München

Polizei sorgt mit Corona-Kontrollen für Diskussionen

Ein Bild, wie Münchener Polizeibeamte am Wochenende die Corona-Abstände von Menschen mit einem Zollstock korrigierten, sorgte für erhebliche Diskussionen in sozialen Netzwerken. Neben zahlreichen Bürgern meldeten sich zunächst auch Politiker und anschließend Polizeigewerkschafter zur zunehmend hitziger werdenden Diskussion zu Wort.

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<p>Symbolbild: Pixabay</p>

Symbolbild: Pixabay

München. – Zur Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Metern haben einige Polizisten damit begonnen, einen Zollstock auf die Streife mitzunehmen. „Die Kollegen sind es leid, immer erklären zu müssen, was 1,50 Meter sind“, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Anfang der Woche das Geschehen. Zuvor hatte die „Bild“ mit einem Foto einer solchen mit Zollstock ausgerüsteten Streife im Englischen Garten die Sache publik gemacht.

Heftige Diskussionen in sozialen Netzwerken waren die Folge. „Die 3. Welle kann einpacken…“, „Ist das Satire?“ oder „Das ist doch Photoshop“ sind beispielsweise Kommentar auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Andere Nutzer zeigen zumindest Verständnis für die Polizisten. „Mir tut die Polizei München leid, die diesen Schwachsinn durchsetzen soll/muss!“, heißt es in einem Beitrag unter dem Foto.

Enthüllungen über die ÖVP

Entsprechend fielen auch Kommentare der Politik zu dem Ereignis aus, viele Politiker kritisierten das Vorgehen der Polizei. Das sorgte wiederum für eine Reaktion von Jürgen Köhnlein, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Bayern. „Vom Schreibtisch aus mit markigen Wahlkampfsprüchen Polizeiarbeit zu bewerten, damit ist niemandem geholfen!“, erklärte er. Mit Blick auf Zeichnungen von Alpakas, mit denen das bayerische Gesundheitsministerium Grundschülern den Mindeststandard beibringen will, meinte Köhnlein: „Wenn wir die Polizeistreifen mit Alpakas ausstatten, würden es die letzten uneinsichtigen Parkbesucher sicher auch verstehen. Die Einsatzkräfte haben es eh nicht leicht.“ Es gebe immer mehr Menschen, die in solchen Situationen den Konflikt suchen würden. „Da geht es nicht um ein paar Zentimeter, sondern darum, ihren Unmut gegen die Maßnahmen kund zu tun. Die Polizei bekommt dann die Kritik an der Politik vor Ort direkt ab“, so der Gewerkschafter. Nach Darstellung der DPolG Bayern müssen Polizisten Tag für Tag die Vorgaben erklären und die Auswirkungen der Politik abfangen, weswegen von der Politik besser aufgeklärt und die Polizeiarbeit unterstützt werden müsse.

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