SPD-Bürgermeister wehrt sich gegen Pädophilie-Verdacht

Der SPD-Politiker Jörg Rehbaum soll im Internet einen Sexchat mit einem 13-jährigen Mädchen geführt haben. Der 51-Jährige weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einer Fälschung.

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Symbolbild (CC0).

Burg. – Die Stadt Burg (bei Magdeburg) ist nun nicht unbedingt die bekannteste Stadt Deutschlands. Nun bringt sie jedoch ihr Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) in die Schlagzeilen, denn er steht im Zentrum eines mutmaßlichen politischen Skandals. Rehbaum habe sich mit einem minderjährigen Mädchen zu sexuellen Handlungen verabreden wollen, lautet der Vorwurf. Die Polizei ermittelt von Amts wegen aufgrund des Anfangsverdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Intimer Chatverlauf mit 13-Jähriger

„Und du bist wirklich erst 13? Siehst viel älter aus.“ Diese Nachricht soll genauso wie alle folgenden von Rehbaum stammen. Ihr Empfänger: Ein angeblich13-jähriges Mädchen. Diese fasst die Nachricht als Kompliment auf: „thx. sagen ja auch alle jungs das ich viel weiter bin.“ Darauf folgt die Frage: „Hmm. Kannst du mir noch mehr von dir zeigen?“ Tatsächlich schickt die Schülerin ein leicht bekleidetes Foto von sich, will jedoch im Gegenzug auch eines ihres Gesprächspartners. Der schickt ein typisches Badspiegel-Selfie – zu sehen ist das von den Wahlplakaten bekannte Gesicht Jörg Rehbaums. Das Mädchen fragt den 51-Jährigen direkt, ob er auch Sex mit ihr haben möchte. Als er das bejaht, bricht sie die Unterhaltung ab: „ihhhhh du cringe denkst du ich würde sex mit dir haben. ich hb nen freund.duch dir was in deinem Alter perverser Opa.“

Enthüllungen über die ÖVP

Rehbaum: „Chat ist gefälscht“

Der Bürgermeister weist unterdessen alle Vorwürfe zurück. Der Chat sei ihm vollkommen unbekannt und ihm erst im Gespräch mit der Polizei vorgelegt worden. „Der Chat, der mir bei der Polizei gezeigt wurde, zeigt unter anderem eine Person, die ich weder kenne noch zu ihr Kontakt aufgenommen habe. Dieser Chat ist komplett ohne mein Wissen erstellt worden. Er ist gefälscht und dient hier ausschließlich dem Sinn und Zweck, mich zu kompromittieren beziehungsweise gegebenenfalls zu erpressen“, so Rehbaum. Der SPD-Politiker erstattete aus diesem Grund eine Gegenanzeige wegen Erpressung und anderer Straftaten.

Echtheit ist zweifelhaft

Veröffentlicht wurde der Chatverlauf vom AfD-Kreisverband im Jerichower Land. Dem Verband wurde der Verlauf laut eigenen Angaben von einer unbekannten Mail-Adresse zugeschickt. Zusätzlich wurde der angebliche Chat auf einer anonymen und ohne Anmeldung nutzbaren Internetseite veröffentlicht. Angesichts der im Raum stehenden Vorwürfe forderte der AfD-Kreisvorsitzende Gordon Köhler den SPD-Bürgermeister zum Rücktritt auf.

Die Echtheit des Chats ist bislang nicht bestätigt. Die angeblichen Screenshots des Chats wurden aus aus der Nutzersicht des Beschuldigten aufgenommen. Demzufolge müssten sie direkt vom Telefon des Beschuldigten stammen. Möglich ist daher, dass entweder Rehbaums Telefon gehackt wurde, sich jemand im Netz als Rehbaum ausgegeben hat oder die Screenshots als Ganzes eine Fälschung sind.

Nicht der erste Skandal in Burg

Es ist nicht der erste mutmaßliche Pädophilie-Skandal in Burg. Bei einem SPD-Stadtrat wurde bereits 2018 kinderpornografisches Material gefunden, der wegen seines Engagements gegen „Rechts“ bekannte Mann wurde damals zu sechs Monaten Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, verurteilt. Rehbaum zeigte sich damals „zutiefst erschüttert“ über den Vorfall.

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