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Umfrage

Mehrheit der Franzosen will sich nicht impfen lassen

Frankreichs Regierung steht momentan medial in der Kritik, die Impfungen gegen Corona zu schleppend voranzutreiben. Gleichzeitig spricht sich über die Hälfte der französischen Bevölkerung in einer aktuellen Umfrage gegen eine Impfung aus.

3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild (CC0).

Paris.– Wenn auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern langsamer, so starteten in den vergangenen Tagen dennoch auch in Frankreich die Impfungen gegen das Coronavirus. Doch mit dem Start der Impfkampagne steigt die Zahl derjenigen Franzosen, die dem Impfstoff skeptisch gegenüberstehen. Eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage, die von der französischen Tageszeitung Le Figaro in Auftrag gegeben wurde, zeigt auf, dass die Mehrheit der Franzosen sich nicht impfen lassen möchte. Verglichen mit dem Vormonat sei die Zahl sogar noch um acht Prozent angestiegen, heißt es in dem dazugehörigen Beitrag.

68% der Le Pen-Wähler gegen Impfung

Befragt wurden 1.004 Franzosen, von denen sich 58 Prozent nicht persönlich impfen lassen wollen. Unterschiede konnte man bei den Impf-Befürwortern, die mit insgesamt 42 Prozent die Minderheit bildeten, sowohl beim Alter als auch beim Geschlecht der Befragten ausmachen. So sprachen sich bei den über 65-Jährigen 58 Prozent für eine Impfung aus, zwischen 50 und 64 waren es 43 Prozent und im Alter zwischen 35 und 49 waren es nur 32 Prozent. Auch scheinen Frauen von dem Impfstoff weit weniger zu halten als Männer: 69 Prozent der weiblichen Befragten sprachen sich gegen eine Impfung der eigenen Person aus. Bei den männlichen Teilnehmern waren es 54 Prozent.

Auch aus politischer Perspektive ist die Analyse der Befragung interessant: So schreibt der Figaro, dass die größte Zurückhaltung gegenüber der Corona-Impfung bei der Wählerschaft von Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon läge. Hier erreichte die Impf-Ablehnung 68 bzw. 60 Prozent. Hingegen sprachen sich 56 Prozent der Wähler von Emmanuel Macron für das Impfen aus.

Schleppender Impfstart in Frankreich

Diesen Umfrage-Ergebnissen zum Trotz liest man in französischen und auch deutschsprachigen Medien momentan vor allem von der „scharfen Kritik“ gegenüber der französischen Regierung, weil diese die Impfungen zu langsam starte. So heißt es beispielsweise im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Immer lauter wird die Kritik von der Opposition und von Medizinern am allzu schleppenden Impfstart.“ Dieser „Opposition“ habe sich sogar Präsident Macron bei seiner Neujahrsansprache angeschlossen, in der er u.a. sagte: „Ich werde es nicht zulassen, dass sich eine ungerechtfertigte Langsamkeit einrichtet.“

Große Unterschiede bei Anzahl der Geimpften in Europa

Laut Bericht des RNDs hatten bis zum vergangenen Wochenende in Deutschland mehr als 200.000 Menschen eine Impfung erhalten, in Italien waren es rund 80.000 und in Dänemark 45.800. In Frankreich hätten bisher jedoch gerade einmal ein paar Hundert Personen die Impfung bekommen.

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