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„Marxistengruppe“

Fußballer rechnet mit ‚Black Lives Matter‘ ab

Mit einer bemerkenswerten Aussage sorgte der Profifußballer Lyle Taylor für Aufsehen. Er erklärte nämlich, dass er sich künftig nicht mehr am inzwischen nahezu obligatorischen, demonstrativen Kniefall vor Spielen beteilige. Ein Grund ist, dass es sich seiner Ansicht nach bei „Black Lives Matter“ um eine „Marxistengruppe“ handle, die „Rassenunruhen“ vorantreibe.

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<p>Der Profifußballer Lyle Taylor &#8211; hier im Bild noch im Trikot seines früheren Clubs AFC Wimbledon &#8211; nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Bild (Taylor 2015): Rob Crane via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lyle_Taylor_2015.jpg">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY 2.0</a>]</p>

Der Profifußballer Lyle Taylor – hier im Bild noch im Trikot seines früheren Clubs AFC Wimbledon – nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Bild (Taylor 2015): Rob Crane via Wikimedia Commons [CC BY 2.0]

Nottingham. – Die Aussage ist umso bemerkenswerter vor dem Hintergrund, dass Taylor selbst einen schwarzen Vater hat. Die Äußerungen fielen in einem Interview mit der Radiostation LBC. Er begründete diesen Schritt wie folgt: „Ich entschied mich dafür, weil ich das Gefühl habe, dass es genug ist. Es schauen sich einfach nicht genug Leute die Organisation an, welche die Sache ins Gespräch gebracht hat“, so der Spieler des Zweitligisten Nottingham Forest.

Taylor: „Wir sind keine Alibigeste“

Zwar unterstütze er die Botschaft, dass schwarze Leben etwas wert seien und befindet, dass man sich dafür einsetzen müsse, dass ethnische Ungleichheiten und soziale Ungerechtigkeit aufhörten. Diesen Umstand müsse man den Leuten auch näher bringen. Aber dabei dürfe man nicht einer „marxistischen Gruppe“ folgen, welche der Polizei die Finanzmittel streichen wollen.

„Diese Leute wollen gesellschaftliche und rassische Unruhen für das Vorantreiben ihrer eigenen politischen Agenda nützen“, ärgert sich Taylor. Damit kann er als Mensch mit afro-karibischen Wurzeln wenig anfangen: „Das ist nicht, was schwarze Leute sind: Wir sind keine Alibigeste und auch keine Sache, an der man seine Bewegung anhängt, bloß weil es die machtpolitische Losung der Stunde ist.“

Moralische Verpflichtung zu Kniefall problematisch

Kein Verständnis hat er auch für die implizierte moralische Verpflichtung der Geste. Weil er selbst schon in der Vergangenheit nicht am kollektiven Kniefall teilnahm, hätten ihn andere Schwarze teils heftig attackiert. Noch schlimmer sei dies für Spieler mit weißer Hautfarbe – diesen würde man Rassismus unterstellen, egal ob sie sich niederknien oder nicht.

Taylor übte auch Kritik an politischer Korrektheit

Breitbart zufolge äußerte sich Taylor bereits zuvor kritisch über sprachpolizeiliche Umtriebe: „Es gibt Leute, die sagen, du kannst das Wort ’schwarz‘ nicht verwenden. Jetzt kannst du nicht mehr ‚gemischtrassig verwendet, weil man es ‚duale Wurzeln‘ nennt.“ Sein Vater sei schwarz und nicht farbig, sowie seine Mutter weiß und nicht beige sei.

„Uns sagt man ständig, welche Wörter man nicht verwenden darf. Wollen wir wirklich dorthin, wo wir bei den Geschlechtern sind, dass sich jeder sein Pronomen aussucht? Oder schießen wir am Ziel vorbei?“ wundert sich der Forest-Stürmer über die Auswüchse der politischen Korrektheit in Großbritannien.

Ivorer Zaha hält Kniefall für „erniedrigend“

Der auch für das Nationalteam des Karibikstaates Montserrat spielberechtigte Taylor ist übrigens nicht der einzige Fußball-Profi in England, der Kritik am ständigen Kniefall übte. Auch Wilfried Zaha von Erstligist Crystal Palace sieht in der zum Ritual gewordenen Geste reinen Aktionismus und ein reines Lippenbekenntnis. „Warum muss ich für dich niederknien, um zu zeigen, dass wir etwas wert sind?“, fragt sich der Stürmer von der Elfenbeinküste.

Wenn man die Worte „Black Lives Matter“ auf die Rückseite des Trikots schreiben müsse, um den Wert schwarzer Menschen zu erkennen, sei dies „erniedrigendes“. Derartige Anti-Rassismus-Gesten seien nur „bedeutungslose Scharade“. Ständig frage man ihn, ob er an Rassismusdebatten teilnehmen. Dabei gehe es den Akteuren aber nur um die Vereinnahmung seiner Person und nicht um die Sache an sich, so der Ivorer kritisch. Deshalb folge er solchen Einladungen gar nicht.

 

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