Gelbe Armbänder für Geimpfte

LH Kaiser erntet Shitstorm

Mit gelben Armbändern wollte Landeshauptmann Peter Kaiser die Impfbereitschaft der Bürger erhöhen. Für die Idee hagelte es massive Kritik in den sozialen Medien. Kaiser entschuldigte sich schließlich via Videobotschaft.

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Bild: LPD/Helge Bauer.

Klagenfurt. – Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat am Mittwoch eine neue Impfkampagne vorgestellt und damit für große Aufregung in den sozialen Medien gesorgt. Angelehnt an die gelben „Armstrong-Bänder“ für die Krebsforschung soll demnach jeder, der die Corona-Impfung erhält, auch ein kostenloses gelbes Armband als „sichtbares Zeichen“ und „Motivation für andere Menschen“ bekommen.

Einer Mitteilung des Landes Kärnten zufolge stammt die Idee von zwei Kärntner Unternehmen. Mit der neuen Kampagne möchte das Land die Impfbereitschaft erhöhen und das „Wir-Gefühl“ stärken.  „Es wäre schön, würde die Bundesregierung diese Kärntner Idee aufgreifen und umsetzen“, so Kaiser in einer Mitteilung.

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Darmann: „Spaltung der Gesellschaft“

Kritik an der Idee kam indes vom Kärntner FPÖ-Landeschef Gernot Darmann. „Das ist eine mehr als fragwürdige Idee von SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser, all jene, die sich gegen Corona impfen lassen, mit einem billigen Armband auszustatten. Damit bewegt sich Kaiser gefährlich nahe an eine Spaltung der Gesellschaft zwischen Geimpften und Nichtgeimpften. Wenn so etwas einmal eingeführt ist, kann es dazu dienen, eine große Gruppe von Menschen zu diskriminieren bzw. auszuschließen“, teilte Darmann in einer Aussendung mit.

In den sozialen Medien fielen die Reaktionen sehr kontrovers aus. Der Facebook-Beitrag zur Kampagne wurde bereits über 5.000 Mal kommentiert (Stand: 17.02.2021, 15:00 Uhr). Während manche Nutzer die Aufregung nicht nachvollziehen konnten, hagelte es von den meisten Nutzern massive Kritik. Viele von ihnen fühlten sich bei den Armbändern an die gelben Judensterne in der NS-Zeit erinnert. Andere wiederum sahen darin eine weitere Spaltung der Gesellschaft.

Reaktion auf Kritik

Landeshauptmann Kaiser reagierte schließlich mit einer kurzen Videobotschaft. Darin zeigte sich der SPÖ-Politiker „erschüttert“ über die vielen Kritiken. „Ich habe mit diesem Vorschlag eigentlich nur unterstützen wollen, dass Menschen, die sich impfen lassen, auch als positives Beispiel gelten. Ich sehe ein, dass das von manchen ganz ganz anders aufgefasst wird. Wenn ich damit Gefühle verletzt habe, möchte ich mich entschuldigen“, erklärte Kaiser. Dennoch appellierte er an alle Menschen, sich impfen zu lassen, wenn sie die Chance dazu hätten.

Die Aktion mit den Armbändern ist damit jedenfalls vom Tisch. „Für uns ist klar, dass sich die gut gemeinte Idee damit so oder so erledigt hat“, sagte Kaisers Pressesprecher, Andreas Schäfermeier, auf Anfrage der Kleinen Zeitung.


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