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Österreich

Pfarrer-Initiative will homosexuelle Paare weiterhin segnen

Die Pfarrer-Initiative, eine österreichische Bewegung römisch-katholischer Priester und Diakone, will homosexuelle Paare auch weiterhin segnen.

2 Minuten Lesezeit
<p>Symbolbild: Innenansicht Wiener Stephansdom / Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wien_Stephansdom_Hauptschiff.jpg">Radler59</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA 4.0</a>, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)</p>

Symbolbild: Innenansicht Wiener Stephansdom / Bild: Radler59, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Rom/Wien. – Am Montag stellte die Glaubenskongregation im Vatikan in einer sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) klar, dass die katholische Kirche auch künftig keine homosexuellen Paare segnen wird. Dem stellt sich die österreichische Pfarrer-Initiative unter dem Titel „Aufruf zum Ungehorsam 2.0“ entgegen und betont: „Wir segnen gleichgeschlechtliche Paare auch weiterhin“.

Initiative „zutiefst entsetzt“

In einer Aussendung erklärten Mitglieder der Pfarrer-Initiative, dass sie „zutiefst entsetzt“ über das neue römische Dekret seien, das die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare untersagen will. Das sei ein Rückfall in Zeiten, „die wir mit Papst Franziskus als überwunden gehofft hatten. Wir werden – in Verbundenheit mit so vielen – auch in Zukunft kein liebendes Paar zurückweisen, das darum bittet, den Segen Gottes, den sie alltäglich erleben, auch gottesdienstlich zu feiern.“

Die Initiative protestiert vehement dagegen, dass gleichgeschlechtlichen Paaren unterstellt werde, nicht Teil des göttlichen Plans zu sein. „Hier wird versucht, die Schöpfungswirklichkeit mit dogmatisierenden Anmaßungen zu untergraben. Wir bedauern zutiefst, dass dieses Dekret, das den Geist vergangen gehoffter Zeiten wiederzubeleben versucht, den Spalt zwischen römischer Bürokratie und gelebter Kirche vor Ort noch weiter vergrößert.“

Deutscher Bischof begrüßt vatikanisches Dekret

Während viele Theologen, vor allem auch in Deutschland, die Entscheidung des Vatikan als „rückwertsgewandt“ bezeichnen, begrüßt der deutsche Bischof Wolfgang Ipolt die Klarstellung der vatikanischen Glaubenskongregation. „Bei dem Nein zu einer Segnung geht es aus meiner Sicht vor allem um eine klare Stärkung der Ehe zwischen Mann und Frau und für uns Katholiken auch des Sakramentes der Ehe“, erklärte der Bischof von Görlitz. Zwar könnten Homosexuelle einzeln gesegnet werden, nicht aber ihre Partnerschaft.

„In der Praxis einer öffentlichen Segnung mit Gemeindebeteiligung, die ja dann gewünscht wäre, würde es aus meiner Sicht in kurzer Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung und im Verständnis der Gläubigen zu Verwechslungen mit einer kirchlichen Trauung führen, so Ipolt. Darum sei er gegen eine solche Segnung.

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