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Corona-Krise als Geldregen für etablierte Medien

Noch nie zuvor hat die österreichische Bundesregierung so viele Millionen Euro an Zeitungen und Privatsender ausgeschüttet.

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Symbolbild: Pixnio [CC0]

Wien. – Das Jahr 2020 war ein Rekordhoch, was die Ausgaben der Regierungswerbung anbelangt. Wie die Tageszeitung Der Standard Mitte Dezember berichtete, gab die türkis-grüne Bundesregierung seit ihrer Angelobung im Januar bis Ende September rund 31,4 Millionen Euro für Inserate, TV-Spots, Banner, Radiowerbung und Social-Media-Kampagnen aus.

Besonders der Boulevard profitiert

Besonders profitierten die österreichischen Boulevardmedien von den Einschaltungen der Ministerien. Rund zwölf Millionen Euro gingen seither an Krone (5,3 Millionen), Österreich/Oe24 (3,4 Millionen) und Heute (3,3 Millionen) – das sind 39 Prozent des gesamten Werbeetats.

Doch nicht nur die Ministerien, sondern auch öffentliche und staatsnahe Stellen und Betriebe fördern Medien mit Werbeausgaben, die sie jedes Quartal der Medienbehörde melden müssen. „Bis Ende September 2020 haben sie insgesamt 151 Millionen Euro für Werbung ausgegeben – so viel wie noch nie in den ersten drei Quartalen eines Jahres seit Beginn der Erhebungen“, heißt es im Standard-Bericht weiter. Zusätzlich hat die Bundesregierung Ende November ein Vier-Jahres-Budget von 210 Millionen Euro für Media- und Kreativleistungen ausgeschrieben.

Presseförderungen und weitere Inserate

Aber damit nicht genug: Wie unzensuriert.at in einem Bericht aufzeigt, sind die Werbeausgaben für Medien im Jahr 2020 insgesamt noch höher. Denn nicht alle Inserate sind meldepflichtig – wenn sie etwa die Grenze von 5.000 Euro nicht überschreiten. Solche Inserate würden jedoch nur öffentlich, wenn Nationalratsabgeordneter konkret dafür eine parlamentarische Anfrage an das zuständige Ministerium stellt, heißt es in der unzensuriert.at-Recherche.

Neben den Inseraten erhalten viele Zeitungen und Radios zudem noch eine jährliche Presseförderung (samt Vertriebs-, Qualitätsförderung oder Druckkostenbeiträge). Auf der Homepage der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) finden sich die genauen Zahlen aufgelistet: So wurde etwa der „Privatrundfunkfonds“ für dieses Jahr um 15 Millionen Euro auf insgesamt 35,4 Millionen Euro erhöht. Corona-bedingte Sonderförderungen gab es auch für Tages- und Wochenzeitungen (12,1 bzw. 2,7 Millionen Euro). Anfang April 2020 hatten ÖVP, Grüne und SPÖ dazu ein insgesamt 32 Millionen Euro schweres Paket beschlossen.

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