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Katholischer Bischof mit an Bord des NGO-Schiffs „Sea-Eye 4“

Altbischof Wüstenberg hofft, während der Fahrt mit der Crew ins Gespräch zu kommen.

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<p>Bild: Der ehemalige Bischof Michael Wüstenberg wird bei der Überfahrt des Schiffes nach Spanien mit an Bord sein / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bischof_Dr._Michael_W%C3%BCstenberg_aus_Aliwal-S%C3%BCdafrika,_Podium_-_So_geht_Leitung_in_Seelsorgeeinheiten,_99._Deutscher_Katholikentag.jpg">StagiaireMGIMO</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Der ehemalige Bischof Michael Wüstenberg wird bei der Überfahrt des Schiffes nach Spanien mit an Bord sein / Bild: StagiaireMGIMO, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Rostock/Hildesheim. – Am Sonntag hat die Mittelmeer-NGO „Sea-Eye“ ihr viertes Schiff in Rostock getauft. Ende März will es die Regensburger Organisation nach Burriana in Spanien überführen, um im Frühjahr ihren Einsatz im Mittelmeer starten zu können. Mit an Bord bei der Überfahrt nach Spanien wird auch Altbischof Michael Wüstenberg sein, wie Kathpress am Sonntag berichtete.

Eine „beschämende Erfahrung“

„Für mich war es eine beschämende Erfahrung zu sehen, wie gerade christliche Länder Europas – im Süden wie im Osten – sich besonders gegen die Flüchtlinge stemmen“, sagte Wüstenberg. Bei der Überführung nach Spanien ist er dabei, weil er neugierig gewesen sei. Auch wenn er auf der „Sea-Eye 4“ keine Rettungseinsätze miterleben wird, so hofft der 66-Jährige, während der Fahrt mit der Crew ins Gespräch zu kommen. „Das sind ja meistens junge Leute, Studenten, die teilweise kirchlich sind, teilweise auch gar nicht, aber von einem guten Geist getrieben“, so Wüstenberg.

Wenn er auf die Lage der Migranten im Mittelmeer blicke, dann blute „ein Stück weit mein afrikanisches Herz“, erklärte der Priester, der viele Jahre lang als Pfarrer in Südafrika tätig war. Zwar gehöre Südafrika nicht zu den üblichen Herkunftsländern. Dort gebe es aber, wie auf dem gesamten Kontinent, Fälle von Korruption, in die auch westliche Unternehmen verwickelt seien.

Evangelische Kirche unterstützt Mittelmeer-NGO

Wüstenberg sieht Europa mit in der Verantwortung, wenn es um gestiegene Migrationszahlen geht. Zudem wolle er Solidarität mit den Migranten zeigen. Er findet auch, dass der Kirche „die Hilfe für die Seenotrettung“ gut zu Gesicht stehe. Er will über das Thema künftig auch aus einer persönlichen Perspektive sprechen können, etwa in Predigten. „Aus den Nachrichten und so – das kenne ich alles“, erklärt er. „Aber ich möchte es auch wirklich von der eigenen Erfahrung her bezeugen können.“

Das maßgeblich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiierte Bündnis „United4Rescue“ hatte im Oktober ein ehemaliges Versorgungsschiff gekauft und für die Aufnahme von Migranten im Mittelmeer umgebaut. Den Kaufpreis des Schiffes, der laut Kathpress 250.000 Euro betrug, soll die Organisation über Spenden gestemmt haben. Mithilfe ihrer Spendenkampagne unter dem Titel „Drowned Requiem“ konnten sie ihr Ziel von 434.000 Euro erreichen, wie auf der Website von Sea-Eye bekanntgegeben wurde. Für die Überführung des Schiffes stellten die (Erz-)Diözesen München und Freising, Paderborn und Trier zusammen 125.000 Euro bereit.

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