückfall“. Er ruft daher zu „zivilem Ungehorsam“ gegen derartige Regeln auf.

Maßnahmen-Kritiker aus unterschiedlichsten politischen Lagern

Trotz allen Befremdens, das manch patriotischer Leser bei solchen Wortmeldungen empfinden möge, zeigt sich gleichzeitig etwas Interessantes. Denn: Bürger unterschiedlichster Lebenswege und Lebensrealitäten finden offenbar Gründe, sich über neue Verschärfungen bereits weitreichender Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte zu ärgern.

Das mancherseits bediente Narrativ, Maßnahmenkritiker seien automatisch „Coronaleugner“ oder gar „Rechtsextreme“, greift endgültig zu kurz. Bereits kürzlich zeigte eine Umfrage, dass Unterstützer der „Querdenken“-Bewegung noch beim letzten nationalen Urnengang sogar häufiger die Grünen oder die Linkspartei wählten als die patriotische AfD, die immerhin stärkste Oppositionskraft im Bundestag ist.

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