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Umfrage

Mehrheit der Franzosen sieht „Islamo-Gauchisme“ kritisch

Eine französische Ministerin übte scharfe Kritik am „Islamo-Gauchismus“, ein polemischer Begriff für eine Allianz linker Kreise mit dem Islam bzw. Islamismus. Die Aussagen sorgte für viel Diskussion in der französischen Öffentlichkeit. Laut einer Umfrage stimmt die Mehrheit der Franzosen den Aussagen der Ministerin zu.

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<p>Symbolbild (CC0). </p>

Symbolbild (CC0).

Paris. – Vor wenigen Wochen sorgte Frédérique Vidal, Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation, in Frankreich für Schlagzeilen. In einem Interview mit dem Sender CNEWS erklärte sie: „Ich denke, dass der Islamo-Gauchisme die Gesellschaft als Ganzes vergiftet und dass auch die Universitäten nicht davor immun sind, die Universitäten sind Teil der Gesellschaft.“ Der Begriff „Islamo-Gauchisme“ besteht im französischen Sprachgebrauch bereits seit längerem und heißt übersetzt so viel wie „Islam-Linke“ oder „Links-Islamismus“. Er beschreibt falsch verstandene Toleranzvorstellungen und die Verharmlosung des Islamismus von linker Seite, die bis zu einer Allianz reichen kann.

Nachdem Vidal für ihre Aussage in den Medien scharfe Kritik aus Politik und universitären Kreisen einstecken musste, wollte die Tageszeitung Le Figaro wissen, was die französischen Bürger von Vidals Aussage halten und gab eine Umfrage in Auftrag. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Franzosen stimmt der Ministerin zu.

Zwei Drittel der Franzosen stimmen Vidal zu

Die Umfrage, welche von Odoxa-Backbone Consulting für Le Figaro und France Info durchgeführt wurde, zeigt auf, dass für 69% aller Befragten ein Problem mit dem „Islamo-Gauchisme“ in Frankreich existiert. Bei Anhängern der politisch Rechten und des Zentrums stimmen dem sogar rund 80% zu. Befürworter der linken Kräfte sind geteilter Meinung, im Durschnitt sprechen sich aber noch ca. 50 % dafür aus.

Eine „ideologische Kluft“ sei vor allem zwischen den Generationen zu sehen, so der Figaro. Je älter die Befragten waren, desto mehr hielten sie den „Islamo-Gauchisme“ für existent und problematisch. So fand man eine Zustimmung von bis zu 80% bei den über 65-Jährigen, 71% bei den 50- bis 64-Jährigen, 68% unter den 35- bis 49-Jährigen und bei den Befragten unter 35 Jahren lediglich noch 57%.

Frédérique Vidal hatte in dem besagten Interview auch angekündigt, eine Studie zum „Islamo-Gauchisme“ an den französischen Universitäten erstellen zu lassen, um zu prüfen „inwieweit zwischen akademischer Forschung und Aktivismus“ unterschieden werde, heißt es im Figaro. Dies wird von 65% der Befragten unterstützt.

Linke auch in Deutschland beim Islamismus blind

Doch die in Frankreich thematisierte Problematik ist nicht nur ein nationales, sondern ein europäisches Phänomen. Auch wenn es im deutschen Sprachraum hierfür noch kein so anschauliches Wort gibt, scheint der „Islamo-Gauchisme“ auch bei uns tiefe Wurzeln zu schlagen. So heißt es beispielswiese in einem Welt-Beitrag, welcher kurz nach der Messer-Attacke in Nizza im letzten Jahr erschienen war, offenkundig in Bezug auf die politische Linke: „Als im Mai 2020 George Floyd in den USA bei seiner Verhaftung durch die Polizei getötet wurde, löste das in Deutschland nicht nur Massenproteste gegen Rassismus, sondern auch den Ruf nach analoger Überprüfung deutscher Verhältnisse aus. Wo waren die Demonstrationen nach der Ermordung von Samuel Paty, nach dem ersten Anschlag in Nizza oder dem Abschlachten des katholischen Geistlichen in einer Kirche in Frankreich?“. Jene, die gegen Rassismus auf die Straße gingen, würden bei islamistischer Gewalt stumm bleiben, weil es als anstößig empfunden werde, die Täter und ihre Motive klar zu benennen.

Auch der Islamwissenschaftler, Mouhanad Khorchide, der in einem Artikel im Fokus zitiert wird, findet, dass die Anhänger des politischen Islams es hinbekommen hätten, Kritik als „unzulässige Kritik am Islam zu tabuisieren“. Er verurteilt eine „alarmierende Selbstzensur“ unter „wohlmeinenden Politikern“ in Deutschland und stellt resigniert fest: „Viele Politiker, Journalisten und Kirchenvertreter sehen uns bereits als Störenfriede, zu denen sie lieber auf Distanz gehen, um nicht selbst als Islamfeinde diskreditiert zu werden.“

Hier die FREILICH-Studie „Islamophobie – Konstruktion eines Kampfbegriffes“ gratis herunterladen.

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