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Erzbischof von Aleppo kritisiert Syrien-Sanktionen

Knapp zehn Jahre nach Ausbruch des Syrienkrieges hat der katholische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clément Jeanbart, die anhaltenden Sanktionen des Westens gegen Syrien kritisiert.

2 Minuten Lesezeit
<p> Erzbischof Jean-Clément Jeanbart verteilt Hilfspakete an Bewohner von Aleppo. © Kirche in Not</p>

Erzbischof Jean-Clément Jeanbart verteilt Hilfspakete an Bewohner von Aleppo. © Kirche in Not

Aleppo/München. – „Die Sanktionen des Westens werden weiterhin keine Auswirkungen auf die Regierung haben. Sie ist von den Folgen wenig betroffen“, sagte der Erzbischof laut einer am Montag vom päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ veröffentlichten Pressemitteilung. Das eigentliche Ziel, die Assad-Regierung zu schwächen, sei damit verfehlt worden. Umso härter träfen die Handels- und Devisenbeschränkungen jedoch die Zivilbevölkerung. „Die Menschen haben nicht mehr genug Nahrung, Strom, Gas oder Heizöl“, erklärte Jeanbart. Außerdem fehle den Menschen nun die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen, um größere Anschaffungen zu finanzieren. „Die Sanktionen haben keine andere Folge, als die Menschen weiter in Leid und Elend zu stürzen.“ 

Verhandlungen statt Sanktionen

Der Erzbischof forderte daher die westlichen Regierungen auf, mit Syriens Präsident Baschar al-Assad zu verhandeln. „Es muss einen fairen Dialog geben. Der Westen kann Druck in der Weise ausüben, dass sich die Regierung bereit erklärt, einen Weg zum Frieden einzuschlagen und manche ihrer Verhaltensweisen aufzugeben“, so Jeanbart.

AfD und Linke gegen Sanktionen

In Deutschland kritisieren vor allem AfD und Linkspartei die Sanktionen gegen Syrien. Wie die katholische Tagespost berichtet, erklärte der Sprecher der Christen in der AfD, Ulrich Oehme, dass seine Fraktion Sanktionen gegen einen Staat grundsätzlich ablehne. „Die Sanktionen dürfen sich ausschließlich gegen die Verantwortlichen richten und nicht ganze Völker in Sippenhaft nehmen“, so Oehme.

Die religionspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christine Buchholz, forderte ebenfalls ein Ende der Sanktionen: „Alle Hilfsorganisationen müssen helfen dürfen, das Leid der syrischen Bevölkerung zu lindern. Sanktionen treffen immer die Zivilbevölkerung am heftigsten und nicht das Regime. Deshalb ist ‚Die Linke‘ gegen alle Sanktionen und fordert ihre Aufhebung.“

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