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Nach ‚Sturm aufs Kapitol‘

Metal-Legende Jon Schaffer verhaftet

Auch der virtuose Gitarrist der US-Metal-Band Iced Earth muss sich wohl wegen seiner Teilnahme an den Protesten im US-Regierungsgebäude in Washington verantworten. Schon zuvor war bekannt geworden, dass sich der bekannte Musiker unter den hunderten Demonstranten befand, die am Dreikönigstag ins Kapitol eingedrungen waren.

3 Minuten Lesezeit
<p>Bild (Jon Schaffer bei einem Konzert, 2010): Alexandre Cardoso via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:JonSchafferBrazil.jpg">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA 2.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild (Jon Schaffer bei einem Konzert, 2010): Alexandre Cardoso via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Washington, DC. – Obwohl Schaffer bereits länger als starker Unterstützer von Noch-Amtsinhaber Donald Trump gilt und auch in seiner Musik bereits patriotische Texte und Themen aufgriff, verwunderte sein Auftritt quasi „an vorderster Front“ die gesamte Musikwelt. Seitdem ranken sich etwa in Szenekreisen die Diskussionen, inwiefern sich dies auf die Bewertung seiner Kunst auswirke. Im Netz versuchten zahlreiche, vor allem politisch linksgerichtete, Nutzer ihre Alben zu verscherbeln.

Festnahme: Sechs Vorwürfe gegen Musiklegende

Nun haben ihn dem Fachmagazin Rock Hard zufolge tatsächlich Beamte des Federal Bureau of Investigation (FBI), der US-Bundespolizei, festgenommen. Demnach stehen gegen Schaffer sechs Vorwürfe im Raum, darunter die „Teilnahme an einem Akt körperlicher Gewalt in einem Kapitolsgebäude“. Er befinde sich „mutmaßlich unter den Aufrührern, welche die Polizei mit Pfefferspray besprühten“, so die Behörde in einem Twitter-Statement.

Übrigens: Er ist nicht der einzige Prominente, der sich unter den überschwänglichen Demonstranten, die ins Kapitol eindrangen, befunden haben soll. Auch der ehemalige Starschwimmer Klete Keller (38), zweifacher Kraul-Olympiasieger mit der US-Staffel, wurde vor wenigen Tagen wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung angeklagt. Es drohen beiden – wie wohl vielen weiteren Teilnehmern des Protests – mehrere Jahre Haft, das US-Justizsystem ist für teils drakonische Strafmaße bekannt.

Schaffer wetterte gegen Zeitgeist und Eliten

Schaffer outete sich schon vor einiger Zeit als Trump-Unterstützer und als scharfer Kritiker des Zeitgeists. Erst vor wenigen Monaten sagte Schaffer gegenüber der Welt: „Eine Gruppe von Gangstern und Kriminellen hat dieses Land schon vor langer Zeit an sich gerissen. Nun starten sie ihr großes Ding, aber das wird nicht passieren. Sie sind Globalisten. Das ist der Abschaum der Erde. Dies sind Kriminelle, die hinter den betrügerischen Gebühren unserer Währung stecken, sie stecken hinter allen Kriegen, sie stecken hinter all diesem Mist, hinter der Teile-und-Herrsche-Taktik, hinter der Rassentrennung.“ All dies sei „Unsinn“ und „Müll“.

Er appellierte damals an die Bürger, sich darüber schlau zu machen: „Die Leute müssen aufwachen und aus der Matrix ausbrechen, weil sie sonst untergehen.“ Auch übte Schaffer sehr starke Kritik daran, dass es „so viel Hass auf Trump“ gäbe, dies sei einfach lächerlich. Dieser müsse sich gegen eine „kriminelle Mafia“ zu Wehr setzen, deren Ziel es sei, die Souveränität im Lande zu zerstören und eine globale Regierung anzustreben. Etablierte Medien hafteten ihm in der Folge schnell das Image des „Verschwörungstheoretikers“ an.

Patriotische Gesinnung auch in Musik ausgedrückt

Schaffer (52) ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied der seit den 1980er-Jahren aktiven Metalband Iced Earth. Gerade sein markantes Gitarrenspiel ist besonders einzigartig und gilt als wichtiges Wiedererkennungsmerkmal der Musik. Als Mastermind der Band galt er auch als Verantwortlicher für teils opulente Konzeptalben, die nicht selten seine amerikanische Heimat in einem positiven Licht zeichnen. Schon als er sich in „The Glorious Burden“ (2004) mit der Soldatenehre in unterschiedlichen Epochen beschäftigte, folgten hitzige Debatten in der Szene.

Dass prominente Künstler, gerade aus dem Bereich der Musik, sich vereinzelt für Trump aussprachen, ist kein Einzelfall. Die Tagesstimme berichtete im Herbst über Punk-Legende Johnny Rotten, der zur Wahl des Republikaners aufrief. Auch der Rapper 50 Cent hätte mit Trump mehr Freude gehabt als mit Biden: „Ich will nicht 20 Cent sein“, so der schwarze Sprechgesang-Künstler zu seinen Wahlabsichten.

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