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Vom Kampf der Geschlechter zum Kampf gegen die Geschlechter

Weltfrauentag – Die einen feiern ihn, stellen ihn in den Mittelpunkt ihrer politischen Forderungen und Diskussionen, die anderen wissen nichts damit anzufangen und finden ihn überflüssig. Doch gibt es da nicht auch ein Dazwischen? Doch: Es lohnt sich, sich Gedanken darüber zu machen, worum es heutzutage hierbei wirklich geht und warum es ein Politikum geworden ist.

Gudrun Kofler
Meinungvon Gudrun Kofler
5 Minuten Lesezeit
<p>Symbolbild (Hauswand in Wien, 2007): Charles Hutchins via <a href="https://www.flickr.com/photos/celesteh/852079827/in/album-72157603852372458/">Flickr</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild (Hauswand in Wien, 2007): Charles Hutchins via Flickr [CC BY 2.0] (Bild zugeschnitten)

Dass Linke und Grüne solche Anlässe darauf verwenden, ihre irrigen Forderungen weiter voranzutreiben und das mediale Interesse zu nützen, um mit ihren neumodischen Gender-Begriffen um sich zu werfen, ist klar. Die Genderdiskussion ist jedoch im Grunde ein reiner Kampf gegen das Patriarchat und die biologischen Geschlechter. Von der Sichtbarmachung der Frau und ihrer Gleichberechtigung – (durchaus legitime) Ziele und Forderungen des eigentlichen Feminismus – ist man in der linken Diskussion schon lange abgekommen. Damit wäre man heute nicht mehr zufrieden. Was heute offenbar angestrebt wird, ist die GleichSCHALTUNG aller Menschen und die Auslöschung des biologischen Geschlechts.

Ständig engere Schubladen

Unter anderem unter dem Begriff „Pride“ setzt man sich für „die sexuelle Freiheit und einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen sexuellen Identität“ ein. Mit Begriffen wie LGBTQ (beinhaltet lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen) will man heute möglichst viele sog. „diverse Geschlechter“ ansprechen, in Wahrheit aber schafft man so ja nur noch mehr und noch engere Schubladen, in die man die Menschen steckt. LGBTQ enthält nämlich Wesentliches nicht: Frauen und Männer. Am Weltfrauentag fand daher in den sozialen Medien vor allem der Begriff FLINT Verwendung, der neben Lesben, Intersexuellen, Nicht-Binären und Transsexuellen immerhin auch Frauen beinhaltet. Auf Twitter entschuldigte sich eine bekannte linke Organisation in einem ihrer Tweets sogar, in einem vorherigen allein den Frauen zum WeltFRAUENtag (!) gratuliert und alle anderen außen vor gelassen zu haben. Wer diese anderen Frauen sind, wurde nicht aufgeklärt.

Dabei findet bei diesen selbsternannten Feministen und Kämpfern für Geschlechtergerechtigkeit die echte Frauenfeindlichkeit statt, nämlich der Kampf gegen die heterosexuelle Frau und die völlige Auslöschung des biologischen Geschlechts. Im Begriff FLINT werden die Frauen immerhin wohl gnädigerweise mitgenannt, aber nur, weil sie im Kampf gegen das Patriarchat eventuell ganz nützlich sein könnten. Ansonsten scheint Frau neben gay, lesbian & Co. in der „neuen“ Genderbewegung skurrilerweise offenbar keinen Platz mehr zu haben.

Insbesondere und absichtlich nicht genannt und daher für die linke Gendergemeinschaft offenbar ohne Rechte und Daseinsberechtigung sind heterosexuelle Männer (sog. „cishet-Männer“). Die Abkürzungen FLINT bzw. LGBTIQA bezeichnen nämlich – so die Erklärung der linken Anti-Geschlechter-Bewegung – „die Personen, die im Patriarchat diskriminiert werden“. Man könne diese zwar eigentlich alle unter „Nicht-Männer“ zusammenfassen, aber das sei falsch und würde häufig als beleidigend wahrgenommen. Offenbar ist schon allein das Wort „Mann“ ein Problem.

An Mann und Frau ist nichts diskriminierend

So. Da sind wir jetzt also. In einer Gesellschaft, wo die Minderheit bestimmt, wie sich die Mehrheit verhalten und was sie denken soll – und sie auch noch Teile der Politik und die Medien als Handlanger hat. Dabei geht es hier um eine Bewegung, die einen Bruchteil der Bevölkerung betrifft und genausowenigen Menschen diese Genderdiskussion tatsächlich wichtig (man beachte die neuesten Umfragen zum Thema). Dabei könnte die Lösung so einfach sein. Nämlich die Geschlechter so zu belassen und zu benennen, wie sie naturgegeben sind: Mann und Frau. Daran ist nichts diskriminierend. Dass es Menschen gibt, die sich möglicherweise weder als Mann noch als Frau oder gar als beides fühlen, soll vorkommen und ist aus persönlichkeitsrechtlicher Sicht auch legitim. Recht soll und kann es in einer aufgeklärten Gesellschaft auch bleiben, aber die Ablehnung des eigenen Geschlechts und die absurde und unnatürliche Gleichschaltung der Geschlechter sollen nicht zur Pflicht für eine ganze Gesellschaft werden.

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Was jedoch die Folge von diesem immensen Druck von links ist, ist jene, dass vieles, was Frauen und Frauenrechte betrifft, (von großen Teilen rechts der Mitte) kategorisch als linker Feminismus betitelt, dadurch oftmals abklassifiziert und abgelehnt wird. Nachvollziehbar und durchaus verständlich. Sind wir doch übersättigt und durch die ständige Belagerung von links, deren Themen in Medien und Politik auch noch viel zu oft Gehör finden, nehmen wir oftmals vorschnell eine Verteidigungshaltung ein, ohne die Dinge auch von unserer Warte aus zu betrachten. Doch auch hier gilt: Wäre das Recht nicht auf unserer Seite, müssten es die Linken nicht so vehement bekämpfen.

Auslöschung der Geschlechter

Es geht ihnen längst nicht mehr um die Frauen, sondern um den reinen Hass gegen das Patriarchat und die Gleichschaltung und Auslöschung der Geschlechter. Uns aber muss es um die Frauen gehen. Sie tragen – gemeinsam mit den Männern und gleichauf – diese unsere Wertegemeinschaft. Nur durch die Stärke beider Geschlechter, den Respekt voreinander und die gegenseitige Anerkennung können wir dem zunehmenden Druck von links stand- und unser Weltbild aufrechterhalten. Und in puncto Gleichberechtigung und für die Frauen in unserer Gesellschaft gibt es ja tatsächlich und unbestritten noch einiges zu tun. Sei es, was die noch immer fehlende echte Wahlfreiheit betrifft, die es den Frauen ermöglichen würde, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen oder ihre Kinder so lange wie gewünscht zuhause zu betreuen, als auch die Schaffung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen, verbesserter Eingliederung in die Berufswelt nach der Karenz, angepasste Weiterbildungsmodelle und nicht zuletzt eine deutliche Verbesserung der Pensionsbedingungen.

Solche Verbesserungen bekommen wir aber als Gemeinschaft nur gemeinsam hin. Es muss uns also schon aus ideologischen Gründen um beide Geschlechter und die Gleichberechtigung gehen. Den Respekt und die Anerkennung für Mann und Frau – in all ihrer naturgegebenen Verschiedenheit.

Zur Person:

Gudrun Kofler wurde 1983 in Südtirol geboren. Sie ist Mutter von zwei Kindern, brennt für Politik, Recht und die deutsche Sprache und lebt mit ihrer Familie in Nordtirol.


Weiterlesen:

Freilich weiblich: „Wir brauchen keine Gendersternchen“ (06.02.2021)

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