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Jonas Schick

„Grüner Kapitalismus ist pure Naivität“

Jonas Schick möchte mit seiner Zeitschrift „Die Kehre“ die „rechte Ökologie“ wiederbeleben. Im Tagesstimme-Interview sprach er über die Wichtigkeit der Ökologie, grundsätzliche Systemfragen und die Ziele seiner Zeitschrift.

Interviewvon Redaktion
12 Minuten Lesezeit
<p>&#8222;Die Kehre&#8220;-Herausgeber Jonas Schick.</p>

„Die Kehre“-Herausgeber Jonas Schick.

Tagesstimme: Das Thema „Ökologie“ steht bei den meisten Rechten nicht gerade ganz oben auf der Interessenliste. Wie kamen Sie daher zu dem ambitionierten Projekt, gleich eine eigene Zeitschrift zur Schließung dieser Lücke zu gründen und mit welchen Erwartungen sind Sie an das Projekt herangegangen?

Jonas Schick: Ich würde Ihnen in der Einschätzung, dass die „Ökologie“ bei den meisten Rechten „nicht gerade ganz oben auf der Interessenliste“ steht, widersprechen. Zwar vermag oberflächlich gesehen, das Migrationsthema auf der Rechten am stärksten zu mobilisieren, aber aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, verspürte der Teil der Rechten, der eine grundlegende Alternative zum Status quo fordert, in Bezug auf die „Ökologie“ schon sehr lange einen Verlustschmerz. Man hat mit einer gewissen Wehmut auf das über die letzten Jahrzehnte verlorengegangene rechte Kernthema geblickt. Speziell im Zusammenhang mit der Omnipräsenz der Ökologie im politischen Diskurs der letzten Jahre und ihrer einseitigen Besetzung von links wurde die milieuinterne Wahrnehmung einer theoretisch klaffenden Lücke in der rechten Programmatik noch einmal verstärkt.

Angesichts dieser Entwicklungen sah ich die Zeit gekommen, ein Zeitschriftenprojekt ins Leben zu rufen, das die brachliegende „rechte Ökologie“ wiederbelebt. Eine Zeitschrift deshalb, weil es wesentlich ist, erst einmal aufzuzeigen, was eine konservative, rechte Ökologie überhaupt charakterisiert – worin besteht ihr Alleinstellungsmerkmal. Außerdem bleibt die Praxis fruchtlos, solange kein klar umrissenes theoretisches Fundament besteht, von der aus sie ihr Handeln ableitet. Daraus ergeben sich logischerweise relativ hochgesteckte Ziele: „Die Kehre“ soll eine Renaissance der Thematik in der Rechten einläuten. Ob das Projekt die erneute feste Etablierung der Ökologie im rechten Weltanschauungskosmos noch erlebt, ist dabei zweitrangig, es soll sie hauptsächlich anstoßen.

Tagesstimme: Nun steht die mittlerweile vierte Ausgabe von „Die Kehre“ bevor. Damit lässt sich ein erstes Fazit ziehen – welche Erwartungen haben sich erfüllt, welche wurden sogar übertroffen und welche unerwarteten Hindernisse haben sich aufgetan?

Schick: Um Ihre Frage von hinten aufzurollen: Unerwartete Hindernisse gab es bisher keine. Was uns überrascht hatte, war der teils überschwängliche Zuspruch, den „Die Kehre“ nach ihrem Ersterscheinen erfuhr. Die Rückmeldungen hatten mich darin bestätigt, was ich bereits bezüglich der „ökologischen Wehmut“ in der Rechten gesagt hatte. Was uns jedoch wirklich überraschte, war und ist die hohe Nachfrage seitens junger Leser. Damit hatte keiner der am Projekt Beteiligten in diesem Ausmaß gerechnet.

Tagesstimme: Das rechte Lager ist ja äußerst heterogen. Marktliberale sind hier genauso vertreten wie immer mehr Anhänger eines dezidiert sozialen Patriotismus, Klimaskeptiker finden sich ebenso wie Anhänger des traditionellen konservativen Heimatschutzgedanken. Nicht zuletzt gibt es eine gewisse oberflächliche Feindlichkeit gegenüber allen ökologischen Gedanken, da diese unreflektiert mit dem politischen Gegner (insbesondere den Grünen) gleichgesetzt sind. Wie sind die Rückmeldungen aus der „Mosaik-Rechten“ (Benedikt Kaiser) auf Ihr nonkonformes Projekt?

Schick: Diese oberflächliche Feindlichkeit gegenüber allen ökologischen Gedanken, weil sie direkt mit dem politischen Gegner, den Grünen, verbunden wird, ist leider ein Hindernis, das es aus dem Weg zu räumen gilt. Ich glaube jedoch, dass diese affektbeladene Aversion insbesondere vom paradigmatischen Typus des „Liberalkonservativen“ bzw. von einer Generation an Konservativen, die sich in der BRD zu Technokraten gewandelt und mit der liberalen Ökonomie vermählt haben, gehegt wird. Diese sind für die Inhalte, die in der „Kehre“ vertreten werden, eh nur schwer zu begeistern.

In diesem Zusammenhang bedeutet „Kehre“ auch eine Abkehr von diesen ideologischen Restbeständen des Wirtschaftswunders und des Kalten Krieges. Meiner Ansicht nach, muss die Rechte diese ideologische Sackgasse so oder so überwinden, sofern sie das 21. Jahrhundert politisch prägen möchte. Ungeachtet dessen versuchen wir in der „Kehre“, ein relativ breites Spektrum an rechten Gedanken zur Ökologie abzubilden – das reicht von eher pro Windkraft gefärbten Artikeln bis zu vollkommener Technik-Skepsis. Abgesehen von dem ein oder anderen verschreckten „Liberalkonservativen“, waren die Rückmeldungen daher größten Teils rundum positiv.

Tagesstimme: Die ersten Ausgaben erschienen nunmehr im regelmäßigen Abstand und Sie scheinen bereits einen festen Kreis junger Autoren rund um Ihre Zeitschrift versammelt zu haben. Wie geht es nun weiter? Gibt es bereits feste Pläne für künftige Projekte rund um „Die Kehre“?

Schick: Erst einmal gilt es, das Projekt endgültig auf feste Füße zu stellen. Das heißt, den Kern zu stärken, also weiterhin die vier Hefte pro Jahr zuverlässig und mit konstanter Qualität zu veröffentlichen – auch den Autorenstamm weiter auszubauen. Danach geht es daran, das Heft zu erweitern und kontinuierlich zu verbessern. Das ist eine Aufgabe, die man wahrscheinlich nie wirklich beenden kann. Aber ja, darüber hinaus gibt es konkrete Pläne, mehr als nur eine Zeitschrift herauszugeben. Der Oikos Verlag, der „Die Kehre“ herausgibt, ist ja nicht für umsonst gegründet worden.

Tagesstimme: Um einmal Ihr Zeitschriftenprojekt als konkretes Thema zu verlassen und uns dem großen Bereich der Ökologie zuzuwenden: Warum sollte sich das konservative Lager überhaupt stärker damit befassen, als es bislang der Fall war?

Schick: Weil die Ökologie alle anderen Themenbereiche, die man beackert, zwangsläufig tangiert. Ökonomie und Soziales können nicht von der Ökologie isoliert betrachtet werden, speziell nicht in unseren Industrie- und Konsumgesellschaften westlicher Provenienz. Wenn man nicht nur an der Oberfläche kratzen möchte, dann muss man sich den Austauschprozessen zwischen Gesellschaft und Natur zuwenden. Wird dieser Schritt nicht getan und man lässt die wesentlichen sozio-ökonomischen Stellschrauben unberührt, dann bleiben die Kernelemente des liberalen Systems intakt und unterspülen jegliche konservative Gesellschaftspolitik. Anders ausgedrückt: Nur die Grenzen zu schließen oder eine Verordnung gegen die Verwendung von Gendersternchen zu erlassen, reicht bei Weitem nicht aus, um ein Umschwenken der politischen Großwetterlage zu erreichen.

Um das anhand einer materialistischen Beziehung zu verdeutlichen: Die Art des von einer Gesellschaft genutzten Energiesystems setzt die Rahmenbedingungen, in denen sich soziale Organisation ausgestalten. Ob ich in einem Zustand energetischen Überflusses oder in permanenter Energieknappheit lebe, begünstigt unterschiedliche gesellschaftliche Strukturen. In ersterem Zustand wird es der gesellschaftliche Hang zur Dekadenz einfacher haben, sich durchzusetzen, als in letzterem. Und ebenjener gesellschaftlicher Energiestoffwechsel ist ferner für das Entstehen bestimmter Umweltprobleme im Wesentlichen verantwortlich.

Angesichts der zuspitzenden Umweltkrise unserer Tage zeigt sich in diesem Zusammenhang eindeutig, dass der Liberalismus nicht dazu fähig ist, dauerhaft stabile Gesellschaftsstrukturen zu etablieren – sein Ordnungszustand ist die kategorische Unordnung, sein Naturaustausch wird durch Raubbau charakterisiert, sein Treibstoff ist die Gier, seine trügerische Verheißung der dauerhafte Wohlstand. Für einen kurzen historischen Augenblick mag dies als „stabil“ wahrgenommen werden, doch in langen Zeithorizonten, in denen eine verantwortungsvolle Politik normalerweise zu denken hätte, sind diese Systemcharakteristika zutiefst destruktiv.

Das linksliberale Establishment glaubt, dass man diese Eigenschaften des Liberalismus in „grüne“ Bahnen lenken könnte. „Grüner Kapitalismus“ schimpft sich dieses Projekt. Das ist pure Naivität. Würde man das System konsequent anhand ökologischer Variablen umgestalten, müsste man es revolutionieren und das Ergebnis hätte dann nur noch wenig mit „Liberalismus“ gemein. Denn die wesentlichen Eckpunkte dieses Systems wären zwangsläufig zutiefst konservativ: Maßhalten, Respekt der Grenze, Verortung, die Stärkung regionaler Zusammenhänge, Verringerung der Mobilität in jeder Hinsicht. Der Horizont der Welt müsste vom Globalen zurück ins Regionale schrumpfen. Die Umsetzung einer konsequent an ökologischen Variablen ausgerichtete Politik bedeutet eine „konservative Revolution“, da bin ich ganz bei Alain de Benoist.

Tagesstimme: Gibt es überhaupt einen „linken“ und einen „rechten“ Bezug zur Ökologie, oder ist das nicht vielmehr ein universalistisches Thema unabhängig der politischen Verortung?

Schick: Ich denke, dass die Ökologie im Gegensatz zu anderen Themenfeldern die Grenze zwischen „links“ und „rechts“ noch am meisten verwischen lässt. Wer radikal ökologisch denkt, der wird bei ähnlichen Zielen herauskommen und eine gemeinsame Sprache sprechen, was er auf anderen Themenfeldern wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz erreichen könnte. Radikale Ökologie kann für sich alleine völlig abgetrennt von „links“ und „rechts“ existieren. Dennoch ist ein unterschiedlicher Zugang beider Seiten zum Thema nicht von der Hand zu weisen: Für die Linke spielte die Ökologie bis Ende des 20. Jahrhunderts so gut wie keine Rolle. Der Fokus lag auf der Ökonomie, die Natur wurde der vernünftigen Organisation der Produktionsmittel untergeordnet. Das schlägt bis heute durch.

Viele Linke sind für die Ansicht der Machbarkeit aller Dinge sehr empfänglich, dass lediglich ein veränderter technischer Zugriff auf die Natur eine Lösung der Umweltkrise herbeiführen könnte. Außerdem gehört eine allumfassende „Emanzipation“ des Einzelnen von gesellschaftlichen Normen und Bindungen mittlerweile zum Kernelement linker Bewegungen und ihrer Theorien – ein Projekt, das in diesem Ausmaß nur auf dem Rücken erheblicher Energiemassen umgesetzt werden kann und damit per se antiökologisch ist. Die vollkommen mobil gewordene Welt ist ihr neues gesellschaftliches Großprojekt, doch die daraus hervorgehende bindungslose Globalgesellschaft verletzt alle ökologischen Parameter.

Nehmen wir die „Liberalkonservativen“ einmal aus, war die Rechte diesbezüglich immer konsequenter und hat deswegen die sich aus der Industrialisierung ergebenden Umweltprobleme von Anfang an problematisiert. Ihre politischen Prinzipien fügen sich mit einer konsequenten Ökologie organisch zusammen. Während sich sowohl der Liberalismus als auch der Sozialismus auf der Basis der durch die Industrialisierung entfesselten Produktivkräfte eine schöne neue Welt imaginierten, sah der Konservativismus das destruktive Element in dieser Entwicklung. Ich gehe daher soweit zu sagen, dass jeder Linke, der sein Leben radikal-ökologisch ausrichtet, gar nicht anders kann, als „rechts“ zu leben.

Tagesstimme: Fragen der Nachhaltigkeit sowie des Natur- und Heimatschutzes waren ursprünglich konservative Themen, bis es zu einer Übernahme der Umweltschutzbewegung durch die Neue Linke kam. Wie konnte sich die Rechte diese Themen wegnehmen lassen und wieso ist seitdem das Interesse daran erlahmt?

Schick: Den Grund dafür habe ich bei meiner vorigen Antwort bereits angeschnitten. Das Problem ist, dass sich die Konservativen nach 1945 mit der Marktwirtschaft versöhnten. Sie nahmen technokratische Aspekte in ihre Weltsicht auf. Abgesehen von ein paar Einzelbeispielen wie Herbert Gruhl, der dann ja auch genau deshalb die CDU verließ und die Grünen mitgründete, hat der Konservatismus – auch als Konsequenz des Schocks, den das gescheiterte Experiment des Nationalsozialismus in der Rechten auslöste – seinen rigorosen Antiliberalismus abgelegt. Der Umwelthistoriker Rolf Peter Sieferle konstatierte diesbezüglich treffend, dass der zum Technokraten mutierte Konservative nur noch für die schrankenlose Entwicklung der Produktion eintritt; bewahrt werden soll nur das sozioökonomische System.

Diese „liberalkonservative“ Prägung ist bis heute spürbar und trotz gegenläufiger, neurechter Bemühungen weiterhin sehr dominant. Deswegen hat der bundesrepublikanische Konservatismus nichts zur Ökologie beizutragen bzw. zu sagen – sie steht ihm ja eher im Weg. Damit man aus dieser Sackgasse wieder herausfindet, muss der Konservatismus an seine alten Konstanten anknüpfen, an eine transzendente Vision von altem Recht und Heimat.

Tagesstimme: Die von David Goodbart vorgenommene Unterscheidung zwischen „somewheres“ und „anywheres“ wurde zuletzt auch von Vertretern des dezidiert sozialen Patriotismus vorgenommen. Ließe sich diese auch für den Bereich der Ökologie treffen, also die Trennung zwischen weltweitem Klimaschutz und lokalen Naturschutz?

Schick: Ich würde die Unterscheidung in „somewheres“ und „anywheres“ aus ökologischer Perspektive eher so wenden, dass die „somewheres“ generell einen ökologischeren Lebensstil pflegen als die „anywheres“, ob das nun absichtsvoll geschieht oder aus den Grenzen, die einem die soziale Position und die materiellen Mittel auferlegen, ist dabei zweitrangig. Doch auch die von Ihnen formulierte Stoßrichtung birgt sicherlich einen wahren Kern: Während „anywheres“ in globalen Dimensionen denken, konzentrieren sich „somewheres“ auf ihren unmittelbareren Horizont. Da ist der Plastikmüll in der Saale sowie der Protest gegen das AKW oder das Windkraftrad vor der Haustür wahrscheinlich relevanter als ein abstraktes „Klima“. Also ja, dieses Konzept lässt sich sicherlich empirisch fundiert ökologisch aufladen.

Tagesstimme: Wenn die Rechte das Thema „Ökologie“ wieder neu für sich entdecken würde, könnte eine Wiederaufnahme der konservativen Naturschutzgedanken des 19. und 20. Jahrhunderts zwar traditionsstiftend sein, würde aber für die Probleme des 21. Jahrhunderts nicht genügen. Mit welchen Problemen sehen wir uns in den nächsten Jahren voraussichtlich konfrontiert und welche Antworten sollte die Rechte darauf finden?

Schick: Das Anknüpfen an die konservativen Naturschutzgedanken des 19. Und 20. Jahrhunderts halte ich für essentiell und keineswegs nur aus einem traditionsstiftenden Aspekt heraus. Was in diesem Zusammenhang von rechten Denkern geäußert wurde, ging bereits an den Kern des Problems. Wir befinden uns lediglich an einem fortgeschrittenen Punkt der kritischen Zerfallsentwicklung, die viele dieser Denker richtig analysiert haben. Doch während für sie die Restbestände der alten Ordnung noch sichtbar und in Teilen noch intakt waren, sehen wir uns mit ihrer vollständigen Auflösung konfrontiert.

Wir können also nicht wie bspw. Ernst Rudorff eine Konservierung der Kulturlandschaft fordern, weil sie schlicht nicht mehr existiert. Es geht also darum, die grundlegende konservative Kulturkritik, speziell im Hinblick auf die Ökologie, wieder aufzunehmen, jedoch die daraus abzuleitenden politischen Forderungen auf das Hier und Jetzt auszurichten. Wir müssen die systemimmanenten Dysfunktionalitäten des Liberalismus nutzen und gegen ihn wenden. Wir müssen ihm eine transzendente Vision entgegenstellen – konkreter ausgedrückt bedeutet das, eine neue Ordnung zu schaffen, die auf Stabilität und nicht auf der Herauslösung des Individuums aus jeglichen Bindungen aufbaut. Ökologisch verdichtet heißt das: Verringerung des Stoffumsatzes.

Tagesstimme: Wenn nun ein Leser sich dem Thema der Ökologie nähern und selbst einen Beitrag leisten möchte, was würden Sie ihm für Handlungsschritte empfehlen? Gibt es bestimmte Schlüsselschriften oder erste Schritte für ein nachhaltigeres Alltagsleben?

Schick: Zuallererst würde ich ihm das gleiche raten, was Götz Kubitschek im Interview in der kommenden vierte Ausgabe der „Kehre“ in diesem Kontext empfohlen hat: Schlage Wurzeln, gib dir einen festen Ort, ein konkretes Zentrum. Das ist der erste wirkmächtige Schritt, um sich der flüchtigen Moderne zu entziehen. Außerdem sollte man sein Leben an einem von Carl Schmitt inspirierten Axiom orientieren, das der Postwachstumstheoretiker Niko Paech formuliert hat: „Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.“ Ferner mehr reparieren, weniger wegwerfen. Und wenn es möglich ist, selbst Waren produzieren und damit dem Markt entziehen, also den Selbstversorgungsfaktor erhöhen.

Wer nach praktischer Anleitung dafür sucht, wird sehr schnell auch bei den gängigen Öko-Verlagen fündig werden. Generell lohnt in diesem Zusammenhang aber auch ein Blick in das Manuscriptum-Verlagsprogramm, die traditionsreiche Klassiker wie beispielsweise Hans Haases „Ratgeber für den praktischen Landwirt“ neu aufgelegt haben. Allgemeine Empfehlungen sind hier nur schwer zu treffen, weil nicht jedem die gleichen Optionen offenstehen.

Wenn es um die Theorie geht, dann empfehle ich ganz klar die Lektüre des Lebenswerks von Rolf Peter Sieferle. Wer die „Auflösung aller Dinge“ und ihre Verwebung mit der Umweltkrise in allen Facetten und Ausprägungen verstehen möchte, der kommt am Heidelberger Ausnahmedenker nicht vorbei. Insbesondere sein „Epochenwechsel“ als auch sein „Rückblick auf die Natur“ sind dabei politische Schlüsselwerke.

Tagesstimme: Vielen Dank für das Interview!

„Die Kehre“ im Netz: https://die-kehre.de/


Über den Interviewpartner: Jonas Schick

Geboren 1989 in Berlin, aufgewachsen bei Mannheim, arbeitet als freier Publizist und Lektor. Er studierte Politikwissenschaft an der Universität Mannheim und Soziologie und Sozialforschung an der Universität Bremen (M.A.). Sein Hauptaugenmerk gilt umwelt- und wirtschaftssoziologischen Fragestellungen sowie der politischen Ideengeschichte.

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