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Frankreich

Lehrer erhält Morddrohungen nach Islamkritik

Nach dem grausamen Mord an Samuel Paty rief ein Lehrer aus Frankreich zum „Widerstand gegen die islamistische Gefahr auf“. Seither wird ihm mit dem Tod gedroht. Polizisten eskortieren ihn jeden Tag auf dem Weg zu seiner Schule.

3 Minuten Lesezeit
<p>Bild: Der französische Geschichtslehrer Samuel Paty wurde auf offener Straße enthauptet. / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2020-10-21_12-05-53_rassemblement-Belfort.jpg">Thomas Bresson</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0">CC BY 4.0</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Der französische Geschichtslehrer Samuel Paty wurde auf offener Straße enthauptet. / Bild: Thomas Bresson, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Paris. – Der französische Lehrer Samuel Paty wurde im vergangenen Oktober auf offener Straße enthauptet. Er hatte zuvor im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt, das wurde ihm zum Verhängnis. Seitdem häufen sich Meldungen von Lehrern über Einschüchterungen und Drohungen, welche eindeutig dem „islamistischen Radikalismus“ zuzuordnen sind (Tagesstimme berichtete). Besonders schwerwiegend scheint hierbei aktuell der Fall von Philosophielehrer Didier Lemaire aus Trappes (Yvelines) zu sein, welcher nach der Ermordung Patys in einem Meinungsbeitrag für das französische Nachrichtenmagazin L‘Obs zum „Widerstand gegen die islamistische Gefahr“ aufgerufen hatte. Er erhält seitdem Morddrohungen.

„Viele Kinder werden zum Hass auf Frankreich erzogen“

In seinem besagten Meinungsbeitrag forderte Lemaire u.a. die Schüler besser vor dem idiologischen und sozialen Druck der Islamisten zu schützen: „Wir haben nicht mehr viel Zeit, bevor die Situation eskaliert. Viele Kinder werden zum Hass auf Frankreich erzogen.“

Der Pädagoge unterrichtet seit 20 Jahren an einer weiterführenden Schule in Trappes, einer Vorstadt nordwestlich von Paris. Dort würden, so Lemaire in einem Interview mit dem französischen Nachrichtensender LCI am Sonntag, 30.000 Menschen aus 70 Herkunftsländern leben und der radikale Islamismus zunehmen. „Es gibt keine gemischten Friseursalons mehr. In den Cafés werden keine Frauen geduldet. Schon kleine Mädchen werden vollverschleiert auf die Straße geschickt“, berichtete er. Auch in seiner Schule sei der wachsende Druck der Islamisten auf die Jugendlichen spürbar.

Lehrer will sich Islamisten nicht beugen

Wegen den Äußerungen in seinem Meinungsbeitrag erhält der Lehrer nun Morddrohungen und wird auf der Straße angefeindet. Zwei Polizisten eskortieren ihn seit Anfang November jeden Morgen zu seiner Schule und zurück. Wie er in dem LCI-Interview erklärte, unterstütze ihn seine Schulleitung zwar, habe ihm aber auch nahegelegt, die Schule zu wechseln. Er lehnte dies jedoch ab. Er wolle sich den Islamisten nicht beugen. Eine Versetzung könne nicht „die Lösung“ sein und er sehe es als Verrat an seinen Schülern an, wenn er die Schule, an der er seit 20 Jahren unterrichtet, wechseln würde.

Für Lemaire habe die Veränderung in seiner Stadt bereits im Oktober 2000 angefangen. Damals wurde die Synagoge in Trappes in Brand gesetzt. Seither hätten die jüdischen Bewohner die Stadt nach und nach verlassen, sagte er. Nun seien es alle anderen Andersgläubigen und die gemäßigteren Muslime, die wegziehen würden. Der Lehrer stellt mit Erschrecken fest, dass der radikale Islamismus die Stadt zunehmend verändere: „In Trappes hat die Republik schon verloren.“

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