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Kritik an FFP2-Maskenpflicht

Ab heute herrscht in Österreich eine FFP2-Maskenpflicht. In Deutschland werden ähnliche Maßnahmen diskutiert, doch es gibt auch Kritik von Experten.

2 Minuten Lesezeit
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Symbolbild (CC0).

Seit dem heutigen Montag gilt in Österreich vielerorts die FFP2-Maskenpflicht. Konkret müssen die FFP2-Masken ab dem 25. Januar im Handel, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Märkten, bei Dienstleistern, in Ordinationen und Verwaltungsgebäuden getragen werden. Bei Verstößen gegen die Tragepflicht droht ein Organstrafmandat in der Höhe von 25 Euro.

Verschärfte Regeln

Die österreichische Bundesregierung will mit dieser Maßnahme die Corona-Pandemie weiter eindämmen. Von der Verpflichtung gänzlich ausgenommen sind Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr. Zwischen dem vollendeten sechsten und vollendeten 14. Lebensjahr sind auch Stoffmasken erlaubt. Außerdem sind Personen, denen aus gesundheitlichen Gründen das Tragen der FFP2-Masken nicht zugemutet werden kann, von der neuen Regelung ebenfalls befreit.

FFP2-Masken besitzen eine dichtere Struktur und können dadurch kleinere Aerosole besser filtern. Allerdings sind sie durch den Filter auch weniger luftdurchlässig, was zu einem höheren Atemwiderstand führt. Speziell ältere Menschen mit Atemproblemen, Lungengeschädigte und Angehörige von Risikogruppen sollten sich daher von ihrem Arzt beraten lassen.

Kritik von Experten

Andreas Podbielski, Chef des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universitätsmedizin Rostock, sieht eine FFP2-Maskenpflicht kritisch, da das Tragen der Masken sehr „belastend“ sei. „FFP2-Masken sind für Profis in Profi-Situationen gedacht“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe zwar gute wissenschaftliche Untersuchungen zu deren Nutzen im Klinikbereich, nicht jedoch für den Alltag.

Das bestätigt auch das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage: „FFP2-Masken kamen bisher zweckbestimmt und zielgerichtet im Rahmen des Arbeitsschutzes zum Einsatz. Daher wurden außerhalb des Gesundheitswesens noch keine Untersuchungen zu den gesundheitlichen, gegebenenfalls auch langfristigen Auswirkungen ihrer Anwendung (z.B. bei Risikogruppen oder Kindern) durchgeführt. In Untersuchungen mit Gesundheitspersonal wurden Nebenwirkungen wie z.B. Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis infolge des abschließenden Dichtsitzes beschrieben.“

Grundsätzlich empfiehlt Podbielski das Tragen einer Maske. „Es ist inzwischen zweifelsfrei erwiesen, dass Masken tatsächlich bis zu einem gewissen Grad zur Ausbreitungsvermeidung von Covid beitragen“, sagte er im Interview mit dem rbb. Mit FFP2-Masken müsse man aber umgehen können und sie auch vertragen, gibt er zu bedenken.

Die „Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene“ (DGPI) warnt ebenfalls vor möglichen gesundheitlichen Risiken. „Ein gesunder, junger Mensch wird das vielleicht eher tolerieren. Aber ein älterer Mensch, vielleicht mit Vorerkrankungen – also diese Gruppe, die man besonders schützen möchte – hat erhebliche Mühen, vernünftig zu atmen“, sagte Peter Walger von der DGPI im Gespräch mit der rbb-Abendschau.

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