Berlin

Großeinsatz bei Razzia gegen Clan-Kriminalität

In den frühen Morgenstunden wurden in Berlin über 20 Objekte durchsucht. Es soll zu zwei Festnahmen gekommen sein, darunter ein Mitglied des bekannten Remmo-Clans. Vor allem ausgewertete Chat-Daten aus Frankreich lieferten entscheidende Hinweise.

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<p>Symbolbild (Polizeibeamte beim Stürmen einer Wohnung):Dirk Vorderstraße [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0">CC BY 2.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SEK-Einsatz_vom_Schlauchboot_(10584915235).jpg">via Wikimedia Commons</a> [Bild zugeschnitten]</p>

Symbolbild (Polizeibeamte beim Stürmen einer Wohnung):Dirk Vorderstraße [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Berlin. – Die Berliner Polizei ist am frühen Donnerstagmorgen mit einer groß angelegten Razzia gegen ein kriminelles Netzwerk vorgegangen. Insgesamt durchsuchten die Ermittler über 20 Häuser und Wohnungen in der Stadt, sowie auch eine Lagerhalle in Brandenburg. In dieser Halle sollen die Kriminellen erhebliche Mengen an Drogen für den Weiterverkauf in Fässer gelagert haben. Wie der Spiegel berichtet, sollen mindestens zwei Personen festgenommen worden sein. Das Netzwerk sei für Drogenhandel im großen Stil, Handel mit Kriegswaffen und Körperverletzungen verantwortlich. Im Zentrum stehe ein Mitglied des berüchtigten Remmo-Clans.

Geknackte Chat-Daten aus Frankreich

Bei dem Polizeieinsatz seien auch Beamte des Sondereinsatzkommandos und der Spezialeinheit GSG 9 der Bundespolizei beteiligt gewesen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch die Steuerfahndung habe bei der Razzia am Donnerstagmorgen mitgewirkt. Hintergrund der Durchsuchungen sei eine Auseinandersetzung zwischen arabisch- und tschetschenischstämmigen Personen im November 2020 und Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft zu Waffen- und Drogenhandel sowie Ermittlungen des Finanzamtes, twitterte die Polizei.

Enthüllungen über die ÖVP

Nach Spiegel-Informationen beruhen wesentliche Erkenntnisse der deutschen Polizei auf geknackten Krypto-Handys, welche die Tatverdächtigen offenbar nutzen. So hätten Beamte in der Wiesbadener BKA-Zentrale seit einem Jahr einen riesigen Datensatz ausgewertet. Bei den Daten handelt es sich offenbar um Chatnachrichten von Kunden der Firma Encrochat. Diese Firma, mit Sitz in den Niederlanden, bot der Unterwelt über Jahre verschlüsselte Mobiltelefone mit einem besonderen Messenger-Dienst an, der für die Polizei lange nicht zu durchdringen war, und somit intern als „Whatsapp für Gangster“ bezeichnet wurde, heißt es in dem Bericht des Spiegels weiter. Der Datenverkehr sei über Server der Firma in Frankreich gelaufen. Französischen Sicherheitsbehörden sei es schließlich gelungen, einen Encrochat-Server zu infiltrieren und so den Chatverkehr Zehntausender Teilnehmer über Monate heimlich mitzulesen. Durch diesen französischen Erfolg wären dann rund acht Millionen Chatnachrichten von Encrochat-Nutzern in Deutschland beim BKA gelandet.

Verbindungen zum bekannten Remmo-Clan

Laut Bericht des Spiegel ist der festgenommene Hauptbeschuldigte in Beirut geboren und Mitglied des berüchtigten Remmo-Clans. Demnach sei er1982 mit seiner Familie aus dem Libanon nach Berlin gekommen und schon als Jugendlicher auffällig geworden sein. Die Behörden hätten ihm eine „mangelnde Integration in den hiesigen Kulturkreis“ sowie „mangelnde Reflektionsmöglichkeit, um das bisher gezeigte Verhalten zu verändern“, attestiert und ihn „aus Gründen der öffentlichen Sicherheit“ aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Die Abschiebung scheitere jedoch seit 25 Jahren an fehlenden Reisedokumenten seines Heimatstaates. Somit blieb er seither in Deutschland und etablierte sich mit einigen seiner Brüder in der kriminellen Szene. Laut Spiegel wurde ihm vor einem Jahr die 16. Duldung erteilt.

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