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Corona-Demo Wien

Ordnung und Chaos

Wieder ist ein Corona-Demo-Tag in Wien vorbei. Für die Organisatoren der Proteste ist die Bilanz des 20. März eher durchwachsen.

Stefan Juritz
Meinungvon Stefan Juritz
3 Minuten
<p>Im Polizeikessel (20.03.2021). Bild: TAGESSTIMME.</p>

Im Polizeikessel (20.03.2021). Bild: TAGESSTIMME.

Das Besondere an den Antiregierungsdemonstrationen in Wien war bisher immer: Eine große Masse an Menschen kann zusammen durch die Straßen ziehen. Der Zug hatte – entgegen der medialen Darstellung – stets den Charakter eines Happenings, das die soziale Isolation des Lockdowns durchbricht. Das alles unter der Parole „Kurz muss weg“. Die Demonstrationen sind dabei immer mehr angewachsen: Zuletzt waren bis zu 30.000 Menschen unterwegs durch die Bundeshauptstadt.

Weniger Zulauf als bisher

Diesmal waren es deutlich weniger: Einige Tausende kamen zum Protestieren. Dass es weniger waren, mag schon mal mit der Rückkehr des Winters und der eisigen Kälte zu tun haben, aber auch damit, dass die Treffpunkte erst kurz vor Beginn und diffus in den Sozialen Medien bekannt gegeben worden waren: der Hauptbahnhof war einer. Von dort zog dann auch eine Demonstration über den Gürtel – bis sie gekesselt und aufgelöst wurde. Was dann folgte bzw. sich parallel entwickelte, waren viele kleine Demonstrationen. Und ganz viele Menschen allerorten, die auf der Suche nach einer Demonstration waren. So wurde am Nachmittag die Mariahilfer Straße mehrmals auf und ab bespielt. Die Kehrtwendungen waren jeweils durch die Polizei ausgelöst. Am Karlsplatz trafen sich derweilen rund 500 Linke und Linksextreme, um gegen Abschiebungen zu demonstrieren. Alle natürlich maskiert, die Mindestabstände aber fragwürdig. Sie hätten dort auch eine Auflösung der Demo gerechtfertigt, die Polizei war allerdings sehr zurückhaltend.

Die Corona-Demos waren da wohl fordernder und das Hauptprogramm: Die Exekutive zeigt sich immer besser vorbereitet. Der Maria-Theresien-Platz – bisher Hotspot und Ausgangspunkt der Demonstrationen – war zur Absperrung vorbereitet, viele Polizisten in Wartestellung. Gleichzeitig war die Innenstadt aktiv abgesperrt – mit bemannten Gittern, die verhindern sollten, dass eine Demo in den Ersten Bezirk eindringen kann. Die gleiche Strategie wie also beim letzten Mal, die in einem Kessel für ein paar Hundert Demonstranten endete. Am Ring standen gegenseitig auch stadtauswärts Gitter und Polizeikräfte parat, um eine allfällige Spontandemonstration ohne Ausreißer zu führen.

Match ging an die Polizei

Nach dem Kessel am Gürtel Mitte Nachmittag zogen Spontandemonstrationen weiter bis etwas über 18 Uhr durch die Stadt, manchmal etwas verloren und erratisch. Die Strategie der Polizei, so viel wie möglich zu stören (Abmahnungen, Anzeigen, Blockaden, Kessel), um die Proteste zu unterbinden, ist nicht aufgegangen, aber sie hat wieder ein kleines Chaos in Wien veranstaltet. Doch die Exekutive ist von den letzten Malen schon Schlimmeres gewohnt gewesen. Rund 1.500 Berufsdemonstranten hat das Team Polizei diesmal im Einsatz gehabt. Bedingt durch die geringe Teilnahme an den Protesten und die bessere Koordination bei Team blau ging das Match diesmal eher an sie … 

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