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„Presse Service Wien“

Linksextreme Überwachungskamera

Droht ein Staatsstreich in Österreich? Haben linke Rechercheure einen „Corona-Putsch“ aufgedeckt? „Presse Service Wien“ geistert aktuell durch die Medien und gibt sich als seriöser Journalismus. Dass das kaum hinterfragt wird, ist beachtlich für eines der zentralen Projekte der autonom-antifaschistischen Szene in Österreich.

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<p>Julia S. vom &#8222;Presse Service Wien&#8220; bei der Corona-Demonstration am 16.1.2021. </p>

Julia S. vom „Presse Service Wien“ bei der Corona-Demonstration am 16.1.2021.

von Recherche Österreich

Oberfläche ist alles. Eine Homepage, ein Instagram- und ein Twitter-Profil. Dazu ein harmloser Name und die Projektbeschreibung „Netzwerk Freier Foto- & Videojournalist*innen“ mit dem Subtext „Medienprojekt zur Dokumentation sozialer Bewegungen und (extrem) rechter Mobilisierungen in Zentral- und Osteuropa“. Schaut nach viel aus; ist aber nicht so groß. Im Kern besteht die Seite ohne Impressum wohl aus zwei szenerelevanten Personen: Der Rückschluss lässt sich allein aus deren Dauerpräsenz bei Demonstrationen ziehen, bei denen sie „dokumentieren“ und wo die Fotos auftauchen.

„Prinzessin Gnadenlos“

Das ist die auf Twitter als „Antifa Prinzessin“ benannte „Schwarze Katze“, sozialdemokratischer Hintergrund, bürgerliche Existenz Antifa-Referat der ÖH Wien, „international kampferfahrene Genossin“ („Cicero“) der autonomen Szene in Wien und „Informationsdrehscheibe“ („Kurier“). Julia S. erfreut es, mit kleinbürgerlichem Aussehen und linksextremem Herz überall mit Kamera dabei zu sein, wo der politische Gegner oder die eigene Szene sich zeigt. „Und jeden Abend beim Einschlafen die leise, naive Hoffnung, dass die Welt über Nacht aus den Fugen gerät“, ist keine Putschdrohung eines Corona-Kritikers, sondern das Leitmotiv des Twitter-Accounts von „Prinzessin Gnadenlos“ (Freilich-Magazin). Auch bei der Corona-Demo letzten Samstag war sie mit ein bis zwei „Bodyguards“ – Männern aus der autonomen Szene – und Heidizöpfen unterwegs, um mit Teleobjektiv rechte Menschen oder soziale Auffälligkeiten zu dokumentieren.

Die ehemalige Wiener Grünen-Chefin Birgit Hebein (li.) gemeinsam mit Julia S. (re.) am 8. September 2018.

Vincentini will „rechte Umtriebe“ dokumentieren

Ebenfalls unterwegs war Lorenzo Vincentini, der feste Mann beim Projekt. Er ist auch der „Journalist“, der in den Medien als „angegriffen“ erwähnt wird. Im Gegensatz zur schüchternen Katze sucht er schon gerne selbst Medien auf und lässt sich als „Journalist“ vorführen, der – auch von der Polizei – bei der Arbeit behindert würde. Dabei ist es doch schön, wenn das Hobby zum Beruf wird: „Der 26-jährige Vincentini hat sich beruflich auf die extreme Rechte fokussiert. Bei diesem Thema kann der Journalist sein berufliches Interesse mit seiner persönlichen Überzeugung verbinden: ‚Solche Umtriebe müssen auf jeden Fall dokumentiert werden‘, sagt der laut Eigendarstellung ‚überzeugte Antifaschist‘ dem Nachrichtenmagazin „profil“. Vincentini: ‚Niemand soll später sagen, er oder sie hätte es nicht gewusst.‘“ Und genau hier beginnt die Problemzone: Der Presseausweis legitimiert hier nicht einen Journalisten, sondern deckt einen Aktivisten.

Überzeugungstäter können manchmal etwas penetrant sein. Wer auf eine Demonstration geht, weiß, dass er gefilmt oder fotografiert wird, es ist ja auch ein öffentliches Bekenntnis für eine Sache. In Zeiten von Teleobjektiven ist es kein Problem, jemanden zu zoomen. Wenn allerdings Arbeit und Aktivismus verschwimmen, wird es schnell seltsam. Der Antifa-Fotograf mutiert zum „Stalker“, dem nicht nur das Bild wichtig ist, sondern seine persönliche und distanzlose Gegenwart, die wohl sowas wie ein Widerstandsakt sein soll, der auch provoziert. Die so gestalkten Fotoobjekte mögen dieses Gefühl der Verfolgung nicht, die Polizei bei Veranstaltungen weiß, dass dieses Verhalten eskaliert. Zurückweisungen spielt der Antifa-Fotograf dann als „Angriff auf die Pressefreiheit“, etablierte Medien wie „Der Standard“ oder „profil“ spielen da gerne mit. Unweit der Corona-Demo am Samstag hatte der Gesinnungsfotograf anscheinend eine Gruppe Fußballfans entdeckt und wollte sie aus der Nähe ablichten. Auf die Aufforderung, das sein zu lassen, hatte er nicht reagiert und wurde dann offenbar von einer Person attackiert.

Linksextremer Fotodienst

„Presse Service Wien“ hat dabei eine sehr spannenden Arbeitsweise, die sich nicht nur durch die Anwesenheit der zwei Personen auf Demonstrationen erklärt. Auch der Blick auf die Seiten und durch die Galerien bzw. auf Twitter erklärt die Arbeitsweise des linksextremen Fotodienstes.

Da sind die sozialen Bewegungen, die der „Presse Service Wien“ als erstes dokumentieren will. Was so freundlich klingt, sind dann vor allem Veranstaltung der Szene, aus der die beiden kommen. Autonome Antifa, „Plattform Radikale Linke“ und zunehmend mehr PKK-nahe Kurden sind damit gemeint, die Szene trifft sich ja in und um das Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) in Wien-Favoriten. Das wird natürlich kaschiert und aus dem syrischen, bewaffneten PKK-Ableger YPG und drei gefallenen Kurdenkommandantinnen dort wird eine „feministische Frauen-Demo“. Was man österreichischen Journalisten erzählen kann, aber eben nicht Favoritner Türken, die in PKK und linksextremen Konsorten schlichtweg „Terroristen“ sehen. Das war auch der Auslöser für die Favoritner Krawallnächte um das von der Stadt Wien finanzierte EKH letztes Jahr.

Spannend und vielsagend sind die unterschiedlichen Fotostile bei der Arbeit des linken „Presse Service“: Bei den „sozialen Bewegungen“, also Demos aus der linksextremen, autonomen Szene, achtet man vor allem darauf, dass die Banner, Plakate und Parolen gut vermittelt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Menschen eben nicht zu erkennen sind. Vermummung allein reicht da nicht, man will ja keine Genossen dokumentieren, also werden die Gesichter da klarerweise unkenntlich gemacht. Damit den Freunden nichts passiert… 

Ein besonderes Interesse hat „Presse Service Wien“ auch an der Polizei. Funktionell übernehmen sie hier eine schützende Funktion für ihre Szene. Polizeifotos schauen gerne bedrohlich aus, vor allem wenn die Beamten Schutzausrüstung angelegt haben. Dazu kommen aggressive Polizeihunde, gerne aus der Nähe abgelichtet, all das zeigt den „Repressionsapparat“. Auch bei Blockaden und politischem Fangenspielen in der Innenstadt ist man dabei, um den Genossen den Rücken zu stärken und klarzumachen: Die Polizei ist nicht unbeobachtet. Sie ist aber kein „Freund und Helfer“, sondern wird als Gegner der geschätzten „sozialen Bewegungen“ gesehen.

Auf der Suche nach „Faschisten“

Bevorzugtes Objekt der Recherche sind aber rechte Gruppen und Menschen: Vom Neonazi über die Identitären und FPÖ bis zu christlichen Lebensschützern ist alles dabei, was vom „Presse Service Wien“ als „rechte Mobilisierung“ identifiziert wird. Anhand der Corona-Demo kann man hier einen eigenen Interessensschwerpunkt erkennen: Die beiden Fotografen suchen konkrete Personen, dokumentieren andere, die sie noch nicht kennen, wollen sehen, wer mit wem, wo ist und interessieren sich auch für Abzeichen (bei Polizei und Demonstranten) und umschwirren so die Demonstration auf der Suche nach belastendem Material und für das ewige Archiv. Die Faschisten könnten ja überall sein.

Da wird aus einem „Oakley“-Mountainbikehandschuh schon mal ein „Schlaghandschuh“. Ein Veteran mit einem Rucksack mit Bundesheerabzeichen könnte ein soldatischer Potenzial-Putschist sein, Menschen mit Tarnhosen – zur Zeit gerade sehr modern – ebenso. Aus dem dünnen Mix – mit Küssel-Frisur hinter einem gelben Transparent – macht man dann ein Belastungspaket, das an befreundete Gesinnungsgenossen bei den Medien geht. Plus der Meldung: „Journalist wurde angegriffen.“ Wohlgemerkt, bei rund 15.000 Menschen auf der Demo. Mit selektivem Blick: Alternative Menschen bei der Veranstaltung werden nicht fotografiert, es passt nicht ins Bild.

Seit es Corona und Demonstrationen gegen die Maßnahmen der Regierung gibt, ist da sowieso „high life“ für die Berufenen vom „Presse Service Wien“. Schon am 5. Jänner 2021 posteten sie, dass sie alles aufgedeckt hätten, aber keiner höre auf sie… Neu ist, dass eben nicht nur fotografiert wurde, sondern man auch im Organisations-Telegram der Corona-Demo gelandet ist. Da sinnieren ein paar „Hardliner“, dass die Demo zu einer stehenden Veranstaltung über ein paar Tage werden könnte und die Regierung dann zurücktritt. Ja, und so haben die „Faschisten“ dann den „Staatsstreich“ geplant, „Presse Service Wien“.

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