Wikipedia will gezielt Frauen an Bord holen

„Wikimedia Österreich“ wünsche sich generell mehr Diversität, „etwa auch bei der Herkunft“, so die Geschäftsführerin des Vereins.

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<p>Bild: Logo Wikipedia / Bild: © Raimond Spekking (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Logo Wikipedia / Bild: © Raimond Spekking (Bild zugeschnitten)

Wien. – Im Rahmen einer digitalen Aktionswoche in Österreich und Deutschland gab es zum Thema „Mehr Frauen auf Wikipedia“ jüngst eine von der Wirtschaftsuniversität Wien und „Wikimedia Österreich“ veranstaltete Aktion. Ziel war es, die Präsenz von Frauen, insbesondere aus dem Bereich Wirtschaft, in der deutschsprachigen Wikipedia zu erhöhen.

Genauer Frauenanteil unklar

Im Gespräch mit der APA meint Claudia Garád, Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins „Wikimedia Österreich“, dass die Wikipedia-Gemeinde in Österreich noch „zu wenig divers“ ist. Sie schätzt den Frauenanteil hierzulande auf etwa 20 Prozent. Grundsätzlich sei aber zu sagen, dass es den Erstellern von Beiträgen in der Wikipedia freisteht, ihr Geschlecht preiszugeben, und auch nur diese öffentlichen Daten erfasst werden. In vielen Fällen würde das Geschlecht aber gar nicht erst preisgegeben, „weil man weiß, dass das einen Einfluss darauf haben kann, wie man behandelt wird“, ist sich Garád sicher.

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Arbeit ist „weniger sozial“

Zudem sei auch die Diskussionskultur unter den Beitragserstellern oft ein Problem, es herrsche oft ein rauer Ton in Diskussionen um Artikel. Die Arbeit an Wikipedia-Einträgen sei außerdem auch „weniger sozial als andere ehrenamtliche Hobbys“, weshalb sich Frauen oft anderen Plattformen zuwenden würden. Früher sei auch die komplizierte Bearbeitung direkt mit Wikisyntax eine mögliche Hürde gewesen, was einige Nutzer abgeschreckt habe. „Mittlerweile gibt es aber einen einfachen Editor, ähnlich wie bei WordPress“, so Garád. Sie setzt sich gemeinsam mit „Wikimedia“ nun verstärkt dafür ein, „Schwellenängste“ für Beitragsersteller abzubauen.

Mehr Diversität gewünscht

Ein höherer Frauenanteil und „überhaupt mehr Diversität, etwa bei der Herkunft“ werde auch aus inhaltlichen Gründen angestrebt, stellt Garád klar. So sollen Leben und Werk von Frauen sichtbarer gemacht werden. Hier stoße man allerdings auf das „gesamtgesellschaftliche Problem“, dass es zu vielen weiblichen Persönlichkeiten deutlich weniger Quellen und Zeitungsberichte gebe, so die Kritik. „Und wir fassen ja nur zusammen und produzieren nicht neues Wissen“.

In Österreich gibt es etwas weniger als 600 Personen, die regelmäßig Beiträge für die Online-Enzyklopädie verfassen. Der Frauenanteil unter den Wikipedia-Aktiven wird weltweit auf zwölf Prozent geschätzt, unter neuen Erstellern seien es aktuell rund 22 Prozent.

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